„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli kommt nicht überraschend. Er entspricht zwar dem saisonüblichen Verlauf, zumal die Sommerferien in diesem Jahr vollständig in den Juli fallen. Besorgniserregend ist jedoch, dass die Zahl der Arbeitslosen erneut die Marke von 40.000 überschritten hat und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – insbesondere in der Industrie – weiter zurückgeht. Das zeigt: Der Druck auf den saarländischen Arbeitsmarkt nimmt weiter zu und die wirtschaftliche Erholung bleibt fragil. Zwar enthält das Reformpaket der Bundesregierung einige richtige und längst überfällige Ansätze. Gleichzeitig stehen die Unternehmen aber weiterhin unter einem erheblichen Kosten- und Wettbewerbsdruck. Ohne konsequente Strukturreformen wird es nicht gelingen, Beschäftigung nachhaltig zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu gehören mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, spürbare Entlastungen bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sowie ein entschlossener Bürokratieabbau. Kritisch sehen wir auch die geplante Abschaffung der Minijobs. Gerade im Handel, im Gastgewerbe und in vielen Dienstleistungsbereichen sind sie ein wichtiges Instrument, um Personal flexibel einzusetzen. Ihr Wegfall würde diese Branchen zusätzlich belasten, ohne dass daraus ein erkennbarer Mehrwert für den Arbeitsmarkt entsteht. Hier besteht aus Sicht der Wirtschaft dringender Korrekturbedarf.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die heute (31. Juli) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.
