Beschäftigungsquoten 2025: Mehr Personen mit niedrigem und mittlerem Bildungsabschluss erwerbstätig als 2015

– Beschäftigungsquoten von Personen mit mittleren Abschlüssen nähern sich im Zehnjahresvergleich dem Beschäftigungsniveau von Personen mit hohen Bildungsabschlüssen
– Personen mit niedrigem Abschluss aber nach wie vor deutlich seltener erwerbstätig als höher Qualifizierte
– Große Unterschiede zwischen den Bundesländern bei den Beschäftigungsquoten von Personen mit niedrigem Bildungsabschluss

Die Beschäftigungsquoten von Personen mit mittleren und hohen Bildungsabschlüssen haben sich in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren angenähert. Während die Beschäftigungsquote von Personen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit mittleren Abschlüssen in diesem Zeitraum von 80 % auf 83 % stieg, lag die Beschäftigungsquote der Personen mit hohen Abschlüssen sowohl 2015 als auch 2025 bei 88 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen der Publikation „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich“ mitteilt, verringerte sich somit der Abstand bei den Beschäftigungsquoten zwischen mittlerem und hohem Qualifikationsniveau von 2015 bis 2025 von 8 auf 5 Prozentpunkte. Bei Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen stieg die Beschäftigungsquote im Zehnjahresvergleich noch stärker als bei mittleren Abschlüssen, wenn auch auf einem deutlich niedrigeren Niveau: Waren im Jahr 2015 lediglich 59 % der Personen mit niedrigem Abschluss erwerbstätig, so waren es zehn Jahre später 63 %.

Beschäftigungsquoten auf allen Qualifikationsniveaus über dem OECD-Durchschnitt

Im internationalen Vergleich waren 25- bis 64-Jährige mit mittlerem Bildungsabschluss in Deutschland im Jahr 2025 deutlich häufiger erwerbstätig (83 %) als im OECD-Durchschnitt (78 %). Für Personen mit hohem Bildungsabschluss erreichte Deutschland (88 %) ein ähnliches Niveau wie die OECD insgesamt (87 %). Der Abstand zwischen den Beschäftigungsquoten von Personen mit mittleren und hohen Abschlüssen war damit im OECD-Durchschnitt mit rund 10 Prozentpunkten doppelt so groß wie in Deutschland. Die Beschäftigungsquote von Personen mit niedrigem Abschluss lag in Deutschland mit 63 % ebenfalls höher als Durchschnitt der OECD-Staaten (60 %).

Im Bundesländervergleich Unterschiede vor allem bei Personen mit niedrigem Abschluss

Im Vergleich der Bundesländer unterschieden sich im Jahr 2025 insbesondere die Beschäftigungsquoten von 25- bis 64-Jährige mit niedrigem Bildungsabschluss deutlich. Während in Bayern 71 % der Personen mit einem niedrigen Abschluss erwerbstätig waren, waren es in Berlin nur 53 %. Bei Personen mit mittlerem Bildungsabschluss waren die Unterschiede dagegen geringer. 25- bis 64-Jährige mit mittlerem Abschluss erreichten in Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils 86 % die höchsten Beschäftigungsquoten, am niedrigsten waren sie in Bremen (78 %) und Berlin (79 %).

Die höchsten Beschäftigungsquoten für 25- bis 64-Jährige mit hohem Bildungsabschluss erreichten 2025 Baden-Württemberg, Bayern sowie das Saarland mit jeweils 90 %. Wie bei Personen mit mittlerem Bildungsabschluss hatten Bremen (85 %) und Berlin (86 %) auch hier die niedrigsten Beschäftigungsquoten. Allerdings lagen die Beschäftigungsquoten für Personen mit hohem Bildungsabschluss im Ländervergleich deutlich näher zusammen als bei niedrigen oder mittleren Abschlüssen.

Methodische Hinweise:

Bei den Angaben zum Bildungsstand handelt es sich um Erst-Ergebnisse des Mikrozensus. Personen mit einem hohen Bildungsabschluss verfügen gemäß der hier zugrundeliegenden Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (International Standard Classification of Education, ISCED) über einen akademischen Abschluss oder einen Meister-, Techniker- oder Fachschulabschluss. Das Abitur beziehungsweise die Fachhochschulreife und berufsqualifizierende Abschlüsse gehören zum mittleren Bildungsstand. Personen mit einem Haupt- oder Realschulabschluss beziehungsweise einem Abschluss an einer polytechnischen Oberschule und jeweils ohne beruflichen Abschluss sowie Personen ohne allgemeinen Schulabschluss haben einen niedrigen Bildungsstand und gelten als formal geringqualifiziert.

Die Beschäftigungsquote ist gemäß den Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation die Anzahl der Erwerbstätigen geteilt durch die Bevölkerungszahl.

Weitere Informationen:

Diese und weitere Ergebnisse enthält die Veröffentlichung „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich – Ausgabe 2026“. Die Publikation steht auf der Themenseite „Bildungsstand“ unter „Bildung – International“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes sowie im gemeinsamen Statistik-Portal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (www.statistikportal.de) zum Download bereit. Darin werden auch Indikatoren zu den Themen Bildungszugang, Bildungsbeteiligung, Bildungsverlauf und Bildungsausgaben sowie zum Lernumfeld und zur Organisation von Schulen dargestellt. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bieten mit dieser Publikation eine Ergänzung zur OECD-Veröffentlichung „Bildung auf einen Blick“. Ausgewählte OECD-Indikatoren für Deutschland werden hier in einer Gliederung nach Bundesländern dargestellt.

Einen Gesamtüberblick über die Bildungssituation in Deutschland von der Schule über die Berufsbildung bis zur Hochschule bietet die Themenseite „Bildungsindikatoren“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Daten und Fakten rund um das Thema Fachkräfte bündelt das Statistische Bundesamt auf einer eigenen Sonderseite (www.destatis.de/fachkraefte). Das Datenangebot umfasst die Bereiche Demografie, Erwerbstätigkeit, Bildung und Zuwanderung. Es reicht von Vorausberechnungen zur künftigen Zahl von Erwerbspersonen über Analysen zum Arbeitskräfteangebot bis hin zu Daten zu Arbeitsmigration und Ausbildungsmarkt – und wird sukzessive erweitert.

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