Widrige Grenzwetterlagen und insbesondere anhaltender Eisregen zwingen Flughäfen zur zeitweisen Einstellung des Flugbetriebs. Trotz umfassender Vorsorgemaßnahmen stoßen Enteisung und Bahnräumung bei diesen außergewöhnlichen Wetterlagen an physikalische Grenzen – mit spürbaren Auswirkungen für Passagiere, Airlines und den gesamten Luftverkehr.
Der Flughafenverband ADV erklärt die Hintergründe: Die witterungsbedingte Einstellung des Flugbetriebs infolge von Eisregen ist für alle Beteiligten eine äußerst belastende Situation. Passagiere können ihre Reise nicht wie geplant antreten, Airlines müssen Flüge streichen oder verschieben und Flughäfen stehen vor erheblichen operativen Herausforderungen.
Eisregen zählt zu den wenigen meteorologischen Ereignissen, bei denen selbst moderne Enteisungs- und Räumverfahren an ihre Grenzen stoßen. Wenn Flugzeuge trotz erfolgter Enteisung innerhalb kürzester Zeit erneut vereisen oder auf Start- und Landebahnen kein sicherer Reibungswert mehr gewährleistet werden kann, ist eine Entscheidung „pro Sicherheit“ zwingend erforderlich. In diesen Fällen dürfen Starts und Landungen nicht stattfinden.
Ein längerer Stillstand hat weitreichende Folgen: Neben dem unmittelbaren Ausfall von Flügen entstehen Verspätungen, die sich aufgrund unterbrochener Umläufe von Crews und Flugzeugen bis in die Folgetage fortsetzen können.
„Ziel ist es, den Betrieb Schritt für Schritt zu stabilisieren und gemeinsam mit Airlines und Flugsicherung so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren“, so ADV-Hauptgeschäftsführers Ralph Beisel. Dazu gehören priorisierte Abfertigungen, angepasste Slot-Planungen in enger Abstimmung mit Airlines und Flugsicherung sowie flexible Einsatzkonzepte für das Personal. Die Rückkehr zum Regelbetrieb erfolgt meist in mehreren Phasen und erfordert eine enge Koordination aller Beteiligten.
Flughäfen bereiten sich intensiv auf winterliche Wetterlagen vor – mit speziellen Enteisungsfahrzeugen, kontinuierlicher Wetterbeobachtung und abgestuften Einsatzplänen für Personal und Technik. Gleichwohl zeigen extreme Wetterereignisse, dass trotz aller Vorsorge technische und physikalische Grenzen erreicht werden können. Vor diesem Hintergrund werden bestehende Konzepte regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.
„Unverrückbar bleibt dabei ein Grundsatz: Sicherheit hat oberste Priorität. Wenn diese nicht mehr gewährleistet werden kann, ist eine temporäre Einstellung des Flugbetriebs trotz aller vorbereitenden Maßnahmen unvermeidbar. Und was im Winterdienst an den Flughäfen geleistet wird, ist Hochleistung unter Extrembedingungen – dafür gebührt dem Personal an den Flughäfen unser ausdrücklicher Dank“, so das Fazit von ADV-Hauptgeschäftsführers Ralph Beisel.
Um unnötige Wege zu vermeiden, empfehlen die Flughäfen, vor der Anreise den Flugstatus online oder bei der jeweiligen Airline zu prüfen.
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