Kaum eine Debatte über die Zukunft der Arbeit wird derzeit so hitzig geführt wie die um den Wert von Abschlüssen im Zeitalter Künstlicher Intelligenz. Klaus Wolfgang Wildner, seit 1992 in der beruflichen Weiterbildung tätig und Gründer des Karlshochschule Management Instituts, widerspricht der gängigen These. Nicht die Technologie verändere sich so rasant, sagt er, sondern der Ton der Debatte. Sein Gegenargument liefert eine Zahl aus der eigenen Praxis.
Eine Debatte aus einer komfortablen Position
In Teilen der Bildungs- und Tech-Öffentlichkeit hat sich zuletzt eine Erzählung verbreitet, die kaum noch hinterfragt wird: Klassische Abschlüsse verlören an Bedeutung, weil sich jede und jeder mit frei verfügbaren Tutorials und KI-Werkzeugen selbst qualifizieren könne. Zertifikate, institutioneller Rahmen, ein geregeltes Curriculum, all das wirke zunehmend wie Relikte einer vor-digitalen Bildungswelt.
Klaus Wolfgang Wildner hält diese Erzählung für falsch, und vor allem für eine Debatte, die sich vor allem jene leisten können, die um ihren Arbeitsplatz nicht fürchten müssen. „Mir kommt das ausgesprochen hysterisch vor“, sagt der Gründer des Karlshochschule Management Instituts. „Vor allem aber ist es eine Debatte, die aus einer sehr komfortablen Position geführt wird. Wer um den eigenen Arbeitsplatz fürchtet, braucht keine Diskussion über den Sinn von Abschlüssen, sondern einen Nachweis, der bei einer Bewerbung etwas gilt, und eine Qualifikation, die bezahlbar ist.“
Wildner ist seit 1992 in der beruflichen Weiterbildung tätig. An den Instituten der Wildner Education Group haben nach seinen Angaben inzwischen weit über 70.000 Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen einen Abschluss gemacht, häufig neben dem Beruf, häufig nach einem beruflichen Bruch.
Was die Vermittlungsquote der Gruppe zeigt
Sein zentrales Argument ist eine Kennzahl aus der eigenen Praxis: An den Instituten der Wildner Education Group liegen die Vermittlungsquoten der geförderten Weiterbildungen regelmäßig bei über 94 Prozent in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, gemessen über einen Eingliederungs- beziehungsweise Beobachtungszeitraum von sechs Monaten.
„Diese Zahl ist einer der Gründe, warum ich die aktuelle Aufgeregtheit über den angeblichen Bedeutungsverlust von Abschlüssen nicht teile“, so Wildner. „Ein strukturiertes Programm aus KI-Weiterbildungen mit einem anerkannten Nachweis bringt Menschen zurück in Arbeit. Ein Stapel Tutorials tut das nicht.“
Damit widerspricht Wildner nicht der Bedeutung von KI-Kompetenz selbst, sondern der Vorstellung, dass sich diese Kompetenz beliebig und ohne institutionellen Rahmen erwerben und nachweisen lässt. Für Menschen im beruflichen Übergang, arbeitssuchend oder von Strukturwandel betroffen, sei genau dieser Nachweis entscheidend: ein Zertifikat, das bei einer Bewerbung zählt.
Struktur statt Beliebigkeit: der Ansatz des KHMI
Am Karlshochschule Management Institut, einem An-Institut der Karlshochschule International University, überträgt Wildner dieses Prinzip auf KI-Weiterbildungen. Die Programme sind AZAV-zertifiziert und damit über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderbar. Teilnehmende können mit einem einzelnen Modul einsteigen oder ein Professional-Zertifikat in sechs beziehungsweise ein Advanced-Zertifikat in zwölf Monaten erwerben. Die Module sind durch die Karlshochschule mit ECTS-Punkten zertifiziert und im Rahmen der hochschulrechtlichen Vorgaben auf ein späteres Masterstudium anrechenbar.
Gelehrt wird in drei Fachrichtungen, Kreativberufe, Management und Technologie, jeweils in kleinen Lerngruppen und mit einem realen Abschlussprojekt statt eines Fallbeispiels aus dem Lehrbuch.
Klaus Wolfgang Wildner bleibt dabei vorsichtig mit dem eigenen Anspruch. Die hohe Vermittlungsquote bezieht sich auf die etablierten Institute der Wildner Education Group. Für das KHMI selbst ist sie zunächst ein Maßstab, kein bereits eingelöstes Versprechen. Die ersten KI-Weiterbildungen am Institut starten am 22. September 2026. „Das ist der Maßstab, den das KHMI erst noch einlösen muss, und es ist der Erfolg, an dem ich am ehesten gemessen werden möchte“, sagt Wildner mit Blick auf die kommenden Jahre.
Auch für Unternehmen ist das relevant
Dieselbe Logik gilt für Wildner nicht nur für Einzelpersonen, sondern für den Arbeitsmarkt insgesamt. Über das Qualifizierungschancengesetz nach Paragraf 82 SGB III können auch Unternehmen die Weiterbildung ihrer Belegschaft fördern lassen, mit Zuschüssen zu Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt, die bei kleineren Betrieben bis zu 100 Prozent erreichen. Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen erhalten die Förderung über den Bildungsgutschein nach Paragraf 81 SGB III. Beide Wege setzen nach Wildners Überzeugung denselben Maßstab voraus, den er auch bei Abschlüssen anlegt: eine Weiterbildung, die überprüfbar ist, statt eine, die sich nur behauptet.
Was Menschen dabei aus seiner Sicht am dringendsten brauchen, sei ohnehin nicht in erster Linie technisches Können. „Wer KI nur anwendet, ist von ihr abhängig; wer sie durchdrungen hat, kann sie beurteilen“, sagt Wildner. Dieses Urteilsvermögen, nicht die Bedienung einzelner Werkzeuge, sei der eigentliche Kern dessen, was Weiterbildung heute leisten müsse, und genau das lasse sich nicht in einem Wochenend-Tutorial vermitteln.
Das vollständige Interview
Im vollständigen Interview auf dem KHMI-Blog erklärt Klaus Wolfgang Wildner außerdem, für wen die KI-Weiterbildungen des KHMI gedacht sind, wie er auf den gesellschaftlichen Wandel durch Künstliche Intelligenz blickt und woran er den Erfolg des Instituts in zehn Jahren messen will: https://www.khmi.de/2026/08/18/warum-es-das-khmi-fur-ki-weiterbildungen-gibt/
Redaktionen ist die Übernahme von Auszügen oder des gesamten Interviews unter Angabe der Quelle ausdrücklich gestattet.
Die ersten KI-Weiterbildungen am KHMI starten am 22. September 2026. Weitere Informationen zu den Modulen und zur Förderung sind unter www.khmi.de verfügbar.
Das Karlshochschule Management Institut (KHMI) ist ein An-Institut der Karlshochschule International University. Es bietet praxisorientierte KI-Weiterbildungen, die wissenschaftlich fundiert und zugleich unmittelbar anwendbar sind, für Menschen mit Berufserfahrung in Kreativberufen, Management und Technologie sowie für Unternehmen. Die Programme sind AZAV-zertifiziert und über einen Bildungsgutschein förderbar. Für abgeschlossene Module können im Rahmen der hochschulrechtlichen Vorgaben ECTS-Punkte vergeben und auf weiterführende Studiengänge angerechnet werden.
