Betriebe schließen weniger Ausbildungsverträge ab

In Heilbronn-Franken wird weniger ausgebildet: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist in der Region zum Stichtag 1. September 2026 gegenüber dem Vorjahr erneut gesunken. Das Minus bei den IHK-Berufen fällt jedoch geringer aus als im Landesdurchschnitt.

Zum offiziellen Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Baden-Württemberg am 1. September zählt die IHK Heilbronn-Franken insgesamt 3.280 eingetragene Ausbildungsverhältnisse. Das sind 7,2 Prozent weniger als zum Stichtag im vergangenen Jahr. Landesweit beträgt der Rückgang neun Prozent. Bereits 2025 war die Zahl der besetzten Ausbildungsplätze rückläufig.

Auffällig ist der anhaltende Rückgang bei den technischen Berufen (minus 8,3 Prozent). Bei den kaufmännischen Berufen ist die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverträge gegenüber 2025 um 6,4 Prozentpunkte gesunken. Die Aufteilung nach Landkreisen: Heilbronn 1.488 Ausbildungsverträge; Hohenlohe 606; Main-Tauber 374 und Schwäbisch Hall 812 Ausbildungsverträge.

„Auch wenn das noch nicht die finalen Daten sind und weiter Bewegung am Ausbildungsmarkt herrscht, zeigt sich doch, dass es sich nicht um eine Ausnahmeerscheinung handelt, sondern dass der demografische Wandel und die angespannte gesamtwirtschaftliche Situation anhaltend auf den Ausbildungsmarkt durchschlagen. Wer über Personalabbau nachdenkt, stellt oft auch die Ausbildung auf den Prüfstand“, ordnet Claudia Scheunpflug, bei der IHK zuständig für die Berufliche Bildung, die Zahlen ein. 

Dennoch spricht Claudia Scheunpflug von einer nach wie vor hohen Ausbildungsbereitschaft der Betriebe: „Trotz der wirtschaftlichen Umbrüche wissen die Unternehmen, dass die Auszubildenden von heute die dringend benötigten Fachkräfte von morgen sind.“ Vorausgesetzt, sie finden passende Bewerberinnen und Bewerber. Im vergangenen Jahr konnte nach einer DIHK-Erhebung rund jeder zweite Betrieb nicht alle Ausbildungsstellen besetzen. „Oft fehlt es Bewerberinnen und Bewerbern an Basis- und Berufsstartkompetenzen. Viele Unternehmen sind angesichts des wachsenden Drucks nicht länger bereit, schulische Defizite in der Ausbildung aufzufangen“, so Claudia Scheunpflug.

Zumal sich die Inhalte der Ausbildungen verändern, deutlich anspruchsvoller, moderner und digitaler werden – eine Herausforderung nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Schulen und die Berufsorientierung. Die IHKs in Baden-Württemberg fordern daher einen noch engeren Schulterschluss zwischen Politik, Schulen, Wirtschaft und Kammern, um Jugendliche und Betriebe besser zusammenzubringen.

Die Mehrzahl der neuen Azubis sind Männer. Von den 3.280 Ausbildungsverträgen in der Region wurden 2.172 mit Bewerbern abgeschlossen, 1.106 mit Bewerberinnen. Die Top-Berufe bei den jungen Männern sind nach wie vor Industriemechaniker, Mechatroniker und Industriekaufmann Betriebstechnik. Bei den jungen Frauen liegen Industriekauffrau, Kauffrau für Büromanagement und Bankkauffrau vorn.

Info: Die Zahlen zum Start ins Ausbildungsjahr sind noch vorläufig. Sie können und werden sich noch ändern, da nach wie vor neue Ausbildungsverträge bei der IHK eingetragen und noch abgeschlossen werden. Das heißt: Auch unversorgte Bewerberinnen und Bewerber haben noch die Chance, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Eine Übersicht über verfügbare Plätze gibt es auf der Seite

www.meine-ausbildung-in-deutschland.de

Auch die IHK Heilbronn-Franken bietet Unterstützung und Hilfe für Auszubildende, Betriebe und Schulen an. Mehr dazu auf

www.ihk.de/heilbronn-franken