Für Europas Zukunft zählt Zusammenarbeit: Erster Jahrgang des Weimarer Kollegs startet

– Einjähriges Programm für internationale Zusammenarbeit mit 30 Fellows aus drei Ländern
– Initiative der Hertie-Stiftung mit Institut Montaigne (Paris) und Polnischer Robert-Schumann-Stiftung (Warschau) in Kooperation mit der Europäischen Akademie Berlin
– Erstes Modul vom 23. bis 26. September 2026 in Berlin

In einer Zeit, in der demokratisches Vertrauen und europäische Zusammenarbeit zunehmend unter Druck geraten, startet mit dem Weimarer Kolleg ein neues Fellowship-Programm für die nächste Generation europäischer Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger aus Deutschland, Frankreich und Polen. Der erste Jahrgang bringt 30 Führungskräfte aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie anderen Bereichen der Länder des Weimarer Dreiecks zusammen, die in den nächsten Jahren die demokratische Zukunft Europas mitgestalten und belastbare Netzwerke neben der politischen Bühne aufbauen wollen. Das Programm knüpft an die Idee des Weimarer Dreiecks an und setzt auf den Austausch zwischen drei zentralen europäischen Ländern Deutschland, Frankreich und Polen.

„Die europäische Einigung ist eine große Erfolgsgeschichte. Doch Europa braucht heute mehr als den Verweis auf seine Vergangenheit. Gerade jetzt kommt es auf Vertrauen, Zusammenarbeit und neue Initiativen an. Deutschland, Frankreich und Polen tragen dafür eine besondere Verantwortung. Mit dem Weimarer Kolleg bringen wir eine neue Generation engagierter Verantwortungsträger zusammen, die Europas Zukunft gemeinsam gestalten wollen“, sagt Annette Schavan, Vorstandsvorsitzende der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Aus über 500 Bewerbungen wurden gemeinsam 30 Fellows für den ersten Jahrgang ausgewählt: Sie kommen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und weiteren Sektoren und bringen unterschiedliche nationale, berufliche und gesellschaftliche Perspektiven in das Kolleg ein.

Sechs thematische Cluster

Mit Blick auf die vielfältigen Ideen und Themenvorschlägen der Bewerbungen wurden sechs Themenschwerpunkte gebildet, in denen die Fellows in Arbeitsgruppen gemeinsame Projektideen und Initiativen bearbeiten, damit sie über das Programmjahr hinaus Wirkung entfalten sollen:

– Demokratische Resilienz & Erinnerungskultur
– Desinformation, Medien & der europäische Informationsraum
– Digitale Souveränität & KI-Governance
– Sicherheit, Verteidigung & hybride Bedrohungen
– Energie, Klima & grüne Transformation
– EU-Wettbewerbsfähigkeit & wirtschaftliche Sicherheit

Drei Länder, ein gemeinsames Programm

In drei Präsenzmodulen in Deutschland, Frankreich und Polen diskutieren die Teilnehmenden zentrale Zukunftsfragen Europas, entwickeln gemeinsame Perspektiven und arbeiten in Teams an konkreten Projekten und Initiativen. Der erste Jahrgang befasst sich mit Europas Rolle in einer zunehmend unsichereren Welt. Im Mittelpunkt stehen Fragen des Vertrauens in Politik und Gesellschaft, der grenzüberschreitenden Kooperation und der europäischen Handlungsfähigkeit.

Das Auftaktmodul findet vom 23. bis 26. September in Berlin statt. Auf dem Programm stehen Begegnungen mit führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie die Entwicklung erster gemeinsamer Projektideen in den sechs Arbeitsgruppen. Weitere Module folgen 2027 in Frankreich und Polen. Die Ausschreibung des zweiten Jahrgangs des Weimarer Kollegs ist bereits geplant und wird im Winter 2026/27 erfolgen.

Das Weimarer Kolleg wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Institut Montaigne und der Polnischen Robert-Schuman-Stiftung getragen und in Kooperation mit der Europäischen Akademie Berlin durchgeführt. Ziel ist der Aufbau einer langfristig verbundenen trilateralen Gemeinschaft, die demokratische Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg stärkt und neue Impulse für Europa entwickelt.

Mehr Informationen sowie die Vorstellung der Fellows finden sich auf der Website des Programms unter www.weimar-fellowship.eu

Für die Vermittlung von Gesprächswünschen mit einem Vertreter der Projektpartner oder den Fellows sind wir gern behilflich.

Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn erforschen und Demokratie stärken. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte Impulse innerhalb dieser Themen. Ein starkes, sicheres und geeintes Europa ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung mit Förderprojekten gegen Antisemitismus sowie für jüdisches Leben in Deutschland. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. Der Name „Hertie“ geht zurück auf Hermann Tietz, Mitbegründer des gleichnamigen Warenhauskonzerns zum Ende des 19. Jahrhunderts. www.ghst.de

Institut Montaigne

Das im Jahr 2000 gegründete Institut Montaigne ist Frankreichs führender unabhängiger und überparteilicher Think Tank. Als Plattform für Forschung, politikbezogene Handlungsempfehlungen und innovative Initiativen im öffentlichen Interesse basiert seine Arbeit auf einem rigorosen, kritischen und inklusiven Ansatz zur Verbesserung der öffentlichen Politik. Das Institut arbeitet kollegial und bringt Unternehmen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Regierungsvertreter, gemeinnützige Organisationen, Gewerkschaften sowie Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft zusammen. Seine Publikationen richten sich an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger im öffentlichen und privaten Sektor, Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger. Institut Montaigne (https://www.institutmontaigne.org/en)

Polnische Robert-Schuman-Stiftung

Bei der Schuman-Stiftung bringen wir den Bürgern in der gesamten EU europäische Ideen näher. Wir schaffen einen Raum für den Austausch über die Zukunft Europas und verbinden dabei verschiedene Generationen, Perspektiven und Aktivitäten auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene. Wir tragen dazu bei, die aktuellen Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der europäischen Integration zu verstehen. Die Stiftung wurde 1991 von führenden Persönlichkeiten der Wende von 1989/90 gegründet. Sie ist nach Robert Schuman benannt, dessen Vision von Versöhnung und Zusammenarbeit auf dem Blick in die Zukunft und dem Aufbau eines gemeinsamen Europas beruhte. www.schuman.pl (https://schuman.pl/)

Europäische Akademie Berlin

Seit mehr als sechzig Jahren führt die Europäische Akademie Berlin internationale Programme durch, die den Dialog, die politische Bildung und die Zusammenarbeit in ganz Europa fördern. Auf der Grundlage ihrer Expertise in den Bereichen interaktives Lernen, internationaler Austausch und sektorübergreifende Moderation setzt sie das Stipendiatenprogramm vor Ort um – von der Rekrutierung über die Modulplanung bis hin zur Einbindung der Alumni. Europäische Akademie Berlin – Startseite (https://www.eab-berlin.eu/)

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Carmen Jacobi
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