Essen, September 2026 – Künstliche Intelligenz kann Texte zusammenfassen, Suchmaschinen liefern Antworten innerhalb von Sekunden und Informationen sind praktisch unbegrenzt verfügbar.
Trotzdem bleibt eine erstaunlich analoge Fähigkeit für den beruflichen Erfolg wichtig:
Lesen.
E-Mails müssen verstanden, Angebote geprüft, Berichte ausgewertet, Fachinformationen erfasst und Entscheidungen vorbereitet werden.
Die Herausforderung besteht deshalb längst nicht mehr darin, überhaupt Informationen zu finden.
Die Herausforderung besteht darin, relevante Informationen schnell zu erfassen.
Guido Wieprecht beschäftigt sich seit vielen Jahren mit effizientem Lesen und der Frage, wie Menschen ihre Informationsaufnahme verbessern können.
Seine zentrale These:
Viele Erwachsene lesen noch immer mit Gewohnheiten, die sie vor Jahrzehnten entwickelt haben – obwohl sich die Informationsmenge grundlegend verändert hat.
Dass das Thema auch 2026 relevant ist, zeigen aktuelle Weiterbildungsangebote deutscher Hochschulen. Die Universität Erfurt bezeichnet das Lesen von Fachtexten als einen erheblichen Zeitfaktor in Wissenschaft und Büroarbeit und bietet Schnelllesetraining für Promovierende und Postdocs an.
Auch die Technische Universität Darmstadt bietet 2026 Speed-Reading-Trainings an, bei denen unterschiedliche Techniken für unterschiedliche Textarten sowie Konzentration und das Behalten von Informationen trainiert werden.
Für Wieprecht ist genau diese Differenzierung entscheidend.
Schneller lesen bedeutet nicht, jeden Text mit maximaler Geschwindigkeit zu überfliegen.
Gute Leser verändern ihre Geschwindigkeit abhängig vom Ziel.
Ein Vertrag benötigt eine andere Aufmerksamkeit als ein Nachrichtenartikel. Ein Fachbuch wird anders gelesen als eine E-Mail. Und ein Text, bei dem zunächst lediglich nach einer bestimmten Information gesucht wird, muss nicht Wort für Wort gelesen werden.
„Die wichtigste Fähigkeit ist nicht, möglichst schnell über eine Seite zu kommen. Entscheidend ist, die passende Lesegeschwindigkeit für die jeweilige Aufgabe wählen zu können“, sagt Wieprecht.
Dazu gehört auch eine Fähigkeit, die angesichts der digitalen Informationsflut immer wichtiger wird:
zu entscheiden, was man überhaupt nicht lesen muss.
Denn selbst eine Verdoppelung der Lesegeschwindigkeit löst das Problem unbegrenzter Informationen nicht.
Wer täglich immer mehr Inhalte konsumiert, gewinnt durch schnelleres Lesen möglicherweise keine Zeit – sondern verarbeitet lediglich noch mehr Informationen.
Damit entsteht eine Verbindung zum von Wieprecht entwickelten Konzept ZEITRENDITE®.
Wenn ein Mensch beispielsweise seine tägliche Lesezeit deutlich reduziert, stellt sich anschließend dieselbe Frage wie bei jeder anderen Effizienzsteigerung:
Was macht er mit der gewonnenen Zeit?
Schnelleres Lesen kann deshalb einen doppelten Nutzen erzeugen.
Zum einen können relevante Informationen schneller verarbeitet werden.
Zum anderen entsteht Zeit für das, was nach dem Lesen eigentlich entscheidend ist:
nachdenken, verstehen und bessere Entscheidungen treffen.
