Neue „Initiative für ein handlungsfähiges Wissenschaftssystem“ gestartet

Wie bleibt das deutsche Wissenschaftssystem international attraktiv und leistungsfähig? Eine Initiative der VolkswagenStiftung, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft will Reformideen in ein Handlungskonzept überführen. Der Aktionsplan soll Anfang 2028 vorliegen.

Die Wissenschaft steht vor großen Herausforderungen: Die Finanzierung ist langfristig unter Druck, Künstliche Intelligenz verändert Forschung und Lehre, und autoritäre Tendenzen bedrohen die Wissenschaftsfreiheit. Zugleich wächst der internationale Wettbewerb um Talente und neue Erkenntnisse.

Verbesserungsvorschläge gibt es viele. Was fehlt, ist ihre Umsetzung. Hier setzt die „Initiative für ein handlungsfähiges Wissenschaftssystem“ an. Sie will vorhandene Reformideen bündeln und in einen konkreten Handlungsplan übersetzen. Orientierung bieten hier unter anderem die beiden Papiere des Wissenschaftsrates: „Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040“ (https://www.wissenschaftsrat.de/download/2026/3014-26) und „Impulse: Wissenschaft in der freiheitlich-demokratisch verfassten Gesellschaft“ (https://www.wissenschaftsrat.de/download/2026/3575-26).

Vorbild ist die „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“. Wie dort sollen auch bei der „Initiative für ein handlungsfähiges Wissenschaftssystem“ Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und politischer Perspektiven gemeinsam praxisnahe Vorschläge entwickeln und eine öffentliche Debatte anstoßen. Schwerpunkte bilden Struktur, Strategie- und Veränderungsfähigkeit sowie Aspekte der Finanzierung des Wissenschaftssystems. Im Fokus stehen Fragen wie:

– Wie können Bund und Länder die Wissenschaft verlässlich finanzieren und ihre Zusammenarbeit weiterentwickeln?
– Wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre Stärken ausbauen, besser zusammenarbeiten und Bürokratie abbauen?
– Wie bleibt das Wissenschaftssystem für Talente aus Deutschland und dem Ausland attraktiv?
– Wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Chancen Künstlicher Intelligenz für Forschung und Lehre nutzen?
– Wie lässt sich die Freiheit der Wissenschaft gegenüber autoritären Tendenzen wirksam schützen?

Das Ziel ist kein weiteres Empfehlungspapier, sondern ein breit getragener Aktionsplan, der konkrete Schritte benennt und Veränderungen möglich macht. Adressaten sind die Wissenschaftspolitik in Bund und Ländern sowie Verantwortliche in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Dabei geht es auch darum, die Vielfalt der Wissenschaft zu erhalten und ihren Beitrag zum Gemeinwohl, zu Innovation und Wohlstand zu stärken.

Drei Akademien übernehmen die Schirmherrschaft

Die Schirmherrschaft übernehmen Bettina Rockenbach, Präsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Claudia Eckert, Präsidentin von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, und Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die VolkswagenStiftung, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und der Stifterverband finanzieren und organisieren die Initiative. Eine Geschäftsstelle an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird den Arbeitsprozess ab 2027 koordinieren.

Zitate

Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung: „Dass unser Bündnis schon vor dem Start viel Interesse im Wissenschaftssystem gefunden hat, stärkt meine Zuversicht, dass unser Aktionsplan erhebliche Wirkung entfalten wird.“

Melanie Maas-Brunner, Präsidentin des Stifterverbandes: „Unsere Initiative zielt darauf, mit der Expertise von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit in einer sich weltweit verändernden Forschungs- und Innovationslandschaft sicherzustellen.“

Annette Schavan, Vorstandsvorsitzende der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung: „Stiftungen sind gute Initiatorinnen für Prozesse der Weiterentwicklung und Erneuerung. Sie können helfen, Potential neu zu entdecken und bislang nicht gekannte Wege zu gehen.“

Weitere Informationen

Das Konzept zur „Initiative für ein handlungsfähiges Wissenschaftssystem“ steht als PDF-Download auf den Websites der VolkswagenStiftung, des Stifterverbandes und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung bereit.

https://ots.de/tBbu0F

Pressekontakt:

Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Julia Ihmels
Teamleitung Kommunikation
T 069 660756-162
kommunikation@ghst.de
www.ghst.de

VolkswagenStiftung
Jens Rehländer
Teamleiter Kommunikation
T 0511 8381-380
rehlaender@volkswagenstiftung.de
www.volkswagenstiftung.de

Stifterverband
Peggy Groß
Pressesprecherin
T 030 322982-530
presse@stifterverband.de
www.stifterverband.org

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