Ausgebremst: Erschwerter Studienstart für ausländische Studierende in Deutschland

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Studierende aus Nicht-EU-Ländern werden auf
dem Weg zum Studium nach Deutschland durch administrative Hürden
ausgebremst. Jeder dritte von ihnen kommt erst nach Beginn des
Semesters in Deutschland an. Das ergab eine Studie des
Stifterverbandes zusammen mit der Fintiba GmbH. Frühere
Zulassungsbescheide und digitale Maßnahmen könnten einen
reibungsloseren Studienstart gewährleisten.

Immer mehr Nicht-EU-Ausländer wollen in Deutschland studieren.
Allein im Wintersemester 2017/2018 waren es knapp 209.000
Studierende. Die meisten von ihnen kommen aus China, Indien und
Russland. Zu späte Zulassungsbescheide von Hochschulen, lange
Wartezeiten bei der Visavergabe aber auch zeitintensive Aufwände für
Bestätigungen von Sprachkompetenzen oder Krankenversicherungen
erschweren ihnen einen reibungslosen Start an deutschen Hochschulen.
Das sind Ergebnisse der Studie “Ausgebremst statt durchgestartet”
herausgegeben von Stifterverband und der Fintiba GmbH, ein
Finanzdienstleister für ausländische Studierende.

Eine Auswertung der Daten von knapp 900 Nicht-EU-Ausländern ergab,
dass mehr als die Hälfte von ihnen die Zusage des Studienplatzes
weniger als drei Monate vor Beginn des Studiums erhalten. Allein die
Visa-Wartezeiten von durchschnittlich mehr als 60 Tagen führen dazu,
dass 38 Prozent der ausländischen Studierenden erst nach Beginn des
Semesters in Deutschland anreisen. Erst einmal hier, vergehen wieder
im Durchschnitt 25 Tage bis sich die Studierenden beim
Einwohnermeldeamt anmelden und Geld von ihrem eigens fürs Studium
eingerichteten Sperrkonto abheben können. Bemühungen der Hochschulen,
für genau jene Studierende den Start ins Studium durch
Willkommenswochen, Orientierungsphasen und vorgeschaltete Sprachkurse
zu erleichtern, laufen ins Leere.

Die verspätete Einreise hat erhebliche Auswirkungen auf den
Studienerfolg. Der verpasste Anschluss und die verpassten
Studieninhalte tragen zu einer erhöhten Studienabbruchquote unter den
internationalen Studierenden bei. Die Auswirkungen davon sind
weitreichend: Hochschulen müssen die Studienplätze mit Nachrückern
besetzen, Studentenwerke Wohnheimzimmer neu vergeben, aus Sicht der
Wirtschaft fallen potenzielle Fachkräfte weg, die Deutschland für
seinen Arbeitsmarkt gewinnen möchte – ganz zu schweigen von den
persönlichen Schicksalen der Studierenden und den dahinterstehenden
Familien.

Um einen geregelten Studienstart zu gewährleisten und die
Abbruchquote von ausländischen Studierenden zu verringern, hat der
Stifterverband zusammen mit der Fintiba GmbH fünf
Handlungsempfehlungen ausgearbeitet:

Danach sollten Hochschulen ihre Zulassungsbescheide so früh wie
möglich, spätestens 90 Tage vor Studienbeginn, verschicken. Die
Abstimmung der am Visumprozess beteiligten Behörden sollte optimiert
und der ganze Prozess deutlich beschleunigt werden. Städte und
Hochschulen sollten gemeinsam mit den Studentenwerken bezahlbaren
Wohnraum speziell für diese Studentengruppe bereitstellen.
Möglichkeiten, die deutsche Sprache bereits in den Herkunftsländern
erlernen zu können, müssen – auch digital – besser ausgebaut werden.

Die Digitalisierung bietet Möglichkeiten, die Transparenz für
Verwaltungsprozesse weiter zu erhöhen und den Verwaltungsaufwand
weiter zu verringern. Diese sollten konsequent genutzt werden. Auf
entsprechenden optimierten digitalen Plattformen hätten ausländische
Studierende die Möglichkeit – an einer Stelle gebündelt und
spezifisch für die einzelnen Hochschulen und Regionen- Informationen
über notwendige Formulare und Abgabedaten von der Hochschulbewerbung
bis zur Anmeldung im Einwohnermeldeamt zu finden. Das spart kostbare
Zeit und würde einen erfolgreichen Studienstart ermöglichen.

Die Studie “Ausgebremst statt durchgestartet” zum Download finden
Sie unter: http://ots.de/2XVrFv

Pressekontakt:
Moritz Kralemann
Pressesprecher
T 030 322982-527
presse@stifterverband.de

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