Der Fall Lena: Wie ein mobiler Escape Room junge Menschen für psychische Gewalt sensibilisiert

Psychische Gewalt gehört zu den am häufigsten übersehenen Formen von Misshandlung: still, unsichtbar und oft jahrelang unerkannt. Gerade Jugendliche tun sich schwer, emotionale Manipulation, Kontrolle oder abwertende Kommunikation als Gewalt einzuordnen. Präventionsarbeit stößt hier schnell an ihre Grenzen, weil Betroffene und Außenstehende die Warnsignale nicht klar benennen können.

„Escape Games erreichen junge Menschen anders als klassische Präventionsarbeit. Sie lassen spürbar werden, wie sich manipulative Beziehungen anfühlen können“, erklärt Tim Heitmann. Im mobilen Escape Room „Der Fall Lena“ tauchen Schülerinnen und Schüler in eine täuschend normale Wohnung ein und rekonstruieren die Geschichte einer Gewaltbeziehung – begleitet von zwei möglichen Enden und anschließender Reflektion, im Idealfall mit einer Sozialarbeiterin. Der Raum wurde am 19. November 2025 im Landkreis Rotenburg (Wümme) Kreishaus eröffnet und war für den Zeitraum der Orange Weeks kostenfrei für die Öffentlichkeit und Schulen buchbar. Ab sofort können Schulen den Escape Room kostengünstig über den Anbieter (Business Escape Games) buchen. Nachfolgend erfahren Sie, warum interaktive Formate wie dieser Escape Room ein dringend benötigter Innovationsschub in der Gewaltprävention sind.

Ein interaktives Projekt der Orange Days

Entstanden ist „Der Fall Lena“ in Kooperation mit dem Landkreis Rotenburg (Wümme) und der Gleichstellungsbeauftragten im Rahmen der Orange Days, die international auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen. Ziel des Projekts ist es, insbesondere junge Menschen für die oft schwer erkennbaren Facetten psychischer, emotionaler und verbaler Gewalt zu sensibilisieren – jenseits von Klischees und einfachen Täter-Opfer-Zuschreibungen.

Der Escape Room ist als mobiles Angebot konzipiert. Zum Auftakt wurde er im Kreishaus des Landkreises Rotenburg (Wümme) aufgebaut und steht dort der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung. Anschließend wechselt der Raum an verschiedene Schulen, wo Schulklassen das Spiel in Gruppen erleben können.

Eine scheinbar normale Wohnung – und eine verborgene Geschichte

Das Spiel selbst ist in einem realitätsnahen Wohnungsszenario angesiedelt. Die Spielerinnen und Spieler übernehmen die Rolle einer Freundesgruppe von Lena und haben eine begrenzte Zeit, um in der Wohnung nach Hinweisen zu suchen. Nichts wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich – genau darin liegt der pädagogische Ansatz. Die Geschichte von Lena entfaltet sich nicht durch offensichtliche Gewalt, sondern durch viele kleine Hinweise: Nachrichten, Fotos, Notizen oder Alltagsgegenstände, die nach und nach eine belastende Beziehungsdynamik sichtbar machen.

Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass Gewalt in jeder Beziehung und in jedem Zuhause vorkommen kann – oft leise, schleichend und für Außenstehende schwer greifbar.

Offene Spielmechanik statt fester Lösungswege

„Der Fall Lena“ folgt einem nicht-linearen Spielprinzip. Zu Beginn erhalten die Gruppen ein Ermittlungsprotokoll mit offenen Fragen, die sie im Verlauf des Spiels beantworten sollen. Die Rätsel bauen nicht aufeinander auf und können in beliebiger Reihenfolge gelöst werden. Dadurch entstehen Gespräche, unterschiedliche Deutungen und gemeinsame Abwägungen innerhalb der Gruppe.

Das Spiel endet entweder, wenn alle Rätsel gelöst sind oder die Zeit abgelaufen ist. Besonders ist dabei, dass es kein fest vorgegebenes Ende gibt.

Zwei mögliche Ausgänge und Raum für Diskussion

Am Ende erhalten die Spielerinnen und Spieler eine Auflösungskarte, die zwei mögliche Ausgänge präsentiert. Auf Grundlage der gesammelten Beweise entscheidet die Gruppe gemeinsam, welche Entwicklung sie für plausibel hält. Ende A beschreibt eine immer stärker werdende Form der Gewalt bis zur körperlichen Gewalt. Lena findet die Kraft, die Beziehung zu verlassen. Ende B zeigt die Möglichkeit der Veränderung, bei der das Paar gemeinsam inklusive Anlaufstellen sucht.

Diese Entscheidung bildet häufig den Übergang zur anschließenden Reflektion. Vor allem im schulischen Kontext sollte das Spielerlebnis durch ein Gespräch mit einer Sozialarbeiterin oder einem Sozialarbeiter oder anderen Anlaufstellen ergänzt werden. Dabei geht es um Warnsignale, Handlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote – aber auch um die Frage, wie komplex und ambivalent Gewaltbeziehungen sein können.

Ein Format, das Präventionsarbeit neu denkt

Am Mittwoch, den 19. November 2025, wurde der mobile Escape Room gemeinsam mit Landrat Marco Prietz und Vertreterinnen und Vertretern der Presse offiziell eröffnet. „Der Fall Lena“ versteht sich als Aufklärungs-Tool für Schulen und Öffentlichkeit gleichermaßen – interaktiv, erfahrbar und nah an der Lebensrealität junger Menschen.

Das Projekt zeigt, wie spielerische Formate einen neuen Zugang zu gesellschaftlich relevanten Themen schaffen können. Statt abstrakter Belehrung ermöglicht der Escape Room ein emotionales und reflektiertes Lernen – und macht sichtbar, was allzu oft unsichtbar bleibt.

Über Tim Heitmann:

Tim Heitmann ist Gründer und Geschäftsführer von BESCAPE, einem Anbieter maßgeschneiderter Serious Escape Games für Unternehmen. Er entwickelt mit seinem Team innovative Lösungen für Wissenstransfer, Onboarding und Weiterbildung, die herkömmliche Schulungsformate ablösen. Zu seinen Kunden zählen namhafte Unternehmen wie Lufthansa, UEFA und die Deutsche Telekom. Mehr Informationen unter: https://bescape.de/

Pressekontakt:

Tim Heitmann
Business Escape Games
E-Mail: talk2@business-escape-games.de
Webseite: https://bescape.de/

Original-Content von: Business Escape Games, übermittelt durch news aktuell

Schreiben Sie einen Kommentar