Doktortitel mit Meisterbrief

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„Spitzenreiter“ bei der Berufswahl ist das Handwerk – und damit auch das Dachdeckerhandwerk – für viele Jugendliche und deren Eltern nicht gerade. Zu alt sind die Vorurteile und falschen Vorstellungen, gerade wenn es um die Chancen und Möglichkeiten nach der Ausbildung in diesem Bauhandwerk geht.
Nach dreijähriger Ausbildung winkt der Gesellenbrief. Und nur wer selbst einen Dachdeckerbetrieb gründen oder übernehmen will, braucht den „Großen Befähigungsnachweis“ – den Meisterbrief. So oder ähnlich stellen sich noch immer viele den beruflichen Werdegang eines Dachde-ckers vor.
In der Realität aber ist auch „nur“ mit dem Gesellenbrief in den Händen die Karriere im Dachdeckerhandwerk nicht am oberen Limit. Gesellen, die sich in der Praxis bewäh-ren, sind nicht nur gesuchte (und damit auch gut bezahlte) Mitarbeiter. Der Weg zum Vorarbeiter und danach sogar zum Baustellenleiter steht ihnen offen. Ebenso kann der erfahrene Geselle zu einem der wichtigsten Bindeglieder zwischen Bauherr, Planer und Dachdeckerbetrieb werden, wenn er für potenzielle Auftraggeber als Ansprechpartner für die Planung der Bau- oder Sanierungsmaßnahme zur Verfügung steht. Dabei bringt er seine praktische Erfah-rung mit ein und kann entsprechend beraten, welche der vorgesehenen Maßnahmen in welcher Art und Weise fach-regelgerecht umgesetzt werden können.
Auch wer sich zur Meisterausbildung entschließt, geht diesen weiteren Karriereweg nicht ausschließlich zur Grün-dung oder Übernahme eines Betriebes. Die Motivation für den Meisterbrief kann auch sein, als angestellter Betriebsleiter noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Oder der Weg nach oben geht weiter und nach einem weiteren Lehrgang lockt die Aussicht auf die Arbeit als „öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger“ für das Dach-deckerhandwerk. Der Rat und die Analyse dieser Sachverständigen sind nicht nur bei Bauprozessen gefragt. Oft werden diese Fachspezialisten auch in der Planungsphase oder für die Dokumentation laufender Projekte hinzugezogen.
Ebenso stehen dem Meister im Handwerk die Türen zu Universitäten und Fachhochschulen offen. Und wer diesen Weg einschlägt, kann das Studium in der Regel sogar mit kürzeren Studienzeiten als ein Abiturient absolvieren, wie die Erfahrung in vielen Studiengängen zeigt. Denn wenn der Meister zum Studenten wird, bringt er eine Menge Praxiswissen und praktische Lebenserfahrung sowie Organisationstalent mit. Das wissen auch spätere Arbeitgeber zu schätzen und zu honorieren.
Da verwundert es auch nicht, dass zunehmend auch Abiturienten sich für die Ausbildung im Handwerk interessieren, um damit eine solide Basis für die weitere Karriere zu haben.
Mehr Informationen zu den Chancen und der „nach oben offenen Karriereleiter“ im Dachdeckerhandwerk gibt es unter www.DachdeckerDeinBeruf.de, bei der regionalen Dachdecker-Innung und auf der Homepage www.dachdecker-bw.de