Neue Forschungsergebnisse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen, dass Erwerbsbiografien selten geradlinig verlaufen
Wer glaubt, früher seien Erwerbsbiografien stabiler gewesen, liegt falsch. Das zeigt eine neue Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Beschäftigungsdauern und Arbeitgeberwechsel für verschiedene Geburtsjahrgänge und Erwerbsphasen auswertet. Weniger als 40 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hatten in der mittleren Erwerbsphase – also zwischen 35 und 49 Jahren – durchgängig nur einen Arbeitgeber. Und das gilt für alle untersuchten Kohorten, von den Jahrgängen der 1950er bis zu den jüngsten der Studie.
Wechselnde Arbeitgeber zu haben, ist die Regel
Die IAB-Forscher:innen Dana Müller und Philipp vom Berge haben für die Studie administrative Arbeitsmarktdaten aus dem Zeitraum 1992 bis 2023 ausgewertet. In der mittleren Erwerbsphase haben Beschäftigte im Durchschnitt knapp drei verschiedene Arbeitgeber, ein Wert, der sich über die Jahrzehnte kaum verändert hat (genau: 2,67). Auch die Gesamtdauer in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung liegt in dieser Phase stabil bei rund 67 Prozent der Erwerbsphase, mit nur leichten Veränderungen zwischen den Kohorten.
In der frühen Erwerbsphase (25 bis 34 Jahre) wechseln Beschäftigte am häufigsten den Arbeitgeber. Die späte Erwerbsphase (50 bis 60 Jahre) ist am stabilsten mit den höchsten Beschäftigungsanteilen und den wenigsten Arbeitgeberwechseln. Und gerade in dieser letzten Phase zeigt sich ein klarer Trend: Der Beschäftigungsanteil ist über alle Kohorten hinweg um 13 Prozentpunkte gestiegen.
Erwerbsbiografie von Geschlecht und Wohnort abhängig?
Die Studie macht sichtbar, dass Erwerbsbiografien je nach Geschlecht und Region sehr unterschiedlich verlaufen. Westdeutsche Männer weisen über alle Erwerbsphasen hinweg die höchsten Beschäftigungsanteile auf. Ostdeutsche Männer haben im Vergleich die meisten Arbeitgeberwechsel, ein Befund, der sich auf die Umbrüche nach der Wiedervereinigung und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit zurückführen lässt.
Bei Frauen zeigt sich in der frühen Erwerbsphase ein besonderes Muster: Geringere Beschäftigungsanteile fallen mit der Familiengründungsphase zusammen. Gleichzeitig steigen die Beschäftigungsanteile von Frauen über die Kohorten leicht an, ein Effekt, den die Autor:innen unter anderem auf den Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur und die Elterngeldreform 2007 zurückführen.
Mit Weiterbildung durch berufliche Umbrüche
Die Studie belegt, Erwerbsbiografien waren schon immer durch Übergänge, Unterbrechungen und Wechsel geprägt. Arbeitgeberwechsel sind dabei nicht per se ein Zeichen von Instabilität, sie können auch Chancen bedeuten, etwa in Form von Lohnsteigerungen oder beruflicher Neuorientierung. Entscheidend ist, wie gut Menschen in diesen Übergangsphasen unterstützt werden.
Genau hier setzt das Institut für Berufliche Bildung (IBB) an. Als einer der größten privaten Weiterbildungsanbieter Deutschlands begleitet das IBB Menschen in beruflichen Umbruchsituationen, ob nach einem Arbeitgeberwechsel, nach der Elternzeit oder im Übergang in einen neuen Beruf. Mit Weiterbildungen, Umschulungen und Coachings bietet das IBB passgenaue Angebote für alle Phasen des Erwerbslebens. Viele davon sind über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder das Qualifizierungsgeld förderbar.
Weitere Informationen zum Weiterbildungsangebot des IBB sind unter www.ibb.com verfügbar.
Quellenangabe zur zitierten Studie
Müller, D. & vom Berge, P. (2026). Stabilität und Veränderungen in Erwerbsverläufen – Nur ein Arbeitgeber war schon immer die Ausnahme. IAB-Kurzbericht, Nr. 14/2026. DOI: 10.48720/IAB.KB.2614
