Gutes Binnenklima beschert volle Auftragsbücher

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Die konjunkturelle Entwicklung des Handwerks in der Region Stuttgart hat in den letzten Monaten noch einmal deutlich an Schwung gewonnen. Von den Krisenzeichen auf den internationalen Märkten und den pessimistischeren Konjunktureinschätzungen der Wirtschaftsforscher zeigt sich das Handwerk weitestgehend unbeeindruckt, wie eine Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart zeigt.
Der Konjunkturindikator kletterte im dritten Quartal auf einen neuen Rekordwert von 63 Punkten. Insbesondere die Einschätzungen zur Geschäftslage und den Geschäftserwartungen sind brillant. Zwei Drittel der Betriebe berichtet von einer guten Geschäftslage, drei Viertel gehen auch in den nächsten Monaten von guten Geschäften aus. Die Betriebsauslastung spiegelt das wider. Nur 16 Prozent der befragten Betriebe verfügen über nennenswerte Kapazitäten. Und das, obwohl die Aufträge und Umsätze im Vergleich zum Vorjahr leicht rückgängig waren. Doch die Erwartungen für das kommende Quartal sind gut. 34 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Auftragszahlen, 43 Prozent mit Umsatzzuwächsen. Entsprechend hoch ist auch die Investitionsbereitschaft in Maschinen und Ausrüstungsgüter. Über die Hälfte der befragten Handwerker planen in den nächsten Monaten Anschaffungen.
Die Beschäftigungssituation im regionalen Handwerk ist stabil. Im dritten Quartal haben 13 Prozent der Handwerksbetriebe neue Mitarbeiter eingestellt, während knapp 8 Prozent der befragten Unternehmen ihren Personalstock verkleinert haben. Der Personalbedarf scheint jedoch vorerst gedeckt. In den kommenden Monaten dürfte per Saldo kein Beschäftigungszuwachs erfolgen.
Claus Munkwitz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer kommentiert: “Es ist erfreulich, dass das Handwerk im Jahr 2014 so erfolgreich ist. Allerdings sehe ich durchaus Unsicherheitsfaktoren besonders im Bereich der gewerblichen Zulieferer.” Sie wären von einem Nachfrageeinbruch der exportorientierten Industrie in der Region infolge internationaler Krisen und vor allem der europäischen Wachstumsschwäche direkt betroffen. Das Handwerk wird sich in den kommenden Monaten vor allem auf das gute Binnenklima stützen. Die optimistischen Aussichten in den Bau-, Ausbau- und Dienstleistungsgewerken seien dafür ein deutliches Zeichen.