Handwerkskammer: Mut zu besserer Bildung

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„Wir freuen uns darüber, dass der Landtag mehrheitlich Mut zu einer besseren Bildung bewiesen hat und den Weg zur Einführung der neuen Gemeinschaftsschule frei gemacht hat“, kommentierte der Präsident der Handwerkskammer Mannheim, Walter Tschischka, die kürzlich beschlossene Änderung des Schulgesetzes.
Die Handwerkskammer Mannheim erwartet von der Gemeinschaftsschule auf der Basis des längeren gemeinsamen Lernens und einer neuen Pädagogik mehr Chancengerechtigkeit, vor allem aber eine insgesamt höhere Bildungsleistung und damit mehr ausbildungsfähige junge Menschen.
Das Gesetz lasse noch immer viele Fragen offen, zum Beispiel nach landeseinheitlichen Regelungen zur Binnendifferenzierung, der Schulorganisation und zur Leistungsbemessung. Die Landesregierung wäre gut beraten, so Tschischka, vor allem die Lehrkräfte auf ihre neue Rolle als Lernbegleiter vorzubereiten. Die 40 Starterschulen hätten sich mit einem fertigen pädagogischen Konzept beworben. Nun gelte es, aus den verschiedenen Konzepten die besten Inhalte zu kombinieren, um nachfolgenden Schulen einen Leitfaden an die Hand zu geben: „Er muss die neue Schulart so beschreiben, dass alle Beteiligten sie verstehen,“ so Tschischka wörtlich.
Aus Sicht des Handwerks muss im Rahmen einer vertieften Berufsorientierung die Begleitung in den Beruf noch systematischer erfolgen und der Austausch zwischen Handwerk und Schulen intensiviert werden. Tschischka forderte, Berufsorientierung und Netzwerkarbeit sollten zwingend in die Lehrerausbildung und in die Weiterbildung integriert sowie Praxiserfahrungen von angehenden Lehrkräften in der Arbeitswelt verpflichtend werden. Tschischka: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und einen Schlussstrich unter ideologische Diskussionen zu ziehen.“ Stattdessen müsse daran gearbeitet werden, dass die neue Schule die in sie gesetzten Erwartungen in Zukunft auch erfüllen kann.
Das Handwerk schreibe sich zu Recht auf die Fahnen, zu den Pionieren unter den Befürwortern eines längeren gemeinsamen Lernens zu gehören, sagte Tschischka. Seit mehr als einem Jahrzehnt setze sich die Handwerksorganisation dafür ein, nicht nur Reparaturmaßnahmen mit begrenztem Haltbarkeitsdatum am bestehenden Schulsystem vorzunehmen, sondern gewachsene Strukturen grundlegend zu überdenken und die Schulen in Baden-Württemberg weiterzuentwickeln.