Handwerksmeister wird es immer geben

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In der Joseph-von-Fraunhofer-Halle in Straubing nahmen 1.100 junge Handwerksmeister ihre Meisterbriefe entgegen. In einer Gesprächsrunde auf der Bühne gratulierten Staatssekretär Bernd Sibler, Bundestagsabgeordneter Ernst Hinsken, Landrat Alfred Reisinger sowie die Kammerpräsidenten Franz Prebeck und Hans Stark den jungen Meistern zu ihren bestandenen Prüfungen und betonten den hohen Stellenwert des Meisterbriefs für die deutsche Volkswirtschaft. Der Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Hans Stark, sagte, dass das Handwerk über alle zurückliegenden Epochen hinweg eine stolze Tradition entwickelt habe. Auch in 1.000 Jahren werde es noch das Handwerk und seine Meister geben. Bei Managern von Ölkonzernen und Hedgefonds sei er sich da nicht so sicher. Kammerpräsident Franz Prebeck unterstrich, dass die jungen Meister dringend gebraucht würden. Nur mit ihnen könne das Handwerk zukunftsfähig bleiben. ?Meisterliche Fachkräfte sind das Beste, das wir haben?, so Prebeck.
21 Meisterbeste ausgezeichnet
Im Rittersaal des Straubinger Herzogsschlosses zeichneten die Kammerpräsidenten drei Meisterinnen und 18 Meister mit einer Urkunde aus. Sie gingen als Kursbeste aus den Prüfungen in ihren Handwerksberufen vor. Anlässlich der Ehrung begrüßte Prebeck, dass mit dem deutschen und dem europäischen Qualifikationsrahmen Übersetzungsinstrumente geschaffen worden seien, die die Qualifikationsrahmen und Bildungssysteme aus den unterschiedlichen Ländern verständlicher machen. Damit sei nun die Meisterqualifikation auf der gleichen Stufe wie der Bachelor angesiedelt. ?Hier hat die Politik wichtige Erkenntnisse gewonnen nicht zuletzt dank des intensiven und jahrzehntelangen Ringens der Handwerkskammer, Allgemeinbildung und berufliche Bildung als gleichwertig anzuerkennen?, betonte er. Dies sei ein großer Erfolg für die Wirtschaft gleichzeitig auch eine Herausforderung an die jungen Meister. ?Sie sind nun gefordert durch Auftreten und Qualitätsarbeit zu überzeugen, um so diesem hohen Qualifikationsprofil gerecht zu werden?, sagte der Präsident. Er zitierte den Slogan aus der Imagekampagne des Handwerks: ?Ohne uns wäre ganz Deutschland ein riesiger Schreibtisch voll mit tollen Plänen.? Dieser Slogan unterstreiche eindrucksvoll die herausragende Rolle des meisterlichen Handwerks in der täglichen Umsetzung von Plänen und Ideen.
Ohne Handwerker wäre die Welt ein Fiasko
Bei ihrer Meisterfeier in der Joseph-von-Fraunhofer-Halle sahen die Meister auch den Film einer Umfrage in der Fußgängerzone in Straubing rund um das Thema Handwerksmeister. Danach erwarten die Bürger von einem Handwerksmeister unter anderem, dass er freundlich, sauber, kreativ und zuverlässig sei und auf seine Kunden eingehe. Das Handwerk sei so sympathisch, weil Handwerker bodenständig seien und man sie auch häufig persönlich kenne. Und wie würde die Welt ohne Handwerksmeister aussehen? ?Dann wäre es dunkel und die Welt wäre ärmlich. Es gäbe keine Häuser, keine Straßen. Es wäre ein Fiasko.? Die Passanten wünschten den Handwerksmeistern viele Kunden, gute Umsätze und dass sie gut von ihrer Arbeit leben könnten.
Friseur und Kraftfahrzeugtechniker im Ranking ganz oben
Unter den Frauen kommt die überwiegende Anzahl der Meisterinnen aus dem Friseurhandwerk. Über 180 Damen haben sich in diesem Beruf zur Meisterin qualifiziert. Bei den Herren ist mit 234 Absolventen der Kraftfahrzeugtechniker der beliebteste Meisterberuf. Zu den zehn begehrtesten Meisterberufen zählen unter anderem Elektrotechniker, Installateur und Heizungsbauer, Metallbauer, Feinwerkmechaniker, Zimmerer, Maler und Lackierer sowie Schreiner, Maurer und Betonbauer. Insgesamt 207 Meisterinnen und Meister erhielten bei der Feier den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung in Form einer Urkunde.