Helgo Bretschneider: Feier- und Brückentage richtig nutzen – Wege aus dem Hamsterrad

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Bad Honnef. Ostern, Tag der Arbeit, Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam – jetzt ist sie wieder da, die Zeit der Feier- und Brückentage. Zeit für Kurzurlaube mit der Familie, Hobbies und Entspannung. Doch immer mehr Beschäftigte nutzen gerade diese Tage, um liegengebliebene Arbeit „in Ruhe“ von zu Hause aus zu erledigen oder nehmen Handy und iPad mit in die Ferne. Das Hamsterrad drehe sich weiter, beschreibt der Experte für einen positiven Umgang mit der Informationsflut Helgo Bretschneider. Mehr Stress statt echter Erholung ist die häufige Folge.

Rund 50 Prozent der Beschäftigten empfinden es als normal, wenn sich der Chef auch im Urlaub meldet oder Arbeitskollegen schnell eine Information benötigen. Deswegen nehmen immer mehr Menschen ihr Mobiltelefon, Ihren Laptop oder Unterlagen sogar mit an den Urlaubsort. „Erreichbarkeit scheint zu einem Wert an sich geworden zu sein“, meint der Buchautor und Keynote-Speaker Bretschneider. Wer nicht jederzeit „auf Empfang“ sei, gelte schnell als unzuverlässig. Das zumindest sei die weit verbreitete Sorge. Allein diese Erwartungshaltung führe zu einer massiven Informationsflut und sorge dafür, dass echte Erholung kaum noch möglich sei.

Dabei, so Bretschneider, wisse man aus der modernen Hirn- und Verhaltensforschung sowie aus der Psychologie, dass Erholung wirkliche Ruhephasen brauche. Wer also immer wieder seinen Urlaub unterbricht und gedanklich in die Arbeit einsteigt, kommt letztlich nicht richtig zur Ruhe. Die Gedanken kreisten um die Arbeit, Mails und Telefonate sorgten für Informationsflut und das permanent ungute Gefühl, „den doppelten Arbeitsberg nach der Rückkehr vorzufinden“. Das schlechte Gewissen sei hausgemacht und reise mit, erklärt der Spezialist, der im Rahmen von Trainings und Coachings zu einem anderen Umgang mit Zeit und Energieressourcen rät.

Und Bretschneider mahnt: „Wer sich einseitig auf die Arbeit fokussiert, geht ein hohes Risiko ein“. Letztlich bestehe das Leben aus einem Dreiklang aus Arbeit, Familie und Freizeitaktivitäten. Wer Familie und Hobbies vernachlässige, falle zwangsläufig in ein tiefes Loch, wenn die Arbeit plötzlich nicht mehr da sei. „Lebensstellungen gibt es nicht mehr. Das Rad der Positionen, Aufgaben und Verantwortungen dreht sich schneller“, sagt er. Gerade deswegen brauche man lange eine hohe und positive Lebensenergie. Jeder müsse sich fragen, was geschieht, wenn die Arbeit nicht mehr im Mittelpunkt steht – sei es aus beruflichen, gesundheitlichen oder privaten Gründen.

„Die Menschen sollten wieder lernen, dass die tägliche Erreichbarkeit und Informationsflut kein Schicksal ist, dem jeder unweigerlich ausgeliefert sein muss.“ Arbeitszeiten und Ruhephasen ließen sich gestalten. Das müssten sowohl Chefs als auch Mitarbeiter begreifen. Auch dieser Gedanke gehöre zur Betriebskultur und diene einem professionellen Gesundheitsmanagement.

Zeit für die Familie, für Urlaub ohne Gedanken an den Job und eine ausgewogene Work-Life-Balance müsse einfach sein. Aber, so Bretschneider abschließend, viel Stress sei auch persönlich initiiert. Wer immer nur drei oder vier Tage in Urlaub fahre, versetzt sich zusätzlich in Freizeitstress. „Erholung setzt erst nach einer guten Woche ein“, verdeutlicht er. Wer also vorher im Büro doppelt so viel arbeite, um vor dem Kurzurlaub alles erledigt zu haben, dann möglichst weit weg fahre, Stau ertrage und sich auch die Ferientage mit Terminen vollmache, dürfe sich nicht wundern, wenn er mehr gestresst nach Hause komme als vorher.

Zeiteffektivität, Zeiteffizienz und ein positiver Umgang mit den eigenen Ressourcen sei auch eine Frage der Vernunft. Eine Arbeitskultur der Selbst- und Fremdausbeutung helfe niemandem.

Wer mehr über den erfolgreichen Umgang mit der täglichen Daten- und Informationsflut oder Helgo Bretschneider erfahren möchte oder sich für einen seiner Vorträge oder Trainings interessiert, bekommt weitere Informationen unter www.datenflut.info.