Jeder zweite Student durch Studienbedingungen in der Corona-Krise psychisch belastet

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Fernstudium statt Präsenzlehre
Das Studium findet zurzeit in den eigenen vier Wänden anstelle des Vorlesungssaals statt. Die Pandemie stellt Studenten vor neue Herausforderungen. Zwar waren 67,7% der Teilnehmer des YZ Media Trendreports der Auffassung, dass die Universitäten das Notwendige unternehmen, um ein geregeltes Studium zu gewährleisten, zugleich nahmen aber mehr als zwei Drittel aller Studierenden negative Auswirkungen auf die Studienbedingungen wahr. In der Nutzung der digitalen Möglichkeiten durch die Professoren ergeben sich deutliche Unterschiede, ein Teilnehmer der Umfrage schilderte seine Erfahrungen wie folgt:
„Jeder Professor arbeitet anders. Manche drehen Videos und erklären alles. Einige haben damit erst sehr spät angefangen, sodass ich aktuell pro Woche mehr machen muss. Andere laden die Videos oder Vorlesungen unregelmäßig und nicht wöchentlich hoch. Ein Professor hat uns nur einen Foliensatz mit 207 Folien geschickt, den wir lernen sollen. Da gibt es Folien, die keiner versteht. Dieses Fach lernen wir komplett allein und schreiben dann eine Klausur darüber.“

Gefühlt mehr Aufgaben und ein längeres Studium
Der Arbeitsaufwand in den einzelnen Modulen richtet sich nach den zugewiesenen Credit Points, die durch das digitale Studium im Großteil der Fälle nicht betroffen sind. Dennoch haben 69,1% aller befragten Studenten das Gefühl, für ihr Studium ein höheres Pensum bewältigen zu müssen als zuvor im Präsenzstudium.
Die Studiensituation unter Corona könnte jedoch nicht nur Auswirkungen auf die benötige Zeit für die Bearbeitung der Aufgaben haben, sondern auch auf die Studiendauer. So befürchten 39,72% aller Studierenden, dass sich ihr Studium um ein oder mehrere Semester verlängern könnte. Eine besondere Auswirkung auf die Studienlänge haben laut der Studie Praxisanteile oder Module, die zurzeit nicht belegt werden können.

Motivation und Produktivität für das Studium sinkt
Ein Studium von zu Hause erfordert eine hohe Selbstdisziplin. Die Verführung, im Bett liegen zu bleiben oder sich Inhalte später anzuschauen, steigt. Knapp zwei Drittel aller Studenten fällt es schwerer, sich für das Studium zu Hause zu motivieren als es im Präsenzstudium der Fall war. Das digitale Studium hat auch Einfluss auf die Produktivität. Mehr als die Hälfte (52,3%) fühlt sich weniger produktiv als zu den Zeiten des Präsenzstudiums.

Psychische Belastung und Einsamkeit
Durch die Verlegung von Präsenzinhalten in die digitale Welt fehlt vielen Studenten der zwischenmenschliche Kontakt zu Kommilitonen/-innen – aber auch zu Lehrbeauftragten, um Nachfragen zu stellen. Bei 62,7% aller befragten Studierenden stellt dich durch das Home-Learning ein Gefühl der Einsamkeit ein. Jeder zweite Student (51,56%) beschreibt eine psychische Belastung durch die Studienbedingungen und die fehlende Trennung von Universität und Zuhause.

Der vollständige Report findet sich auf der Homepage von YZ Media.

Weitere Informationen unter:
https://yzmedia.de/