Keine Konzentration, was tun?

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Das ist tatsächlich mittlerweile sogar wissenschaftlich bewiesen. Forscher haben herausgefunden, dass wir bereits nach 40 Sekunden vor dem Bildschirm abschalten und an etwas anderes denken. 40 Sekunden! Die meisten von uns verbringen trotzdem ihren 8 Stunden Arbeitstag überwiegend vor dem Bildschirm. Ziemlich stressig für das Gehirn. Schnell kommst du in eine Dauerschleife aus Prokrastinieren und Schuldgefühlen.

Selbst Nachrichtenformate haben sich an unsere verkürtze Konzentrationsspanne angepasst. Statt langer und detaillierter Features haben viele Magazine und Plattformen ihre Formate verkürzt: Weniger Inhalt, kürzere Sätze und schnelle Aufnahmezeiten werden vom modernen Leser bevorzugt. Aber warum ist das eigentlich so?

Warum du dich nicht konzenterien kannst
Stell dir folgendes Szenario vor: Es ist 8 Uhr morgens, dein Arbeitstag beginnt. Du hast dir in der Küche deinen ersten Kaffee geholt, die To do Liste liegt erwartungsvoll neben dir auf dem Schreibtisch. Zeit, mit der Arbeit anzufangen. Doch kaum hast du dich an deine erste Aufgabe gesetzt, kommt dir ein Geistesblitz: Schnell mal nachschauen, was es in der Welt so Neues gibt. Zack, dein Gehirn ist schon wieder ganz woanders. Was gibt”s eigentlich nachher zum Mittagessen? Und hast du daran gedacht, alles fürs Meeting vorzubereiten? Vielleicht solltest du doch erst mal mit einer anderen Aufgabe anfangen?

Und ehe du es dich versiehst, ist es bereits 12 Uhr, du hast quasi gar nichts geschafft und schon gar nicht die wichtigen Punkte auf deiner To do Liste abgearbeitet.

Kommt dir das bekannt vor? Dann gehörst du ebenfalls zu den Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Gründe für deine mangelnde Konzentration kann es viele geben.

Grund #1: Du bist gestresst.
Stress wirkt sich negativ auf viele Lebensbereiche aus. Du hast weniger Appetit (oder wirst zum Stressesser), du bist leicht reizbar und hast ständig dieses Gefühl im Hinterkopf, etwas wichtiges vergessen zu haben. Längere Zeit äußerem oder inneren Stress ausgesetzt zu sein, wirkt sich ebenfalls negativ auf deine Konzentration aus. Wird der Stress durch Konflikte ausgelöst, haben diese ebenfalls einen negativen Einfluss auf deine Konzentrationsfähigkeit und spuken dir im Hinterkopf herum.

Grund #2: Du hast nicht genug geschlafen.
Schlaf ist wichtig für dein allgemeines Wohlempfinden. Übrigens stimmt es nicht, dass jeder von uns um die 8 Stunden Schlaf braucht. Wie viel Schlaf genug Schlaf ist, hängt von deinem persönlichen Biorythmus und deinen Gewohnheiten ab.

Trotzdem, zu wenig Schlaf oder unregelmäßige Schlafenszeiten können sich negativ auf deine Konzentration auswirken. Versuche stattdessen, immer zur selben Zeit schlafen zu gehen und aufzuwachen. Du wirst schon nach kürzester Zeit enorme Verbesserungen in deiner Konzentrationsfähigkeit feststellen.

Grund #3: Du hast schlechte Essgewohnheiten.
Unregelmäßige Mahlzeiten und eine unausgewogene Ernährung führen ebenfalls dazu, dass du dich nicht konzentrieren kannst und ständig abschweifst. Schlechte Essgewohnheiten haben viele Gesichter: Wartest du zu lange zwischen den Mahlzeiten und sitzt hungrig am Schreibtisch? Sinkt dein Blutzuckerspiegel über den Tag ins Bodenlose? Oder machen dich schwere Mahlzeiten träge und schläfrig? In jedem Fall haben unausgewogene Essgewohnheiten einen negativen Einfluss auf deine Konzentrationsfähigkeit. Besser: Iss regelmäßig und möglichst immer zur gleichen Zeit, damit dein Körper sich daran gewöhnen kann, wann er neue Kalorien erwarten kann. Solltest du zwischen den Mahlzeiten Heißhunger verspüren, sind Nüsse und Obst gute Powersnacks.

Grund #4: Du verbringst zu viel Zeit am Bildschirm.
Wissenschaftler sehen eine mögliche Erklärung für unsere schrumpfende Konzentration darin, dass wir viel zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Und damit ist nicht nur der Computer gemeint. Wer einen Schreibtischjob hat, verbringt einen Großteil seiner 8 Stunden Arbeit bereits vor einem Bildschirm. Aber für die meisten von uns, beginnt der Tag direkt nach dem Aufwachen mit einem Blick aufs Handy. Wecker ausstellen, kurz Whatsapp checken und ein paar Bilder bei Instagram liken. Zack, schon haben wir die ersten 15 Minuten eines neuen Tages am Handy verbracht. Die wenigsten lesen ihre Nachrichten in der Zeitung, sie werden auf dem Tablet oder Smartphone gelesen. Und ehe du es dich versiehst, hast du den kompletten Tag vor verschiedensten Bildschirmen verbracht.

Der eigentliche Grund für deinen Mangel an Konzentration liegt aber anders, als du vielleicht denkst. Dein Gehirn ist schlichtweg überfordert. In einer Minute scrollst du durch eine Vielzahl an Informationen, die es zu verarbeiten und zu speichern versucht. Da ist die eigene Aufnahmefähigkeit in kürzester Zeit aufgebraucht, die innere Festplatte überlastet und springt zu etwas Neuem.

Novelty Bias oder warum News süchtig machen
Vielleicht kennst du das selbst, du scrollst durch dein Facebook Feed und bleibst an einem Video hängen, dass dich eigentlich gar nicht interessiert. Trotzdem schaust du dir die ersten paar Sekunden an, bevor du feststellst, dass es wirklich verdammt langweilig ist. Dieses Phänomen nennt sich Novelty Bias. Unser Gehirn schüttet Dopamin aus, wenn es eine neue Information aufnimmt. Selbst wenn wir uns nicht für die Information interessieren, bekommt es einen Dopamin Hit und fühlt sich kurzfristig befriedigt. Dieses Phänomen machen sich zum Beispiel Anbieter wie 9GAG oder Facebook zu nutzen, die dich dazu anleiten wollen, endlos weiter zu scrollen und ständig den nächsten Dopamin Hit zu jagen.

Keine Konzentration – die Lösung
Den Arbeitsbildschirm kannst du natürlich nicht so einfach los werden. Aber die Chancen stehen hoch, dass er sowieso nicht deine Hauptablenkung ist. Der größte Störer deiner Konzentration ist das Smartphone. Während wir wie selbstveränständlich mitten in der Unterhaltung unsere Mails checken oder kurz auf Facebook schauen, sind wir nicht nur nicht für die andere Person präsent, wir sind außerdem abgelenkt. Unser Gehirn wird mit Reizen überflutet, obwohl wir uns eigentlich gerade auf etwas ganz anders konzentrieren sollten.

Gleichzeitig nimmt unser Gehirn ständig eine Informationsflut auf, die ihm keine Möglichkeit gibt, ohne Störungen lange und tief nachzudenken. Geschweige denn eigene Ideen zu entwickeln oder sich lange auf eine Aufgabe zu konzentrieren.

Du glaubst mir nicht? Dann fordere ich dich auf, für die nächsten 30 Tage ein Experiment zu machen und deine Screentime radikal zu reduzieren.

Detox fürs Gehirn
Vorteile:

Höhere Aufmerksamkeitsspanne
Mehr eigene Ideen
Mehr Zeit
Bessere soziale Beziehungen
Wenige unnötige Informationen
Für 30 Tage darfst du nur 30 Minuten pro Tag am Handy verbringen, mehr nicht. In diese Zeit muss alles fallen, dass du auch sonst am Handy machst: Anrufe, Nachrichten, Social Media. Du kannst in den Einstellungen deines Smartphones sehen, wie viel Zeit du vor dem Bildschirm verbringst. Allerdings tappst du schnell in die Falle des Dopamin Hits beim Scrollen, die Zeit vergeht wie im Fluge und ehe du es dich versiehst, hast du eine Stunde am Bildschirm verbracht. Deshalb rate ich dir, stattdessen eine App zu installieren, die dir hilft, deine Zeit am Bildschirm einzuhalten. Dein Gehirn braucht etwa 8 Tage, um sich zu entspannen.

Screentime
ZenScreen
BreakFree
DinnerTimePlus
Mach weniger und nimm dir die Zeit, deine Gedanken wandern zu lassen.
Unsere Tage sind normalerweise so vollgeplant, dass es wenig Zeit gibt, die eigentlich einfach so “passiert”. Erlaube dir selbst, dich einfach mal so richtig zu langweilen, keinen Plan zu haben und zu sehen, was passiert. Nicht ohne Grund kommen die besten Ideen normalerweise nicht, wenn man nach ihnen sucht, sondern unter der Dusche oder bei einem Spaziergang am Fluss. Sobald du deinem Gehirn erlaubst, ohne direkten Focus umher zu wandern, wird es dir leichter fallen, gute Ideen zu haben und dich langfristig besser zu konzentrieren.

Weitere Informationen unter:
http://www.chris-ley.de