Miete frisst bis zu 87 Prozent vom Bafög – Wegfall von Studentenjobs verschärft finanzielle Lage zusätzlich

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Eine aktuelle immowelt Analyse der Angebotsmieten von Studentenwohnungen im Verhältnis zum Bafög-Höchstsatz zeigt:

– In 37 von 68 untersuchten Städten reicht die Wohnpauschale nicht für die Kaltmiete aus
– 750 Euro Kaltmiete: In München zahlen Studenten 87 Prozent des kompletten Bafög-Zuschusses allein für die Wohnung
– Auch Studenten in Stuttgart (62 Prozent), Berlin und Frankfurt (je 58 Prozent) müssen Großteil vom Bafög für die Miete ausgeben
– Günstige Mieten im Osten: In Chemnitz (21 Prozent), Leipzig (29 Prozent) und Dresden (31 Prozent) bleibt viel Geld übrig

Die Corona-Pandemie und der Lockdown haben viele Studentenjobs hinfällig gemacht. Die finanzielle Belastung insbesondere durch die Miete bleibt aber hoch. Eine aktuelle Analyse von immowelt verdeutlicht das. Dafür wurden die Angebotsmieten von typischen Studentenwohnungen ins Verhältnis zum Bafög-Höchstsatz gesetzt. Die Wohnpauschale aus dem Bafög-Höchstsatz (325 Euro) reicht demnach in 37 von 68 untersuchten Hochschulstädten nicht für die Kaltmiete aus. In vielen Städten muss sogar ein großer Teil des kompletten Bafög-Satzes (861 Euro inklusive Wohnpauschale) aufgewendet werden. In München kostet eine Studentenwohnung mit 40 Quadratmetern im Median 750 Euro. Studenten müssten somit 87 Prozent des Bafög-Zuschusses für die Miete ausgeben. Die Nebenkosten kommen noch hinzu. Selbst mit Studentenjob bleibt dann nicht viel Geld zum Leben übrig. Die Schließung von Einzelhandel, Restaurants und Clubs – also Betriebe, die für gewöhnlich viele Studentenjobs bieten – dürfte die Situation für viele Studenten nochmals deutlich verschärft haben.

Hohe Belastung in Metropolen und kleinen Unistädten

Besonders in den beliebten Großstädten sind kleine Studentenwohnungen so teuer, dass sie nur mit Bafög und ohne Zusatzeinkommen schwer zu finanzieren sind. In Stuttgart (530 Euro) verschlingt die Kaltmiete 62 Prozent vom staatlichen Zuschuss. In Berlin und Frankfurt sind es jeweils 58 Prozent – in beiden Städten werden Medianmieten von jeweils 500 Euro verlangt. Auch Köln (55 Prozent) und Hamburg (52 Prozent) sind nur minimal günstiger. Zu den hohen Kosten kommt hinzu, dass kleine Wohnungen nicht nur bei Studenten, sondern auch Berufspendlern beliebt sind. Die Nachfrage ist dementsprechend hoch. Durch die Corona-Pandemie und die Möglichkeit von Homeoffice könnte sich die Situation in Zukunft aber etwas entspannen.

Neben den größten deutschen Städten sind es vor allem kleinere Studentenstädte, die hohe Mieten aufweisen. In Freiburg kostet eine Wohnung mit bis zu 40 Quadratmetern zum Beispiel im Median 450 Euro – und damit genauso viel wie in Hamburg. Der Anteil am Bafög ist mit 52 Prozent dementsprechend hoch. Auch in Konstanz (50 Prozent), Heidelberg (49 Prozent) oder Erlangen (46 Prozent) beträgt die Kaltmiete rund die Hälfte vom Bafög-Höchstsatz.

Osten: Niedrige Mieten und gute Universitäten locken Studenten

Doch nicht in allen Hochschulstädten haben Studenten eine derart hohe Belastung. Besonders im Osten der Republik sind die Mieten noch günstig: In Chemnitz kostet eine Studentenwohnung gerade einmal 180 Euro kalt, was einem Anteil von 21 Prozent am Bafög entspricht. Ein ähnliches Preisniveau finden Wohnungssuchende auch in Cottbus, Rostock oder Magdeburg vor, wo eine Wohnung im Mittel gut 200 Euro kostet, also rund ein Viertel vom Bafög-Höchstsatz. Selbst in den beliebten Großstädten Halle (230 Euro), Leipzig (250 Euro) und Dresden (270 Euro) ist Wohnen für Studenten nach wie vor erschwinglich. Neben den niedrigen Mieten locken vor allem angesehene Hochschulen und Universitäten immer mehr junge Menschen in die ostdeutschen Bundesländer. Gerade wer weit verbreitete Studiengänge wie BWL, Informatik oder Medizin studieren möchte, kann bei der Wahl des Wohnorts viel Geld sparen. Auch der Wegfall von Studentenjobs infolge des Lockdowns kann dort leichter finanziell kompensiert werden als beispielsweise im teuren München.

Ähnlich günstig wohnen Studenten nur in Teilen Nordrhein-Westfalens. Besonders in Gelsenkirchen (240 Euro; 28 Prozent), Wuppertal und Duisburg (je 250 Euro; 29 Prozent) sind die Kaltmieten vergleichsweise niedrig.

Ausführliche Tabellen zu den 68 untersuchten Städten stehen hier zum Download bereit. (https://content.cdn.immowelt.com/iw_group/Redaktion/Pressemitteilungen/2021/2021_02_24_Tabellen_Studistaedte.pdf?v=1614077534)

Berechnungsgrundlage

Datenbasis für die Berechnung der Mieten in 68 ausgewählten deutschen Universitätsstädten waren auf immowelt.de inserierte Angebote mit einer Wohnfläche von bis zu 40 Quadratmetern und 1 bis 2 Zimmern. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der in 2020 auf immowelt.de angebotenen Mietwohnungen wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung der auf immowelt.de inserierten Immobilien. Der Höchstsatz der Bafög-Förderung wurde, wie im Gesetz niedergeschrieben, mit 861 Euro veranschlagt. Die Wohnpauschale beträgt 325 Euro.

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