Neuerungen zur Vereinheitlichung der Anschlussbedingungen für Brandmeldeanlagen (BMA) standen im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe der Online-Fortbildungsreihe „DFV direkt“ des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Vortragender war Jürgen Weiß, Referent für Facharbeit beim Landesfeuerwehrverband Bayern. 190 Personen informierten sich bei der digitalen Veranstaltung über die fachlichen Aspekte des Themas, das in vielen Feuerwehren mit (Fehl-)Alarmen präsent ist.
Weiß gab zu Beginn einige Zahlen als Hintergrund: In Bayern sind derzeit rund 23.000 Brandmeldeanlagen aufgeschaltet. Sie ergeben sich häufig aus baurechtlichen Anforderungen, etwa bei Sonderbauten oder Versammlungsstätten. Sie müssen im Alarmfall auf eine alarmempfangende Stelle aufgeschaltet sein. Neben der direkten Aufschaltung auf eine Leitstelle ist auch eine Alarmverifizierung durch private Dienstleister möglich, die im Brandfall den Notruf 112 verständigen. Allein im Jahr 2024 wurden in Bayern etwa 19.200 Fehlalarme registriert. Auch bei Rauchmeldern war ein deutlicher Anstieg festzustellen: von 3.700 Alarmen im Jahr 2023 auf 4.800 im Jahr 2024.
Grundlage für den Betrieb und die Anbindung von Brandmeldeanlagen sind die Technischen Anschlussbedingungen für Brandmeldeanlagen (TAB BMA) sowie technische Regelwerke wie die DIN 14675. Wichtige Schnittstellen zur Feuerwehr sind unter anderem das Feuerwehr-Bedienfeld (FBF), das Feuerwehr-Anzeige-Tableau (FAT) sowie das Feuerwehr-Schlüsseldepot (FSD). Seit einigen Jahren kommt zudem die Feuerwehr-Einsprechstelle (FES) zum Einsatz.
„Ziel der Vereinheitlichung ist es, Feuerwehrangehörigen ein schnelles und sicheres Arbeiten an Brandmeldeanlagen zu ermöglichen. Dazu gehören eine einheitliche Ausbildung, klar strukturierte Informationen und eine möglichst schnelle Orientierung an der Einsatzstelle“, erläuterte der Referent. Betreiber und Errichter müssten den Anschluss einer Brandmeldeanlage bei der zuständigen Integrierten Leitstelle (ILS) beantragen. Änderungen an bestehenden Anlagen seien ebenfalls meldepflichtig. In Bayern gibt es derzeit 25 Integrierte Leitstellen.
„Für den Einsatzfall muss ein gewaltloser und verzögerungsfreier Zugang zum Gebäude gewährleistet sein“, so Weiß. Dies könne beispielsweise über einen Verantwortlichen vor Ort oder über ein Feuerwehr-Schlüsseldepot erfolgen. Bei Sprinkleranlagen könnten auch mehrere Schlüsselsätze erforderlich sein, etwa für die Erkundung und die Bedienung der Anlage. Ein wichtiger Bestandteil der Einsatzunterstützung sind Feuerwehrlaufkarten im Format DIN A3. Sie helfen den Einsatzkräften, ausgelöste Melder schnell zu finden. „Diese Laufkarten ersetzen jedoch weder Flucht- und Rettungswegpläne noch Feuerwehrpläne“, informierte der bayerische Experte.
Zur Reduzierung von Fehlalarmen empfiehlt der Landesfeuerwehrverband Bayern eine regelmäßige Wartung und Inspektion der Anlagen durch Fachfirmen. Alle Betriebsereignisse, Wartungen und Alarme werden in einem Betriebsbuch dokumentiert, das auch der Feuerwehr als Nachweis dienen kann.
Nicht jede bauliche Einrichtung ist automatisch erforderlich: So soll das Freischaltelement (FSE) künftig aus der Norm gestrichen werden, da es bislang teilweise pauschal gefordert wurde. „Ob ein FSE oder auch ein Feuerwehr-Schlüsseldepot notwendig ist, muss künftig im Einzelfall geprüft werden!“, berichtete Weiß.
Die monatliche Online-Fortbildung „DFV direkt“ informiert das ganze Jahr über zu interessanten Themen aus unterschiedlichsten Bereichen. Die nächsten Veranstaltungen befassen sich mit den folgenden Themen:
– Mittwoch, 8. April 2026: „Krebserkrankung durch Feuerwehrdienst? Hygiene im Brandeinsatz!“ (Dr. Andreas Häcker, Landesfeuerwehrarzt Baden-Württemberg)
– Mittwoch, 20. Mai 2026: Vorstellung und ergänzende Hintergrundinformationen zur Fachempfehlung „Ausschreibung und Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen“ (Günther Pinkenburg, Rechtsanwalt, und Jörg Fiebach, Leitender Branddirektor)
– Mittwoch, 10. Juni 2026: „Rückfall-Kommunikation – Eigene Anforderungen erkennen, Lösungen gestalten“ (Christoph Steger, Kreisbrandmeister Fachbereich Katastrophenschutz des Landkreises Schweinfurt)
Die Online-Fortbildungen des Deutschen Feuerwehrverbandes finden jeweils von 18 bis 19 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos; es wird ein Teilnahmezertifikat ausgestellt. Anmeldung: https://www.feuerwehrverband.de/veranstaltungen/dfv-direkt/.
(Harald Laier, DFV-Presseteam)
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