Ostsee-Zeitung: Merkel/Bilanz/Sommerpause

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Wenn es einen Oscar fürs Schön- und Klein-Reden
gäbe, Angela Merkel wäre mit ihrer gestrigen Zwischenbilanz für rund
neun Monate Schwarz-Gelb die erste Anwärterin auf einen solchen
Preis. Auffällig gelassen hat die Regierungschefin das Tohuwabohu in
der Bundesregierung zum kleinen Gekappel herunter geredet.

Den Streit über Sparpaket, Finanzmarktkontrolle, Kernenergie,
Gesundheitsreform, Wehrpflicht oder jüngst das Elterngeld betrachtet
sie gewissermaßen mit dem Urlaubs-Fernglas – das sie allerdings
verkehrt herum vor die Augen hält.

Bezeichnend für die schwarz-gelbe Politik des Kleinklein war
Merkels Bemerkung, dass sie nur Schritt für Schritt entscheide.
Nichts dagegen, dass ein Schritt nach dem anderen getan wird. Das
schützt auch in der Politik davor, auf die Nase zu fallen. Doch zu
welchem größeren Ziel diese Schritte hinführen sollen, das verriet
Angela Merkel gestern nicht.

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Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
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