Stress und Zeitmangel sind Mangel an Management und Organisation

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Frage: Die wirtschaftliche Situation bleibt angespannt, auch nach dem schwierigen Jahr 2020. Was ist aus Ihrer Sicht jetzt wichtig, um trotz weiterhin schwieriger Lage wirtschaftlichen Erfolg zu haben und die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen?

René Stareczek: Das hängt natürlich zunächst von der Auftragslage ab, und die ist stark abhängig von der Branche. Wenn Sie derzeit in der Bau- oder Immobilienbranche tätig sind, zum Beispiel im Bereich Renovierungen, könnte Ihr größtes Problem darin liegen, aus den unzählig vielen Aufträgen nur die Rosinen herauszupicken und die anderen möglichst elegant abzulehnen.

Für andere Branchen, die überhaupt arbeiten können, gilt es, genügend Werbungen, Kontakte und Verkäufe zu machen, um die Auftragsbücher zu füllen.

Für Branchen wie Messe, Veranstaltung und verschiedene Kulturbereiche lautet die Devise, sich nach alternativen Tätigkeiten umzuschauen, weil der Wille der Politik zur Rückkehr in die Normalität offensichtlich nicht gegeben ist.

Frage: Viele Unternehmer nehmen wahr, dass das allgemeine Wirtschaftsklima noch immer von Unsicherheiten, Unwägbarkeiten und Stress gekennzeichnet ist. Was sind aus Ihrer Sicht praktikable Lösungen hierfür?

René Stareczek: Nach innen muss man sich so gut organisiert und effizient aufstellen, dass man Erschütterungen von außen möglichst gut wegstecken kann.
Nach außen, also zum Markt und zu Kunden und Interessenten hin, gilt im Grunde genommen, was ich zur vorherigen Frage gesagt habe.

Frage: Denken Sie, dass Digitalisierung für alle Unternehmen geeignet ist?

René Stareczek: Im Prinzip ja, aber natürlich mit Augenmaß. Ich erlebe immer wieder Maßnahmen, bei denen vergessen wird, dass das nachher von Menschen umgesetzt werden muss. Und diese Menschen sind – im Gegensatz zu den Planern und Entscheidern solcher Digitalisierungsmaßnahmen – oftmals mit der ihnen vor die Nase gesetzten Technik überfordert, was dann lediglich mehr Durcheinander, aber nicht mehr Produktivität mit sich bringt.

Im Handwerk ist dies ein besonders großes Problem, beispielsweise bei der digitalisierten Zeiterfassung, wenn man nicht in ausreichendem Maße Schulungen für die Mitarbeiter mit einplant.

Wir danken für dieses Gespräch!

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