Weltfrauentag: nph unterstützt Mädchen in ihrer Entwicklung zu starken Frauen (FOTO)

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Seit mehr als einem Jahrhundert markiert der internationale Frauentag, der jedes Jahr am 8. März stattfindet, einen Tag des Feierns und des Eintretens für die Rechte und die Gleichberechtigungen von Frauen auf der ganzen Welt. Das diesjährige Thema lautet “Frauen in Führungspositionen: für eine gleichberechtigte Zukunft in einer COVID-19-Welt”.

Global gesehen gibt es definitiv viele Errungenschaften zu feiern. Im letzten Jahr hat UNICEF einen Bericht mit dem Titel “Eine neue Ära für Mädchen” veröffentlicht, in dem die Fortschritte für Mädchen in wichtigen Lebensbereichen in den letzten 25 Jahren aufgezeigt werden. Es gibt also guten Grund, die Fortschritte zu feiern, obgleich die Verbesserungen ungleichmäßig waren und weit davon entfernt, gerecht zu sein.

Wenn es beispielsweise um das Thema Bildung geht, so gehen heute weniger Mädchen nicht zur Schule. Denn nach wie vor profitieren die Mädchen aus den ärmsten Haushalten nicht von der Ausweitung des Bildungsangebots. In den lateinamerikanischen Ländern, in denen die nph Kinderhilfe Lateinamerika tätig ist, ist die Situation für Jungen und Mädchen im Grundschulbereich ähnlich. So liegt die Schulabbrecherquote der Mädchen in der unteren Sekundarstufe in Guatemala und Honduras bei mehr als 35 %, und in der Sekundarstufe sogar noch höher. In Guatemala steigt die Zahl auf 61 % für Mädchen, die entweder nicht in der Sekundarstufe eingeschrieben sind oder diese erst gar nicht abschließen.

In Haiti und Nicaragua, zwei der ärmsten Länder Lateinamerikas, liegen der UN nicht einmal statistische Zahlen aus den vergangenen Jahren vor. Aber es ist offensichtlich, dass vor allem Mädchen zu den Verlierern gehören.

Kleine Mädchen mit Träumen werden zu Frauen mit Visionen

Einschließlich der Stipendien für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten und gefährdeten Stadtvierteln ermöglicht nph mehr als 5.000 Kindern in neun Ländern Lateinamerikas eine Schulausbildung – vom Vorschulalter bis zur Universität oder Berufsschule. Alle Mädchen und jungen Frauen erhalten die gleichen Chancen wie die Jungen, ihre Ausbildung zu beenden, zu studieren oder einen Beruf zu erlernen. Die Hälfte der Jugendlichen, die ihre Berufsausbildung mit einem Abschluss beenden, sind Mädchen. Sogar mehr als die Hälfte der Abiturient*innen sind weiblich.

In den vergangenen elf Jahren haben mehr als 500 Jugendliche an internationalen Jugendkonferenzen zum Thema Persönlichkeitsbildung und Leitung von spezifischen Aufgaben teilgenommen. Mehr als die Hälfte davon waren junge Frauen. 24 der 47 Absolventen des NPHI Instituts in Seattle sind weiblich. Das NPHI Seattle Institut ist ein Ausbildungs- und Studienprogramm, das die zukünftige Generation von Führungskräften für die nph-Kinderdörfer ausbildet. Neben intensivem Englischunterricht erhalten sie ein gründliches Führungstraining und konzentrieren sich während ihres 10-monatigen Aufenthalts in den USA auf ihre berufliche Entwicklung.

Dora Serrano, Teilnehmerin im Jahr 2013, schloss ihr Studium mit einem Abschluss in Psychologie ab. Nachdem sie einige Jahre bei NPH Honduras gearbeitet hat, ist sie seit Januar 2020 Nationaldirektorin von NPH El Salvador.

Angesichts solcher Erfolge dürfen wir auf jeden Fall feiern, was Mädchen und Frauen in der Vergangenheit erreicht haben. Jeder Tag, an dem wir uns für Gleichberichtigung engagieren ist ein erfolgreicher Tag. Alle Mädchen verdienen die volle Unterstützung, um in die Lage versetzt zu werden, erfolgreich ins Erwachsenenalter zu wechseln, ihre eigenen fundierten Entscheidungen zu treffen und mit den sozialen und persönlichen Vermögenswerten ein erfülltes Leben zu führen. Kleine Mädchen mit Träumen werden zu Frauen mit Visionen.

Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen ist immer noch zu hoch

Mädchen – insbesondere heranwachsende und marginalisierte Mädchen – sind weit davon entfernt, frei von jeglicher Diskriminierung zu sein, und in den Genuss ihrer vollen Rechte zu kommen. Immer noch zu viele Mädchen erleben Gewalt. Egal, wo ein Mädchen lebt, lauert die Gefahr, Gewalt zu erleben: im Klassenzimmer, zu Hause oder auch in der Gemeinde. Die Gesellschaften in den Ländern, in denen nph arbeitet, sind durch ein hohes Maß an Gewalt gegen Mädchen und Frauen gekennzeichnet, bis hin zur organisierten Kriminalität.

Allein in Guatemala wurden nach Angaben des Nationalen Instituts für Forensik 4.557 Mädchen Opfer von sexueller Gewalt. Die Dunkelziffer liegt weit höher.

Die Zahlen der Femizide sind erschreckend und die meisten Fälle bleiben ungestraft. Femizid, die Tötung von Frauen, ist laut UN die extreme und ultimative Manifestation bestehender Formen von Gewalt gegen Frauen in patriarchalen Gesellschaften. Verbrechen dieser Art verstärken die Vorstellung, dass Frauen sexuelle Objekte und “Eigentum” des Mannes sind.

“Junge Frauen, Frauen in ländlichen Gebieten, indigene Frauen und ältere Frauen, müssen die Positionen einnehmen, die uns historisch verwehrt wurden. Wir müssen diese Vision haben, und verstehen, dass die Macht der Veränderung in uns selbst liegt. (…) wir fordern unsere Rechte ein und verbessern so den Zugang zu Möglichkeiten für alle Frauen. Die Tatsache, dass wir Frauen sind, macht uns nicht weniger wertvoll; wir haben viele Ideen und können eine Menge zur Gesellschaft beitragen”, so Marissa Gabriela Solano, 33 Jahre alt, eine honduranische Menschenrechts Aktivistin und selbsternannte Feministin.

Die Unterstützung der nph-Projektpartner sowie die zahlreichen Spender*innen, ermöglichen es, Programme in den nph-Projektländern in Lateinamerika zu entwickeln und zu etablieren, um den Kreislauf der Armut und Ausgrenzung, durch Bildung und Aufklärung von Mädchen und Frauen zu durchbrechen.

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Agathe E. Freudl
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