Zahl der Auszubildenden mit Abitur steigt

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Zum Ende des Schuljahres 2020/2021 rechnet das Schulministerium Nordrhein-Westfalen mit über 400.000 Schulabgängern. Davon sind über 70.000 Abiturienten. Die Bewerbungen der zukünftigen Schulabgänger sind bereits jetzt in vollem Gange.

Führte der Weg von Abiturienten bis vor Kurzem noch beinah zwangsläufig in ein Studium an einer Hochschule, zeichnet sich derzeit eine Trendwende ab. Inzwischen entscheidet sich fast jeder fünfte Abiturient nach dem Schulabschluss für eine Ausbildung im Handwerk – Tendenz steigend.

“Handwerk hat goldenen Boden”, wusste schon immer der Volksmund. Trotzdem hatte der Berufsstand lange ein Imageproblem. Derzeit erfreut er sich wieder wachsender Beliebtheit. Grund hierfür ist vor allem die als sinnvoll empfundene Tätigkeit mit den Händen. “Nach dreizehn Schuljahren haben viele Abiturienten genug von trockener Theorie und wollen lieber mit den Händen arbeiten – also anpacken, was Konkretes machen. Im Handwerk sind sie dann goldrichtig”, so Bernd Haaß, Inhaber und Geschäftsführer des von seinem Vater Georg Haaß gegründeten Familienunternehmens, das er zusammen mit seiner Schwester Kathrin de Blois leitet.
Zudem locken ein hoher Tariflohn und ein sicherer Arbeitsplatz – gerade in Krisenzeiten ein wesentlicher Pluspunkt.

“Das Handwerk gehört zu den wenigen Branchen, die nicht so sehr unter der Covid-19 Pandemie leiden müssen”, betont Bernd Haaß. Die Auftragsbücher des Mönchengladbacher Unternehmens sind voll. Kein Wunder: Aktuell wird in Deutschland mehr Geld für Reparaturen, Sanierungen sowie Neuanschaffungen in Wohnungen und Häusern ausgegeben als für Reisen und Urlaub.

Zudem ist seit Ausbruch der Coronapandemie eine Rückbesinnung auf existentielle Dinge zu beobachten. Und was könnte neben der Gesundheit existentieller sein als die Versorgung mit Wasser und Wärme? Wer schon einmal einen Wasserrohrbuch zu beklagen hatte oder wem bei Minustemperaturen die Heizung ausgefallen ist, weiß, dass nicht nur Krankenpfleger systemrelevant sind.

Den Abiturienten-Trend kann Heizungsbauermeister Bernd Haaß aus eigener Erfahrung bestätigen: “Früher war es immer schwierig, qualifizierte junge Leute für eine Ausbildungsstelle als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu bekommen. Doch im letzten Jahr meldeten sich zahlreiche Bewerber, sechs von ihnen haben wir genommen – davon drei mit Abitur”. Die aktuelle Bewerbungsphase läuft schon und die ersten Bewerber haben ein Praktikum absolviert.

Ob intelligente Duschsysteme, Badplanung mit 3D-Brille oder Smart Home-Technologien – im Handwerk erwarten den Azubi anspruchsvolle, vielfältige Aufgaben, die ihn auf eine abwechslungsreiche Tätigkeit als Kundendienst-Techniker oder Anlagenmechaniker vorbereiten. Vorteile einer solchen Ausbildung: Ein zukunftssicherer Arbeitsplatz, eine tarifgebundene Bezahlung, die in vielen Berufen nicht garantiert ist, die Möglichkeit sich selbstständig zu machen und der Umgang mit digitaler Technik. Hier gehört das Tablet ebenso selbstverständlich zur Standardausrüstung der Monteure wie die Rohrzange.

Derzeit sind bei Haaß Haustechnik 53 Mitarbeiter beschäftigt, davon 15 Auszubildende.

Weitere Informationen unter:
www.haass-haustechnik.de