Zuversicht gestiegen

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Die Wirtschaft im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken zeigt sich trotz globaler Krisen robust. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen bei einem leichten Rückgang nach wie vor überdurchschnittlich gut. Industrie, Großhandel und Dienstleister beurteilen ihre Lage auf hohem Niveau etwas ungünstiger als im Vorquartal. Im Baugewerbe bleiben die Urteile zur Geschäftslage stabil, während im Einzelhandel eine Stimmungseintrübung festzustellen ist. Hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung ist die Zuversicht mit Ausnahme des Einzelhandels wieder gestiegen.
Die aktuelle Geschäftslage wird von den regionalen Unternehmen weiterhin überdurchschnittlich positiv beurteilt. 47 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der Betriebe bezeichnen die aktuelle Lage als gut, während 8 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind.
In Bezug auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten ist die Zuversicht bei den Unternehmen erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen. Während 31 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) der Betriebe mit einem günstigen Geschäftsverlauf rechnen, blickt ein Zehntel (Vorquartal 8 Prozent) der Unternehmen mit Skepsis in die Zukunft. Vor dem Hintergrund der guten Ausgangslage planen die Industriebetriebe wieder mit höheren Investitionen.
“Die regionale Wirtschaft erweist sich erneut als in guter Verfassung”, kommentiert Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken, die aktuellen Konjunkturdaten. “Wachstumsimpulse gehen dabei von einem exportfreundlichen Eurokurs, einem sinkenden Ölpreis und einer starken US-Wirtschaft aus. Diese günstigen Rahmenbedingungen dürften auch 2015 anhalten und stimmen für das laufende Jahr zuversichtlich. Es bleibt dabei zu hoffen, dass es seitens der Politik keine zusätzlichen wachstumshemmenden Belastungen für die Wirtschaft geben wird.”
Industrie weiterhin auf hohem Niveau
In der Industrie fallen die Lageurteile auf hohem Niveau etwas ungünstiger als im Vorquartal aus. Die Hälfte der Unternehmen (Vorquartal 51 Prozent) bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, während 9 Prozent (Vorquartal 5 Prozent) der Betriebe mit der aktuellen Geschäftslage nicht zufrieden sind. Deutlich über dem Durchschnitt aller Industrieunternehmen liegen dabei die Einschätzungen der Investitionsgüterproduzenten.
Gegenüber dem Vorquartal ist die Zahl der Auslandsorders gestiegen. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen liegt nun wieder im Plusbereich. Ein Viertel der Industriebetriebe (Vorquartal 21 Prozent) konnte einen Zuwachs der ausländischen Auftragseingänge realisieren, 18 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) mussten einen Rückgang hinnehmen. Die Inlandsorders haben sich stabil entwickelt. Wie im Vorquartal berichtet jedes vierte Unternehmen von steigenden inländischen Auftragseingängen, während ein Fünftel der Betriebe Einbußen hinnehmen musste. Die Beurteilung der Kapazitätsauslastung fällt mit 85 Prozent genauso gut wie im Vorquartal aus.
Die Beurteilung des weiteren Umsatz- und Geschäftsverlaufs fällt positiver als im Vorquartal aus. 44 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Umsätzen, nur 11 Prozent befürchten Umsatzeinbußen. 34 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Unternehmen erwarten einen eher günstigen Geschäftsverlauf, während wie im Vorquartal nur 9 Prozent von einer schlechteren Entwicklung ausgehen.
Die Exporterwartungen sind im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. 37 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) gehen von höheren Exporten in 2015 aus. Lediglich 7 Prozent erwarten einen Rückgang. 32 Prozent der Betriebe planen mit höheren Inlandsinvestitionen, während 15 Prozent einen Rückgang vorsehen.
Baugewerbe stabil
Das Stimmungsbild im regionalen Baugewerbe hat sich gegenüber dem Vorquartal kaum geändert. Während 45 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) der Betriebe die aktuelle Lage als gut bezeichnen, ist nach wie vor kein Bauunternehmen mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden.
Die Auftragseingänge sind erneut zurückgegangen. Während 24 Prozent der Betriebe von einem Anstieg berichten, klagen 48 Prozent der Bauunternehmen über einen Rückgang. Im gewerblichen Hochbau halten sich mit jeweils 12 Prozent die positiven und die negativen Stimmen die Waage. Im Straßen- und Tiefbau, im öffentlichen Hochbau und im Wohnungsbau mussten die Betriebe dagegen per saldo Auftragsrückgänge hinnehmen.
Für die nächsten zwölf Monate erwartet die regionale Bauwirtschaft per saldo eine Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung. 31 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Betriebe erwarten einen günstigeren Geschäftsverlauf. 14 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) rechnen mit einer schlechteren Geschäftsentwicklung.
Großhandel weiterhin auf hohem Niveau
Im Großhandel hat sich die aktuelle Lageeinschätzung auf hohem Niveau leicht verschlechtert. Während 48 Prozent (Vorquartal 45 Prozent) der Großhändler von einem guten Geschäftsverlauf sprechen, äußern sich 9 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) der Betriebe unzufrieden über die Geschäftslage. Bezüglich des Bestellverhaltens äußert sich der Großhandel pessimistischer. 15 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) melden steigende Bestellungen, während 22 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) einen Rückgang beklagen.
Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in den nächsten zwölf Monaten sind die Unternehmen optimistischer als im Vorquartal. 29 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der Großhändler rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung. Lediglich 7 Prozent (Vorquartal 5 Prozent) der Betriebe schätzen den weiteren Geschäftsverlauf pessimistisch ein.
Einzelhandel bricht ein
Gegenüber dem 3. Quartal 2014 hat sich die Stimmung im regionalen Einzelhandel deutlich eingetrübt. Nur noch 17 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) der Einzelhändler sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 13 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) der Unternehmen die aktuelle Lage als schlecht bezeichnen. Die Einschätzung des Kaufverhaltens durch die Einzelhändler hat sich gegenüber dem Vorquartal verschlechtert. 64 Prozent (Vorquartal 74 Prozent) der Betriebe stufen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig oder saisonüblich ein. 37 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) der Einzelhändler sprechen dagegen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten.
Auch den weiteren Geschäftsverlauf schätzen die Einzelhändler deutlich zurückhaltender als im Vorquartal ein. Die positiven (Vorquartal 33 Prozent) und die negativen Stimmen (Vorquartal 13 Prozent) halten sich mit jeweils einem Viertel die Waage. Risiken sehen die Einzelhändler vor allem in der weiteren Entwicklung der Binnennachfrage, den Arbeitskosten sowie den Energie- und Rohstoffpreisen.
Dienstleistungsgewerbe auf hohem Niveau
Die Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die regionalen Dienstleister fällt per saldo fast genauso günstig wie im Vorquartal aus. Während 50 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der Betriebe eine gute Geschäftslage melden, sind 9 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) der Unternehmen mit dem aktuellen Geschäftsverlauf nicht zufrieden. Deutlich über dem Durchschnitt aller Dienstleister liegen dabei weiterhin die Lageeinschätzungen der Informations- und Telekommunikationsdienstleister sowie der Betriebe der Arbeitnehmerüberlassung.
Während 38 Prozent der Unternehmen steigende Auftragsvolumina verbuchten, berichten 18 Prozent über einen Rückgang.
Die Beurteilung der zukünftigen Geschäftsentwicklung wird per saldo etwas optimistischer als im Vorquartal beurteilt. 31 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, 12 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) der Dienstleister blicken mit Skepsis in die Zukunft.
Arbeitsmarkt weiterhin robust
Die Beschäftigungsplanungen haben sich im Vergleich zum Vorquartal nicht verändert. Wie im Vorquartal wollen 21 Prozent der Betriebe Personal aufstocken und jeder zehnte Betrieb plant einen Personalabbau. Erneut ist der Dienstleistungssektor Spitzenreiter bei den geplanten Neueinstellungen. 38 Prozent der Betriebe wollen neues Personal einstellen.
An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben rund 340 Unternehmen aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.

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