Didacta Verband fordert bessere Rahmenbedingungen für ausgewogene Ernährung in Kitas und Schulen

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Immer mehr Kinder essen in Kitas und Schulen zu Mittag. Allein in den Kitas werden bundesweit mehr als 1,8 Millionen Kinder über Mittag verpflegt, und mit der stetig steigenden Zahl der Ganztagsschulen verbringen immer mehr Schüler ihre Mittagspausen in den Schulen. Damit steigen der Einfluss und die Verantwortung der Bildungseinrichtungen im Hinblick auf eine gesundheitsförderliche Ernährung ? eine Entwicklung, die große Chancen bietet, denn gerade in jungen Jahren können die Ernährungsgewohnheiten in positivem Sinne beeinflusst werden.
Im Weißbuch der Europäischen Union zu Ernährung, Übergewicht und Adipositas heißt es dazu: ?Die Kindheit ist ein wichtiger Lebensabschnitt, in dem eine Vorliebe für gesunde Verhaltensweisen beigebracht und die für die Aufrechterhaltung einer gesunden Lebensweise erforderlichen Alltagsfähigkeiten erlernt werden können. Die Schulen spielen dabei eine wichtige Rolle. (?) Untersuchungen haben ergeben, dass an 0-12 Jahre alte Kinder gerichtete örtlich angelegte Aktionen auf breiter Basis das Verhalten langfristig ändern können.?
Die positiven Effekte einer ausgewogenen Ernährung beschreibt beispielsweise das European Food Information Council. Demnach können sich ausgewogen ernährte Schüler während des Unterrichts besser konzentrieren, haben mehr Erfolg in der Schule und weniger Krankheitstage. Das gilt für Kita-Kinder gleichermaßen.
Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung belegt nun jedoch, dass die Verpflegung nur in jeder dritten Kita anerkannten Standards entspricht. Die Stiftung bemängelt, dass die Verpflegung bei der Finanzausstattung der Kitas selten berücksichtigt wird und dass es an hauswirtschaftlicher Fachkompetenz sowie an adäquater Küchenausstattung und Speiseräumen fehlt. Um ein gesundes Aufwachsen der Kinder in den Bildungseinrichtungen zu fördern, müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden.
?Damit deutsche Kitas und Schulen ihrer Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder gerecht werden können, muss die Bildungspolitik die Ernährungs- und Verbraucherbildung stärken?, fordert der Präsident des Didacta Verbandes, Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis. Die Qualität der Verpflegung in den Bildungseinrichtungen sollte den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entsprechen. Dazu bedarf es bundesweit verbindlicher Regelungen, die in einem Bundes-Kitagesetz und in den Schulgesetzen der Länder verankert werden müssen. ?In diesem Zusammenhang ist es von entscheidender Bedeutung, die Fach- und Lehrkräfte schon in der Ausbildung dazu zu befähigen, gemeinsam mit den Kindern gesunde Ernährungsweisen einzuüben?, erklärt Fthenakis. ?Schließlich muss uns die gesunde Entwicklung unserer Kinder soviel wert sein, dass die Defizite bei der Qualität sowie der Ausstattung von Küchen und Mensen so schnell wie möglich behoben werden. Eine Investitionswelle in diesem Bereich ist dringend erforderlich.?
Auf der didacta 2015 in Hannover (24. bis 28. Februar) werden der Didacta Verband der Bildungswirtschaft und Partner die Ernährungs- und Verbraucherbildung in den Blick nehmen. In einem Ausstellungsbereich zur Schulverpflegung und in Veranstaltungen mit Experten werden zentrale Aspekte des Themas der Fachöffentlichkeit präsentiert.
Weitere Informationen:
Studie der Bertelsmann Stiftung mehr
DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder mehr
Deutsches Netzwerk Schulverpflegung mehr

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Darüber hinaus bringt sich der Didacta Verband aktiv in die Debatten über die Weiterentwicklung der Bildungssysteme ein und informieren die Öffentlichkeit über wichtige Entwicklungen rund um die Bildung.
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