“Feldforschung”: Eine Hochschule revolutioniert die Landwirtschaft – Hochschule Ostwestfalen-Lippe startet innovativen Studiengang Precision Farming – (FOTO)

Filed under: Bilder,Hochschule |


Am Schlagwort “Digitalisierung” kommt heute niemand mehr vorbei.
Kein Lebens- und Arbeitsbereich kann sich dieser immer schneller
fortschreitenden Entwicklung der Datenerfassung und -verarbeitung
entziehen. Ganze Wirtschaftsbereiche stehen vor der Herausforderung,
sich darin neu zu erfinden. Damit einher geht auch eine stark
wachsende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften, die diesen
Transformationsprozess aktiv gestalten. Die Hochschule OWL hat diesen
Bedarf früh erkannt und bietet neben klassischen Studienangeboten
auch neu konzipierte Studiengänge an, die die Studierenden gezielt
für die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereiten und so zu
gefragten Expertinnen und Experten ausbilden. Insbesondere der
Studiengang “Precision Farming”, der ab dem Wintersemester 2018/19
erstmals angeboten wird, verdeutlicht diesen innovativen Ansatz.

Neben der Digitalisierung setzt die Hochschule OWL bei der
Ausrichtung ihres Studienangebots auch auf das für die Wirtschaft
bedeutende Thema Nachhaltigkeit sowie auf eine konsequente
Berücksichtigung der Bedürfnisse der regionalen und überregionalen
Wirtschaft. Das Centrum Industrial IT (CIIT) auf dem Campus oder die
SmartFactoryOWL, eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule und der
Fraunhofer Gesellschaft, sind Ausdruck eines neuen Schöpfergeistes im
Teutoburger Wald und die Antwort auf einen Mangel an
hochqualifizierten Fachkräften, vor allem im Mittelstand.

Der neue Studiengang “Precision Farming” trägt den übergeordneten
Themen Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Wertschöpfung mit
Hilfe einer konsequenten Digitalisierung Rechnung. Eine nachhaltige
Landwirtschaft mit mehr Ertrag aber weniger Ressourceneinsatz,
speziell hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz, sind eine
Kernforderung aus Gesellschaft und Politik. “Precision Farming”, also
eine “digitalisierte Landwirtschaft”, die intelligent alle
verfügbaren Informationen erfasst, verarbeitet und schließlich nutzt,
ist hierzu unabdingbar.

In den USA wird “Precision Farming” auf Basis geodatenbasierter
Daten bereits im großen Stil in der Agrarbranche genutzt. In
Deutschland allerdings liegen vielerorts fruchtbare Böden in einer
“digitalen Brache”. Denn eine Vielzahl von Daten zu Vegetation, Boden
und Klima wird zwar erhoben, aber oft noch nicht detailliert und
präzise ausgewertet. Es fehlt vielen Fachkräften noch ein fundiertes,
digitales Know-how. An dieser Stelle setzt “Precision Farming” an und
qualifiziert landwirtschaftlich interessierte Studierende dazu, das
Feld unter Nutzung aller relevanten Daten noch ökonomischer und
nachhaltiger zu bewirtschaften.

“Mit ”Precision Farming” haben wir deutschlandweit ein
Alleinstellungsmerkmal. Wir suchen motivierte Menschen mit Liebe zur
Landluft und Interesse an Technik und Digitalem, die mit uns einen
neuen Pfad in der Landwirtschaft beschreiten wollen”, betont
Studiengangsinitiator Professor Burkhard Wrenger.

Die Rolle der Landwirte wird sich aufgrund des vermehrten
Einsatzes autonomer bzw. hoch automatisierter Maschinen zu noch mehr
analysierender und planender Arbeit wandeln, mit Schwerpunkten in
Management und Optimierung der Betriebs- und Ablaufplanung.
Voraussagen zum optimalen Erntezeitpunkt, die punktuelle
Düngemittelsteuerung sowie der bedarfsgerechte Pflanzenschutz sind
deshalb nur einige Innovationen der landwirtschaftlichen Praxis, die
im Studiengang “Precision Farming” am Standort Höxter vermittelt
werden. Gleiches gilt für alle Logistikprozesse und
Verbesserungspotenziale in Bezug auf Arbeitskraftplanung und
Ressourceneffizienz mit Unterstützung von Big Data und
Cloud-Lösungen. So können zum Beispiel die Arbeit mit digitalen
Karten der einzelnen Ackerschläge, die eine exakte Planung der
Bewirtschaftungsmaßnahmen erlauben, sowie der Einsatz von Kameras und
Sensoren, die Unkraut und Stresszustände (Nährstoffmangel,
Wassermangel, Krankheiten) der Ackerbaupflanzen erkennen, die
Entscheidungsprozesse im Anbau erleichtern.

Der Bachelor-Studiengang beinhaltet vier fachliche Schwerpunkte:
Agrarwissenschaften, Informatik und Digitalisierung, Mechatronik und
Automatisierung sowie Umweltinformationssysteme. Als Regelstudienzeit
sind sieben Semester angesetzt. Die Absolventinnen und Absolventen
werden zukünftig Aufgaben in landwirtschaftlichen Betrieben,
Dienstleistungsunternehmen und bei Herstellern von Agrarmaschinen
übernehmen. Sie planen und entwickeln landwirtschaftliche
Produktions- und Haltungsanlagen, werten Daten aus und unterstützen
und verantworten landwirtschaftliche Entscheidungsprozesse.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Hochschule OWL mit
einer Anschubfinanzierung über drei Millionen Euro für die beiden
neuen Studiengänge “Precision Farming” und “Freiraummanagement” am
Standort Höxter. Wer sich für ein innovatives Studium an der
Hochschule OWL interessiert, kann sich ab sofort in den
zulassungsfreien Studiengang “Precision Farming” einschreiben. Der
Bewerbungszeitraum endet am 15. Juli 2018.

Weitere Informationen unter: www.hs-owl.de/precisionfarming

Pressekontakt:
Julia Wunderlich
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Ostwestfalen-Lippe
University of Applied Sciences
Liebigstraße 87 – 32657 Lemgo
Telefon (05261) 702 2510
E-Mail: pressestelle@hs-owl.de

Original-Content von: Hochschule Ostwestfalen-Lippe, übermittelt durch news aktuell

Weitere Informationen unter:
https://