Frauen im Top-Management: Praxistipps von Professorinnen der EBS Universität (FOTO)

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Sind die Denkstrukturen der letzten
zweitausend Jahre, in denen das “typisch Weibliche” mehr oder weniger diffamiert
wurde, schuld an der Gender-Pay-Gap und der gläsernen Decke? Daran, dass Ende
Juni 2017 nur 47 der 677 Vorstandsmitglieder der börsennotierten DAX, MDAX, SDAX
und TecDAX Unternehmen weiblich waren? Daran, dass es erst seit wenigen Wochen
mit Jennifer Morgan die erste Frau an der Spitze eines DAX-Unternehmens gibt?

Selbstverständlich gab es viele Errungenschaften in der jüngeren Vergangenheit:
Der Mann der Gegenwart ist wesentlich mehr in den familiären Alltag eingebunden,
hilft bei der Kindererziehung und geht in Elternzeit. Seit 2005 regiert mit
Angela Merkel eine Frau die Bundesrepublik Deutschland. Doch gelöst scheint das
Problem in puncto Gleichberechtigung im Top Management und in Aufsichtsräten,
sofern diese keiner Quote unterliegen, nicht. Frauen stoßen auch heute entlang
ihres Karrierewegs unentwegt auf geschlechtsspezifische Herausforderungen.

Wie sich Frauen- und Männer-Netzwerke unterscheiden

Zu Frauennetzwerken, weiblichen Eliten und dem Mythos der “gläsernen Klippe”
forschen die EBS Professorinnen Karin Kreutzer, Myriam Bechtoldt und
Marjo-Riitta Diehl. “Wir hoffen, Frauen zu ermutigen, proaktiv und mit einem
höheren Maß an Selbstbewusstsein zu agieren – auch im Austausch mit Personen in
höheren Machtpositionen”, so die Professorinnen. Denn die Forschung zeigt:
Professionelle Netzwerke, die einen hohen Stellenwert für den Karriereerfolg
haben, sind bei Frauen oft weniger leistungsfähig und effektiv als bei Männern.
Es besteht eine strukturelle Ausgrenzung von Frauen aus Netzwerken als Resultat
des Konflikts zwischen Berufs- und Familienleben sowie von sozialer Homophilie.
Mit anderen Worten: Frauen bringen sich noch immer deutlich zeitintensiver in
die Hausarbeit ein und sehen sich nach wie vor mit geschlossenen
Männernetzwerken (sogenannten “Old Boys Clubs”) konfrontiert.

Frauen im Top-Management: Es tut sich wenig

Doch unter welchen Bedingungen wachsen die Chancen von Frauen, in Positionen des
Top Managements aufzusteigen? Britische Forscher stellten Anfang der
2000er-Jahre die Hypothese auf, dass Frauen eher in den Vorstand eines
Unternehmens berufen werden, wenn dieses Unternehmen mit sinkenden Gewinnen
kämpft. Für dieses Phänomen prägten sie den Begriff “glass cliff” (“Glasklippe”)
– in Abgrenzung zur bekannten “glass ceiling” (“gläserne Decke”), die
umschreibt, dass unsichtbare Hürden Frauen davon abhalten, überhaupt in
Top-Positionen aufzusteigen. Als prominente Beispiele gelten Marissa Mayer,
ehemalige CEO von Yahoo, die britische Premierministerin Theresa May und Andrea
Nahles, Parteivorsitzende der Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag. “Unsere
Untersuchungen zeigen, dass diese “gläserne Klippe” in Unternehmen ein Mythos
ist. Dennoch fällt gleichzeitig die geringe Anzahl von Frauen auf, die überhaupt
in den Vorstand börsennotierter Unternehmen aufsteigen. Die gläserne Decke ist
anscheinend nach wie vor intakt”, so Prof. Myriam Bechtoldt. Um diese gläserne
Decke durchbrechen zu können ist es wichtig, Mädchen schon früh beizubringen
ihre Möglichkeiten und Talente auszuschöpfen und ihre Ziele zu verfolgen. Auch
ist es notwendig, dass Frauen in Führungspositionen Vorbildfunktionen übernehmen
und mithelfen, diese gläserne Decke zu durchbrechen.

Praxistipps der Professorinnen:

1. Zögern Sie nicht, die Menschen in Ihrem Netzwerk um einen Gefallen oder um
Rat zu bitten.

2. Haben Sie einen Plan vor Augen und verfolgen Sie Ihre Ziele!

3. Glauben Sie an sich und ihre Fähigkeiten; Frauen tendieren noch immer dazu,
sich weniger zuzutrauen als Männer, auch wenn sie genauso qualifiziert sind wie
ihre Kollegen.

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