Helgo Bretschneider: Wenn die Informationsflut zunimmt, muss der Mensch selbst entscheiden lernen

Filed under: Allgemein,Bilder |


Bad Honnef. Vieles hat sich geändert im Arbeitsleben. Wer vor dreißig Jahren einen Bürojob angenommen hat, musste zwar auch nicht fürchten, sich zu langweilen, aber die Menge der eingehenden Daten und Informationen war damals deutlich geringer. Hauptursache sind die vielen verschiedenen Wege, auf denen uns Informationen täglich erreichen. Wo früher Telefon und Post waren, sind heute zusätzlich Mails, Smartphones, soziale Netzwerke, Intranet und Cloud Computing. Alles soll schnell gehen. Informations-Holschuld statt Selbstbestimmung dominieren den Alltag. “Das habe ich nicht gewusst”, ist keine Ausrede mehr.

“Die medialen Kanäle und die Erwartungshaltung der Menschen haben deutlich zugenommen”, erklärt der Experte für den positiven Umgang mit der Informationsflut und Buchhautor Helgo Bretschneider. In seinem Buch “Und täglich grüßt die Datenflut” verrät er Tipps und Tricks, wie Menschen dem Hamsterrad entgehen können. Neben mehr Effizienz und Effektivität rät er vor allem zu mehr individueller Selbstbestimmung.

Um der Informationsflut besser Herr zu werden und mehr Zufriedenheit im Job zu erreichen, könne man beispielsweise die Lesekompetenz und die Lesegeschwindigkeit erhöhen. Hierfür gebe es inzwischen Techniken, die jeder leicht erlenen und anwenden kann. Eine andere Möglichkeit sei ein moderneres Terminmanagement. Bretschneider stellt in diesem Zusammenhang die Problematik einer ineffizienten Sitzungskultur fest – die Termine würden mehr, der Output weniger. Das gelte auch auf für manche Telefonkonferenz, auch wenn die schon effizienter sei als ein persönliches Treffen.

Das, so Bretschneider, der jährlich rund 100 mittlere und große Unternehmen in Sachen Umgang mit der Informationsflut trainiert, sei aber nur eine Erfolgskategorie. Das seien systemische, organisatorische und planerische Aspekte. Hinzukommen müsste die persönliche Ebene, ein neuer Grad an persönlicher Freiheit und Selbstbestimmung. Auch der sogenannte kleine Angestellte habe Ziele. Wer sich an denen orientiert, wird auch öfter Nein sagen. “Viele Menschen richten ihren Fokus zu sehr auf das Tagesgeschäft und zu wenig auf die eigentlich wichtigen Dinge. Dann sagen sie Ja statt Nein und haben am Ende des Tages doch das Gefühl, zu wenig geschafft zu haben”, verdeutlicht Bretschneider.

Und es gelte, lieb gewonnene Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu ändern. Oft liege das “Zeitverschwendungspotential” im eigenen Verhalten. Wichtiger Punkt auch hier: Nein sagen – nicht bei jedem neuen sozialen Netzwerk mitmachen, Termine selbst bestimmen und den eigenen Arbeitsalltag wieder selbst in die Hand nehmen. Das sind nur einige Tipps des professionellen Vortragsredners, Trainers und Buchautors Bretschneider. “Der Anspruch, jede Mail sofort zu beantworten ist unsinnig und unnatürlich”, sagt er. Wer seine Mails nur ein- oder zweimal am Tag beantwortet sei auch schnell genug und schaffe sich Freiräume für andere Aufgaben.

“Jeder Mensch hat oft genug am Tag die Freiheit, selbst zu entscheiden”, so Bretschneider. Diese Freiheit sollte öfter genutzt werden. Niemand müsse sich zu sehr fremdbestimmen lassen von Arbeitsabläufen und vermeintlichen Erwartungen anderer. Schließlich habe jeder seine persönliche Chronobiologie und seinen eigenen Kopf. Solche Veränderungen würden spürbar helfen, den beruflichen Alltag positiv zu gestalten.

Wer mehr über den erfolgreichen Umgang mit der täglichen Daten- und Informationsflut sowie dem täglichen Stress am Arbeitsplatz oder Helgo Bretschneider erfahren möchte oder sich für einen seiner Vorträge interessiert, bekommt weitere Informationen unter www.datenflut.info.

4 Responses to Helgo Bretschneider: Wenn die Informationsflut zunimmt, muss der Mensch selbst entscheiden lernen

  1. Pingback: Kampala International University

  2. Pingback: KIU

  3. Pingback: replica rolex replica watches

  4. Pingback: Replica rolex knockoff watches swiss