Hormesis – Wie dich Stress gesund macht

Filed under: Allgemein |


Niemand ist gerne gestresst. Unzählige Langzeitstudien haben nachgewiesen, dass ständiger Stress sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Er führt zu Schlafmangel, Gewichtsverlust und in schlimmen Fällen zu Angstzuständen und Depressionen. Stress hat keinen guten Ruf und das zu recht.

Es gibt allerdings auch guten Stress. Guter Stress nennt sich Hormesis und ist zum Beispiel für den Muskelaufbau im Sport wichtig. Bei einem intensiven Workout werden die Muskeln angestrengt und sogar minimal geschädigt. Es entstehen kleine Risse im Muskelgewebe, die du dann als Muskelkater wahrnimmst. Während der Regenerationszeit regt dieser Vorgang Muskelwachstum an, deine Muskeln sind danach gestärkt und leistungsfähiger als vorher. So kann es sich auch in anderen Situationen mit Stress verhalten. Sich kontrolliert und in regelmäßigen Abständen Stress auszusetzen kann folgende positive Folgen haben:

Resilienz
Besserer Umgang mit Stress
Erhöhte emotionale Belastbarkeit
Emotionale Intelligenz
Aber Achtung: Wenn du dich in der Stressfalle befindest und Stress im Alltag Überhand nimmt, ist das keine positive Entwicklung. Wenn du dich häufig überfordert und gestresst fühlst, solltest du mit einem Experten sprechen und Burnout frühzeitig vorbeugen.

Was ist Hormesis?

Positiver Stress, was heißt das eigentlich? Bereits Paracelsus beschrieb Hormesis als die Anregung eines Organismus durch eine giftige oder schädigende Substanz, die langfristig eine positive Auswirkung hat.

Hormesis kommt in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz um langfristige Veränderungen zu bewirken. In der Kosmetik kann so zum Beispiel das Hautbild verbessert werden. Beim Microneedling werden der Haut winzigste unsichtbare Verletzungen zugefügt, um Kollagenbildung zu stimulieren und damit z.B. Narbenbildung oder Hyperpigmentierung entgegen zu wirken.

Wie bereits erwähnt, kann Hormesis auch im Training eingesetzt werden, um eine ideale Kurve für Muskelwachstum zu erreichen.

Aber auch äußere Umstände können Stressreaktionen im Körper hervorrufen. Plötzliche Veränderungen der Temperatur werden zum Beispiel als Stress empfunden: Wenn du einen Eiswürfel anfasst, fühlst du Kälte, dein Körper reagiert mit einer Gänsehaut. Auch wenn sich deine körperliche Reaktion vielleicht direkt anfühlt, werden Stressreaktionen im Körper nicht nur an einer sondern an mehreren Stellen verarbeitet: Die Empfindung wird auf einer sehr kleinen Fläche der Haut wahrgenommen. Gleichzeitig feuern die Neuronen in deinem Gehirn, die Reaktion auf einer größeren Fläche der Haut folgt.

Merkmale für Stress

Stress kann sich auf unterschiedliche Weise an verschiedenen Stellen in deinem Körper gleichzeitig zeigen durch:

Erhöhten Herzschlag
Unregelmäßigen Atem
Schwitzige Hände
?
Wie du Hormesis für deinen Vorteil einsetzen kannst

Möchtest du deine eigene Performance verbessern oder längerfristig an deinem Umgang mit Stress arbeiten, kannst du Hormesis bewusst im Alltag einsetzen. Hormesis ist allerdings nicht beschränkt auf körperliche Reaktionen; schwierige emotionale Momente im Privatleben können ebenfalls als Hormesis verstanden werden. Trennungen sind das beste Beispiel. Das Ende einer Beziehung kann sehr schmerzhaft sein, egal, ob du es selbst veranlasst hast oder verlassen wurdest. Über einen längeren Zeitraum bist du starkem emotionalen Stress ausgesetzt und musst physisch und mental damit umgehen. Ist die Trennung verarbeitet, gehst du stärker und resilienter aus der Situation hervor und hast deinen Umgang mit negativen Emotionen verbessert.

Allerdings sei auch hier gesagt: Eine Trennung kann eine harte Erfahrung sein. Genauso, wie du beim Sport auf einen Trainer hören solltest, um die besten Resultate zu erzielen, kann ein Coach oder Therapeut dir helfen, dein Krisenmanagement zu verbessern.

Extreme Temperaturen fürs Immunsystem

In der Sauna schwitzen oder eiskalt duschen – Hitze und Kälte können richtig dosiert dein Immunsystem verbessern. Das liegt an sogenannten Shock Proteinen, die deine Zellen gegen Hitze und Kälte schützen wollen.

Heiße Temperaturen in der Sauna sorgen zum Beispiel für die Produktion von des Heat Shock Proteins, dass deine Zellen schützt und eine höhere Toleranz für spätere Stresssituationen erzeugt. Ähnlich sieht es auch bei Kälte aus. Kälteschocks durch Eisbäder oder Kältekammern aktivieren das sogenannte Cold Shock Protein, das dein Immunsystem verbessert und die Zellen vor Entzündungen schützt. Dich regelmäßig extremen Temperaturen auszusetzen, sorgt dafür, dass diese Proteine und mit ihnen ihre Vorteile in deinem Körper aktiv bleiben.

Muskeln aufbauen durch Hormesis

Hormesis spielt wie gesagt eine wichtige Rolle für Muskelaufbau und -regeneration. Ein Fitnesstrainer kann dir dabei helfen, deine Workouts so auszulegen, dass du optimale Resultate erzielst. Je höher die Intensität des Workouts, desto mehr “Schaden” wird deinen Muskeln zugefügt. Diese kleinen Frakturen und Risse führen zu Mini-Entzündungen, die Muskelaufbau begünstigen. Klingt erstmal nicht wünschenswert – diese Entzündungen setzedn aber einen Prozess in Gang, der deine Muskeln wachsen lässt: Um zukünftige Schäden zu vermeiden, werden Muskelfasern verstärkt und besser durchblutet. Wichtig ist, dass der Körper genug Zeit hat, sich zu regenerieren.

Stress in der Küche: Fasten für die Gesundheit

Auch Nahrungsmittel können einen hormetischen Effekt auf den Körper haben. Bestimmte Allergene, darunter zum Beispiel Alkohol, erzeugen eine Stressreaktion im Körper, die unter Anderem positive Effekte haben kann. Alkohol hat aber gleichzeitig viele negative Auswirkungen auf den Körper, die sich vor allem bei regelmäßigem Konsum verstärken.

Eine sinnvolle Möglichkeit ist allerdings fasten. In regelmäßigen Abständen auf Nahrung zu verzichten, verjüngt die Zellen, ist gut für die Verdauung und soll das Leben verlängern. Auch wenn regelmäßiges Fasten einen besseren Langzeiteffekt hat, können schon einmalige Fastenkuren eine positive Auswirkung auf die Zellerneuerung haben. Also vielleicht morgen einfach mal das Frühstück weglassen!

Weitere Informationen unter:
http://www.chris-ley.de