Karliczek: Hochschulen haben Außerordentliches in der Pandemie geleistet

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Trotz Corona-Pandemie denken Studierende nicht häufiger über einen Studienabbruch nach als vor vier Jahren

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat in diesen Tagen eine Studie zum Thema “Studieren in Zeiten der Corona-Pandemie” veröffentlicht. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

“Das zurückliegende Semester hat Hochschulen, Lehrende und Studierende vor besondere Herausforderungen gestellt. Es freut mich daher besonders, dass Studierende im Sommersemester 2020 nicht häufiger über einen Studienabbruch nachdachten als in den letzten Jahren. Das ist vor allem den Verantwortlichen vor Ort zu verdanken, den Lehrenden, den Hochschulverwaltungen und auch den Studierenden selbst, die sich auf die Situation eingestellt haben. Wir haben mit zahlreichen Erleichterungen beim BAföG und der Überbrückungshilfe mit ihren zwei Säulen Anpassungen im KfW-Studienkredit und den Zuschüssen ebenfalls rasch Unterstützung angeboten. Die kam bei den Studierenden an. Wir werden jetzt auch die Zuschusskomponente in der Überbrückungshilfe wieder aufsetzen.

Der Pragmatismus und die Kreativität, mit denen Hochschulen, Lehrende und Studierende die Lehre in der Pandemiezeit umgekrempelt haben, ermutigen mich. Bei knapp drei Vierteln aller Befragten fielen gar keine Lehrveranstaltungen aus – das ist eine gute Nachricht und spiegelt die große Kraftanstrengung an den Hochschulen wider, das Beste aus dieser Zeit zu machen. Sie haben Außerordentliches in den zurückliegenden Monaten geleistet.

Klar ist jedoch auch, dass die Hochschulen bei der fortschreitenden Digitalisierung auf Unterstützung angewiesen sind. Zuständig für die Hochschulen sind nach unserer föderalen Ordnung die Länder. Der Bund unterstützt die Länder seit langem aktiv in ihren Bestrebungen, die Digitalisierung an Hochschulen voranzutreiben, etwa mit dem Hochschulforum Digitalisierung und dem Qualitätspakt Lehre. Die zwischen Bund und Ländern im vergangenen Jahr geschlossenen milliardenschweren Vereinbarungen “Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken” und “Innovation in der Hochschullehre” schaffen aus meiner Sicht ideale Voraussetzungen, die Digitalisierung an den Hochschulen jetzt zügig auf ein neues Qualitätsniveau zu heben.”

Weitere Ergebnisse der Befragung sind:

– Die weitgehende Umstellung des Lehrbetriebs auf digitale Formate fand über Webinare und Videokonferenzen statt. – Während die technische Ausstattung Studierender als weitgehend adäquat wahrgenommen wird, stellen Internetverbindung und individuelle Wohnsituation öfter ein Problem dar. – Die Befragten vermissen den direkten Kontakt zu Kommilitonen und Kommilitoninnen und Lehrenden. – Die digital unterstützte Prüfungsvorbereitung und Prüfungsdurchführung sehen Studierende eher kritisch. – Das studentische Urteil zum “digitalen Sommersemester 2020” gilt gleichermaßen für Studienanfänger wie für Studierende, die im Studium weiter fortgeschritten sind. – Fast die Hälfte der Studierenden erwartet eine Verlängerung des Studiums in Folge der Corona-Pandemie.

Die Folge einer Verlängerung von Studienzeiten haben Bund und Länder bereits im März als Möglichkeit ins Auge gefasst. So hat das BMBF bereits seit dem 12.03.2020 mit den für die BAföG-Verwaltung zuständigen Ländern dafür Vorsorge getroffen, dass pandemiebedingte Nachteile weitestgehend aufgefangen werden können. Darüber können sich Studierende und Studieninteressierte unter https://www.bafög.de/ laufend auf dem aktuellsten Stand der Dinge informieren.

Hintergrund:

Die repräsentativ angelegte Befragung “Studieren in Zeiten der Corona-Pandemie” wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Kontext der großen und auf Dauer angelegten Wiederholungsbefragung “Die Studierendenbefragung in Deutschland” finanziert, die ab 2021 mehrere renommierte Wiederholungsbefragungen unter einem Dach weiterführt. Insgesamt nahmen knapp 28.600 Studierende an 23 Hochschulen vom 15. Juni bis zum 10. August 2020 an der Online- Befragung daran teil. Diese Hochschulen wurden über ein sogenanntes “Theoretical Sampling” ausgewählt, um Studierende an Hochschulen unterschiedlicher Größen und Typen in die Befragung einzubeziehen. Auch das Fächerangebot wurde bei der Auswahl der Hochschulen berücksichtigt. Gut 24.600 von ihnen schilderten ihre Erfahrungen mit dem digitalen Lehr- und Studienbetrieb im Sommersemester 2020.

Die Studierendenbefragung in Deutschland ist ein Verbundprojekt des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, der Arbeitsgruppe Hochschulforschung an der Universität Konstanz und des Deutschen Studentenwerks. Geleitet wird das Verbundprojekt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Die Befragungen werden alle 4 Jahr stattfinden.

Weitere Informationen:

Seiten der Studienbefragung in Deutschland: https://www.die-studierendenbefragung.de/

Die Befragungsdaten der Vorgängerbefragungen (21. Sozialerhebung) und des aktuellen Datensatzes sind bzw. werden zeitnah über das Forschungsdatenzentrum des DZHW zugänglich sein. Nähere Informationen dazu hier: https://www.fdz.dzhw.eu/de

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