Kinder mit Behinderung richtig integrieren

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Kindern bereits im jungen Alter Mitmenschlichkeit und Toleranz beizubringen ist zweifellos eine wichtige Aufgabe frühkindlicher Erziehung. Deshalb gehört die Entwicklung sozialer Verhaltensweisen zu den wichtigen Aufgaben von Pädagogen. Dies gilt in besonderer Weise, wenn Mädchen und Jungen mit einer Handicap zur Gruppe gehören. Das gemeinsame Spielen und Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern in Kindertageseinrichtungen ist nämlich nicht nur möglich, sondern sogar politisch und gesellschaftlich gewünscht. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die Voraussetzungen stimmen.

„Die Erfahrungen haben gezeigt, dass eine erfolgreiche Integration weniger von Art und Schwere der Behinderung abhängt, als von den personellen und konzeptionellen Bedingungen des jeweiligen Kindergartens“, sagt Konstantin Voswinkel, Koordinator der MyHandicap-Botschafterorganisation in Düsseldorf. Deshalb sei es ratsam, bei der Wahl der Einrichtung auf Faktoren wie Gruppengröße, Betreuerzahl und Barrierefreiheit zu achten. Außerdem sollten die Erzieher über Kenntnisse und Erfahrung im Umgang mit behinderten Kindern verfügen, um sie unterstützen und zugleich im richtigen Maße fordern zu können.
Von dem Besuch des Regelkindergartens profitieren längst nicht nur Kinder mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen. Auch gesunde Altersgenossen zeigen eine hervorragende Entwicklung, insbesondere bei der Ausprägung sozialer Verhaltens-weisen. Durch das gemeinsame Spielen, da sind sich Experten einig, werden Unsicherheiten abgebaut, Vorurteile beseitigt und die Sozialkompetenz gestärkt.

Mit dem neuen Kinderbildungsgesetz in Nordrhein-Westfalen wird die Betreuung von Kindern mit Behinderung in Kindertageseinrichtungen, die integrativ arbeiten, erstmals gesetzlich abgesichert. Zur Finanzierung des pädagogischen Mehraufwandes, der durch die gemeinsame Bildung und Erziehung von Kindern mit und ohne Handicap entsteht, wird für jedes Kind mit Behinderung, das einen Platz in einer Kindertageseinrichtung in Anspruch nimmt, eine Pauschale von 14.800 Euro gewährt. Das ist deutlich mehr, als für nicht-behinderte Kinder bezahlt wird.

Welche Erfahrungen sie mit der Integration in den Regelkindergarten gemacht haben und wie das gemeinsame Spielen und Lernen möglich wird, darüber sprechen: Christiane Schröder, Mutter eines behinderten Kindes und Botschafterin der gemeinnützigen Stiftung MyHandicap; Karin Schwartzenberger, Sozialpädagogin am Kinderneurologischen Zentrum Düsseldorf; Rosa Mendes, Leiterin einer DRK-Kindertagesstätte in Düsseldorf und Konstantin Voswinkel, Koordinator der MyHandicap-Botschafterorganisation in Düsseldorf.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 8. Juni, im Sana Krankenhaus, Gräulingerstraße 120, in 40625 Düsseldorf-Gerresheim statt. Beginn ist um 18 Uhr. Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt direkt über die Stiftung MyHandicap, telefonisch unter 089/767 769 70 oder im Internet unter www.myhandicap.de/anmeldung.html.