Kritik am Girls‘ Day – er verklärt den Blick auf die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen

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Der Girls‘ Day verkläre den Blick auf die Kompetenzen, mit denen die Jugendlichen aus der Schule kämen. Fakt sei, dass beispielsweise Anwälte, Ärzte, Steuerberater und Apotheker immer häufiger Schwierigkeiten hätten ihre Azubiplätze zu besetzen. „Die Freien Berufe wollen ausbilden, doch allzu oft fehlen den Bewerbern elementare Voraussetzungen.“

In der Schule nicht erlernte soziale Kompetenzen, die für die Freien Berufe aber wichtig sind, ließen sich in der Ausbildung nicht so leicht korrigieren. „Zuverlässigkeit und die Bereitschaft zur absoluten Verschwiegenheit sind Eigenschaften und Bedingungen, die nur schwer nachträglich anerzogen werden können“, sagt Rechtsanwältin Claudia Frank. Diese Werte vermittle die Schule oft nur unzureichend.

Für die Freien Berufe in Berlin gilt überdies: 85 Prozent der Auszubildenden sind weiblich. „Die Freiberufler brauchen keinen Girls‘- oder Boys‘ Day, wir brauchen mehr ausbildungsfähige junge Menschen. Hält dieser Trend an, sehe ich es kommen, dass, nach amerikanischem Vorbild, auch in Deutschland künftig Firmen die besten Abiturienten direkt von der Schule weg anwerben.“