Was machen Ingenieurinnen und Ingenieure und woran arbeitet man in technischen Berufen? Antworten liefert eine rollende Mitmachausstellung an der Christlichen Schule im Hegau in Hilzingen (15.-17.06.) und an der Eichendorff-Realschule in Gottmadingen (18.-19.06.). In 90-minütigen Rundgängen und bei Experimentierworkshops rund um Konstruktion, Künstliche Intelligenz und Bionik erleben Jugendliche, welche Fähigkeiten in der modernen Industrie gesucht werden. Angemeldete Schulklassen erkunden an Mitmach-Stationen die Arbeitsschritte und Technologien, die sie für ein neues Produkt benötigen. Sie bedienen einen 3D-Scanner, untersuchen Materialien und programmieren einen Industrieroboter. Coaches erklären, welche MINT-Berufe hinter den Technologien stecken und welche Bildungswege es gibt.
Machine Learning, Internet of Things oder Data Science – in der Industrie 4.0 gibt die Digitalisierung längst den Ton an, so dass in vernetzten Fabriken nicht nur Maschinenbauer und Mechatronikerinnen gebraucht, sondern auch IT-Fachkräfte wie Programmierer oder User-Experience-Entwicklerinnen immer häufiger gesucht werden. Wie die Arbeit in modernen Betrieben aussieht und wie ein Produkt vom Prototyp bis zur Logistik entsteht, zeigt der Erlebnis-Lern-Truck DISCOVER INDUSTRY als Baustein des landesweiten Bildungsprogramms COACHING4FUTURE bereits seit über 10 Jahren.
Gemeinsam engagieren sich die Baden-Württemberg Stiftung, der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit auf diese Weise für den Fachkräftenachwuchs. Die mobile Ausstellung gibt angemeldeten Schulklassen ab er 7. Jahrgangsstufe Einblicken in MINT-Berufe – also Berufe rund um die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – und hilft ihnen bei der Entscheidung, ob ein solcher Beruf zu ihnen passt. Mitte Juni macht die mobile Lern- und Mitmachausstellung zweimal im Hegau im Landkreis Konstanz Station:
Montag bis Mittwoch, 15. bis 17.06.2026: Hilzingen, Christliche Schule im Hegau (Stellplatz: vor dem Schulgebäude)
Donnerstag und Freitag, 18. und 19.06.2026: Gottmadingen, Eichendorff-Realschule (Stellplatz: Schulparkplatz)
Als Start-up-Gründerinnen und -Gründer die Industrie entdecken
Im Truck schlüpfen die Jugendlichen begleitet von den Coaches, Chemielaborantin Kathrin Graw, Biologe Marcel Michel und Chemielaborant Marco Umstätter, in die Rolle von Start-up-Gründerinnen und -Gründern, die ein neues Produkt entwickeln. Mit einem Tablet visualisieren sie ihre Ergebnisse in einer Mindmap und erkunden an fünf Stationen die Meilensteine der Produktentstehung.
Zuerst wandeln sie mit einem 3D-Scanner Objekte in digitale Modelle um. Danach prüfen sie verschiedene Materialien mit einem Digitalmikroskop auf Fehler oder erstellen Prototypen mit einem 3D-Drucker. Anschließend programmieren sie einen Industrieroboter mit Koordinaten. An der vierten Station erleben sie, wie die smarte Fabrik funktioniert, indem sie eine Anlage programmieren, die Dosen mittels RFID-Chips individuell befüllt. Zum Schluss montieren die Schülerinnen und Schüler mit einer VR-Brille Bauteile an einen Motor in einer virtuellen Lagerhalle. Bei der anschließenden freien Erkundungstour durch die Ausstellung im Truck können sie weitere Hightech-Anwendungen selbst ausprobieren und dabei etwa mit Augmented Reality (AR) eine Motorsäge warten oder mithilfe einer KI-gestützen Datenbrille einen PC zusammenbauen.
Konstruieren, Programmieren und Bionik: Mitmach-Programm im Truck
Bei Workshops im Obergeschoss des DISCOVER INDUSTRY-Trucks tauchen die Mädchen und Jungen noch tiefer in ausgewählte Themenfelder ein. Unter Anleitung der Coaches konstruieren sie mit einer professionellen CAD-Anwendung eigene Designs für einen Handkreisel, den sie anschließend mit einem 3D-Drucker fertigen können. In einem anderen Format trainieren sie selbst ein visuelles KI-System und bringen diesem bei, verschiedene Objekte zu unterscheiden. In einem zweiten Schritt erstellen Sie eine KI-gestützte Anleitung für die Montage eines Skateboards.
Und wie die Natur dabei helfen kann, innovative Lösungen für technische Problemstellungen zu finden, wird im Bionik-Workshop deutlich. Mit Materialien wie Kabelbindern, elastischen Schaumstoffrollen und programmierbaren Mikrokontrollern entsteht ein Roboterarm nach dem Vorbild des Elefantenrüssels, der später sogar mit dem Smartphone gesteuert werden kann. Informationen zu Karrierechancen und den Wegen in einen technischen Beruf ergänzen das Programm.
Berufswahl: Von der Stärkenanalyse zum Ausbildungsplatz
Die Wahl eines Berufs stellt Jugendliche und ihre Eltern oft vor große Herausforderungen. Wo liegen die Talente, welcher Weg ist der richtige? Um diesen Prozess zu erleichtern, bündelt die Plattform www.coaching4future.de zahlreiche Hilfsmittel. Mit dem interaktiven „Karrierenavigator“ können junge Menschen ihre Interessen testen und mit passenden Bildungswegen in der dualen Ausbildung, an Berufskollegs oder an Hochschulen abgleichen. Praktische Tipps helfen Familien, überzeugende Bewerbungen zu verfassen. Das Portal schlägt außerdem eine Brücke zur Praxis, indem Netzwerkunternehmen dort ihre freien Ausbildungs- und dualen Studienplätze aus den MINT-Fächern präsentieren.
