Schüleraustausch, Gap Year 7 Erfahrungen im Freiwilligendienst zu Essen, Kleidung, Musik in Bolivien

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Tim aus Schleswig-Holstein hat ein Auslandsjahr im Freiwilligendienst mit einem Stipendium der BürgerStiftung Region Ahrensburg in Bolivien verbracht. Er berichtet hier über die Erfahrungen. Alles zu seinem Auslandsjahr und zu anderen Freiwilligendienstlern kann man im Schüleraustausch Blog sehen (https://www.schueleraustausch-portal.de/freiwilligendienst).
1 Freiwilligendienst im Gap Year in Bolivien: Unterschiede bei der Pünktlichkeit. Ich habe es schon häufiger erlebt, dass andere Menschen hier später kommen. In der Schule, in der ich arbeite, müssen sich alle Lehrer und Lehrerinnen in einem Buch mit Unterschrift eintragen, wenn sie ankommen und gehen. Das sorgt dafür dass (fast) alle pünktlich da sind. Doch dauert es meistens eine Stunde, bis genügend Schüler da sind, um Unterricht zu machen. Ich gehe davon aus, dass es in einer Regelschule oder gerade in den Privatschulen – von denen es viele gibt – anders aussieht. Bei meinem Fechttraining gibt es eine Toleranz von zehn Minuten. Wer noch später kommt, muss gleich wieder nach Hause gehen. Doch da die Trainerinnen nicht konsequent damit sind, kommen immer wieder einige Teilnehmer jedes Mal noch später.
2 Freiwilligendienst im Gap Year in Bolivien: Unterschiede bei den Speisen. Cochabamba gilt als die Stadt des Essens in Bolivien. Es gibt eine wirklich große Auswahl an leckerem Essen und die Portionen sind meist riesig. Es gibt Restaurants eher ein bisschen außerhalb wo man meistens eine Portion zu zweit bestellt und das ist dann noch zu viel. Es gibt hier genauso wie in Deutschland weltbekannte Gerichte wie Hamburger, Pizza und Sushi, aber die typischen Gerichte findet man genauso. Die meisten Menschen hier wissen genau die Zutaten für solche Gerichte und aus welcher Region sie stammen. Leider habe ich noch nicht alle davon probiert. Doch bis jetzt sind meine Favoriten Salteña (eine mit Soße gefüllte Teigtasche) und Anticuscho (auf Spieß gegrilltes Kuhherz mit Kartoffeln und einer scharfen Erdnusssoße). Ich würde gerne lernen beides zu kochen, damit ich dies auch in Deutschland essen kann. Ich habe schon häufiger überlegt, Pizza am Straßenrand zu kaufen, gerade nach dem Training, wenn ich großen Hunger habe. Doch ich weiß, dass ich auch Zuhause essen kann. Diese Pizzen sind in Plastik eingeschweißt und werden in rollbaren Gasöfen zubereitet. Ich habe kaum süßes Popcorn in Bolivien gegessen oder gesehen. Dafür gibt es aber andere, sehr leckere süße Varianten, aus anderen Getreidesorten. Und nicht nur aus Getreide, sondern auch aus Nudeln. Direkt übersetzt würde es jedoch Brot heißen. Brot wie in Deutschland habe ich in Bolivien noch nicht gesehen. Das einzige Brot, was mir wie Brot vorkommt, ist Toastbrot. Nur zwischen sehr speziellen Brötchensorten kann ich den Unterschied schmecken. Der Käse hier ist auch recht unterschiedlich. Das erste Mal habe ich mich über den Geschmack ein bisschen gewundert; doch inzwischen mag ich den Käse sehr gerne. Der Wurstaufschnitt kam mir sehr bekannt vor. Meistens ist es Mortadella oder eine Variation davon. Einen Nussnugat-Aufstrich habe ich hier noch nie gesehen, dafür gibt es in Bolivien Dulce de Leche Chocolate.
3 Freiwilligendienst im Gap Year: Restaurants in Bolivien. Es gibt unterschiedliche Typen von „Restaurants“. Fast überall findet man kleine einfache Restaurants, die traditionelles Essen anbieten. Das für einen geringen Preis aber sehr lecker. Die luxuriöseren Restaurants können da teilweise nicht mithalten; der größte Unterschied liegt daran, dass man nicht auf Plastikstühlen sitzt und allgemein der erste Eindruck besser ist. Außerhalb von großen Städten befinden sich an manchen Straßen Restaurants aneinander gereiht. Diese Restaurants sind ziemlich groß und man sitzt draußen auf einer Wiese – mal wieder auf Plastikstühlen. Manches Essen findet man fast nur direkt auf der Straße an Grills zu bereitet, wie Anticuscho.
4 Freiwilligendienst im Gap Year: Foodtrucks in Bolivien. Es gibt auch viele Foodtrucks, die aus Deutschland bekanntes Fastfood anbieten oder auch Bolivianisches wie Piquemacho (Pommes, Würstchen, Fleisch, Eier, Tomate Ketchup, Majonäse und mehr).
5 Freiwilligendienst im Gap Year: Die Musik in Bolivien. Eines der beliebtesten Genres ist der Reggaeton. Mir gefällt diese Musikrichtung nicht. Viel wird hier auch Pop-Musik gehört, aber auch traditionelle Musikgenres sind häufig zu hören, von denen mir auch viele gefallen.
6 Freiwilligendienst im Gap Year: Chulitas in Bolivien. Auch in der Kleidung sieht man den Spagat zwischen amerikanischem Einfluss und den Traditionen, die man beibehalten möchte. So sind einige Frauen in traditioneller Kleidung zu sehen. Sie werden Chulas oder Chulitas genannt. Männer, die ein Poncho tragen, sind eher selten zu sehen.
7 Freiwilligendienst im Gap Year: Einkaufen in Bolivien. Es haben mir schon viele Menschen stolz erzählt, dass Cochabamba inzwischen eine „Hupermal“ hat. Sie unterscheidet sich kaum von einem großen Einkaufszentrum in Deutschland. Es gibt viele Klamotten- sowie Elektronikgeschäfte und Weiteres dort zu finden. Eine Etage ist voll mit Fastfood Restaurants, Cafés und Eisläden. Und im obersten Geschoss befindet sich ein Kino mit einer Spielhalle. Meine Gastmutter hat die Hupermal als Treffpunkt junger Leute beschrieben. Wer jedoch wirklich preiswert in Cochabamba einkaufen will oder etwas sehr Spezielles sucht, geht zur Cancha. Auf Deutsch heißt dies einfach nur Platz. Dort wo Autos längsfahren können staut sich der Verkehr meist. Das ganze Gelände ist ziemlich groß, verwinkelt und eng, was es einfach macht sich dort zu verirren. Wenn man etwas Bestimmtes sucht und nicht weiß wo genau man es kaufen kann, muss man zwar einige Zeit suchen, doch man findet dort alles. Supermärkte gibt es in Bolivien genauso wie in Deutschland. Ein Unterschied ist, dass es in Bolivien noch zusätzlich sehr kleine Supermärkte gibt. Es gibt auch viele kleine Fachgeschäfte. Meistens befinden sich viele die Ähnliches anbieten im gleichen Straßenzug. In vielen Straßen von Cochabamba sind „tiendas“ zu finden. Das sind sehr kleine Läden die ein bisschen an einen typischen Kiosk in Deutschland erinnern. Dort gibt es aber nicht Zeitschriften zu kaufen. Zeitungen werden häufig direkt an der Straße angeboten. In fast jeder tienda gibt es Brötchen zu kaufen.
Schüleraustausch und Gap Year: Wie man die gute und günstige Organisation findet. Wer ins Internet sieht, stellt fest: Es gibt sehr viele Anbieter für Freiwilligendienst. Wichtig ist, nur solche Anbieter anzusehen, die sowohl leistungsfähig als auch seriös sind. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn man eine vor-geprüfte Anbieter-Auswahl nutzt. Dafür gibt es die Anbieter-Suchmaschine auf dem Schüleraustausch-Portal, das unabhängig informiert: www.schueleraustausch-portal.de/organisationen. Dort gibt es auch die Stipendien Datenbank mit mehr als 1.000 seriösen Stipendien. Vor der Entscheidung sollte man zusätzlich mit mehreren guten Anbietern persönlich sprechen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen, die deutschen Spezialmessen für Schüleraustausch und Gap Year der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die nur seriöse Anbieter zulässt. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Weitere Informationen unter:
https://www.schueleraustausch-portal.de