Schüleraustausch und Gap Year: 11 Punkte, wie man das Jahr nach der Schulzeit sinnvoll nutzen kann

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Nach der Schulzeit möchten viele junge Leute ein Jahr zur Orientierung einlegen. Nach dem Schulstress bietet das Jahr „Pause“ die Möglichkeit, Luft zu holen, bevor der Lebensweg mit der Berufsausbildung oder dem Studium weiter geht. Außerdem benötigen viele Abiturienten*innen noch Zeit um sich darüber im Klaren zu werden, welche Richtung sie beruflich überhaupt einschlagen. Damit stellt sich die Frage, wie man das Jahr sinnvoll gestalten kann.
1 Das Jahr nach der Schulzeit: Was ist die Zielsetzung? Normalerweise geht es darum, Zeit für die eigene Orientierung zu haben, alternative Ideen für den weiteren Berufsweg anzusehen und die relativ große Freiheit in der Zeitgestaltung zu nutzen, um sich auszuprobieren.
2 Das Jahr nach der Schulzeit: Die Alternativen. Grundsätzlich kann man in einer Zwischenphase nach der Schulzeit ganz verschiedene Dinge machen. Das kann einfach das Jobben zum Geldverdienen sein. Praktika in Betrieben, um einen Einblick in die Berufe zu bekommen, die interessant sein können, sind eine weitere Möglichkeit. Am besten sind Aktivitäten, bei denen man etwas für sich tut und Erfahrungen und Kenntnisse sammelt, die für das weitere Leben und den Beruf nützlich sind. Auch für den Lebenslauf sind derartige Aktivitäten optimal.
3 Das Jahr nach der Schulzeit: Das Gap Year im Ausland. Unter dem Begriff Gap Year sind Auslandsaufenthalte für junge Leute bekannt. Diese Programme bieten die Möglichkeit, die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und etwas zu lernen: vor allem interkulturelle Fähigkeiten, Fremdsprachenkenntnisse und das Umgehen mit ungewohnten Situationen. Im Mittelpunkt stehen folgende Programme: Au Pair, Freiwilligendienste, Work and Travel, Probe- bzw. Schnuppersemester an einer internationalen Hochschule.
4 Das Gap Year als Au Pair. Als Au Pair wohnen, leben und arbeiten die jungen Leute in einer Gastfamilie, wobei die Arbeit vor allem in der Hilfe im Haushalt und in der Betreuung der Kinder der Gastfamilie liegt. Der Nutzen ist die enge Einbindung in das tägliche Leben. Hinzu kommt die Möglichkeit festzustellen, ob die Kinderbetreuung als Berufsfeld in Betracht kommt.
5 Das Gap Year im Freiwilligendienst. Für den Freiwilligendienst gibt es eine ganze Reihe von Programmen, die eines gemeinsam haben: Lernen im Ausland durch unentgeltliches Arbeiten, das mit einem Bildungsprogamm verknüpft wird. Freiwilligendienste im Ausland setzen normalerweise voraus, dass die Teilnehmenden volljährig sind. Die Freiwilligendienste unterscheiden sich nach Einsatzregionen und -Ländern, dem Arbeitsbereich, dem zulässigen Alter der Teilnehmer*innen, dem Bewerbungsvorlauf, der Programmdauer, der Organisation und den Kosten. Ein Großteil der Programme wird staatlich gefördert und dadurch auch inhaltlich durch die Förderbedingungen geprägt. Die wichtigsten Programme sind das Europäische Solidaritätskorps, Internationaler Jugendfreiwilligendienst, Kulturweit, Naturweit, Weltwärts.
6 Im Gap Year an eine High School. High School-Aufenthalte finden klassischerweise während der Schulzeit statt, meistens in der zehnten oder elften Klasse. Neuerdings wächst bei jungen Leuten das Interesse, nach dem Abitur an eine High School zu gehen. Meistens geht es darum, den speziellen High School-Spirit an einer High School in den USA zu erleben. Im Rahmen des USA Select Programms bieten Austauschorganisationen diese Aufenthalte für unterschiedliche Zeiträume, von wenigen Wochen bis zu einem ganzen High School-Jahr.
7 Das Gap Year in WORKCAMPS. Workcamps bieten die Möglichkeit, in einer international zusammengesetzten Gruppe mit anderen jungen Leuten im Ausland ein Projekt zu bearbeiten, oft im Umweltbereich. Das Mindestalter der Teilnehmer*innen ist 18 Jahre. Arbeitssprache ist normalerweise Englisch. Workcamps haben eine Dauer zwischen zwei bis vier Wochen. Sie werden durch eine Organisation in Deutschland vorbereitet und vor Ort betreut und organisiert, auch die Unterkunft. Für Auswahl, Vorbereitung und Bewerbung sollte man einen Vorlauf von vier bis sechs Monaten einplanen.
8 Das Gap Year mit WOOFING. WOOFING ist für Kurzzeit-Arbeitseinsätze in landwirtschaftlichen Betrieben gedacht. WOOFING erleichtet das kostenfreie Arbeiten in landwirtschaftlichen Betrieben in vielen Ländern der Welt. Im Gegenzug bekommen die Teilnehmer Kost und Logis. Damit ist das Modell eine Spezialform von Work and Travel. Grundlage ist die Kontaktaufnahme der Beteiligten über eine Internetplattform. Dort stellen die landwirtschaftlichen Betriebe ihre Arbeitsangebote ein. Die Interessenten nehmen dann direkt mit den Betrieben Kontakt auf.
9 Das Gap Year mit Work and Travel. Work and Travel bedeutet, dass junge Leute für einen bestimmten Zeitraum, bis zu einem Jahr, in einem anderen Land leben, indem sie abwechselnd arbeiten und reisen. Work and Travel ist innerhalb der EU und in ausgewählten weiteren Ländern möglich. Für Länder außerhalb der EU benötigt man ein Visum. Die Visaregelungen der Länder, die Work and Travel-Programme anbieten, sehen regelmäßig vor, dass man maximal zwei, drei Monate am Stück beim selben Arbeitgeber arbeitet und dann das Land durch Reisen kennen lernt. Die Jobs sucht man sich vor Ort eigenständig, ggf. unterstützt durch eine Organisation, die bei Bedarf auch einen Sprachkurs zu Beginn anbietet. Voraussetzung ist, dass die Teilnehmenden 18 Jahre alt sind. Die Kosten der Reise und Lebenshaltung vor Ort können durch die Einnahmen aus den Arbeitseinsätzen teilweise gedeckt werden.
10 Das Gap Year als Schnupperstudium im Ausland. Im Ausland studieren ist für viele junge Leute eine spannende Idee. Allerdings: Die Rahmenbedingungen für ein Studium sind dort deutlich anders als zuhause, auch hinsichtlich der Kosten. Ein Semester oder auch ein ganzes Jahr an einer Universität, ob in den USA oder in Australien, bietet die Möglichkeit internationale Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, ob man ein volles Studium im Ausland absolvieren will.
11 Gap Year: Wie man die gute und günstige Organisation findet. Wer ins Internet sieht, stellt fest: Es gibt sehr viele Anbieter für Freiwilligendienst. Wichtig ist, nur solche Anbieter anzusehen, die sowohl leistungsfähig als auch seriös sind. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn man eine vor-geprüfte Anbieter-Auswahl nutzt. Dafür gibt es die Anbieter-Suchmaschine auf dem Schüleraustausch-Portal, das unabhängig informiert: www.schueleraustausch-portal.de/organisationen. Dort gibt es auch die Stipendien Datenbank mit mehr als 1.000 seriösen Stipendien. Vor der Entscheidung sollte man zusätzlich mit mehreren guten Anbietern persönlich sprechen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die nur seriöse Anbieter zulässt. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter:
https://www.schueleraustausch-portal.de