Schüleraustausch und Gap Year: Das Auslandsjahr während oder nach der Schule – 6 Punkte im Vergleich

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Auslandserfahrungen sind bei jungen Leuten begehrt. Klassischerweise ist der Schüleraustausch, das Auslandsjahr während der Schulzeit, dafür optimal. Durch die Schulzeitverkürzungen, insbesondere G8, haben Schüler und ihre Eltern oft den Eindruck, dass das Auslandsjahr während der Schulzeit nur schwierig machbar ist. Als Alternative haben viele Jugendliche das Gap Year entdeckt, das Auslandsjahr zwischen Abitur und Studienbeginn. Wer die Wahl hat, muss überlegen, was besser ist. Die gemeinnützige Stiftung Völkerverständigung vergleicht die beiden Alternativen.
1 Schüleraustausch und Gap Year: Das Kennenlernen der Kultur
Wenn man ein Jahr bewusst in einem Land lebt, erlebt man in jedem Falle wichtige Aspekte des Alltags der Menschen. Das gilt sowohl für den Schüleraustausch als auch für das Gap Year. Unterschiede gibt es zur Frage, inwieweit man nicht nur das öffentliche Leben der Einheimischen erlebt, sondern auch deren privates und familiäres Leben. In diesem Falle ist es von großem Vorteil, wenn man in der Familie lebt. Das ist beim Schüleraustausch am besten erfüllt, weil die Schüler dann wie ein weiteres Kind in die Gastfamilie integriert werden. Sie erleben auch Familienfeiern im privaten Kreis. Nach der Schulzeit ist das Leben in einer Gastfamilie nur beim Au Pair-Programm möglich. Bei anderen Gap Year-Programmen wie Work and Travel gibt es diese Einbindung in eine Familie nicht. Aber auch das Au Pair ist nicht so intensiv in die Familie eingebunden, weil ein Erwachsener Mensch nicht wie ein eigenes Kind behandelt werden kann.
2 Schüleraustausch und Gap Year: Das Kennenlernen des Gastlandes
Ein Land kann man gut kennenlernen, wenn man sich in dem Land bewegt und mit vielen Menschen Kontakt bekommt, die Natur, historische Stätten und Metropolen erlebt. Hier haben Gap Year-Programme einen Vorteil, wenn sie wie Work and Travel darauf ausgerichtet sind, im Land zu reisen. Andere Programme, etwa Au Pair oder auch Freiwilligendienste, bieten diese Möglichkeiten nur in begrenztem Umfang. Beim Schüleraustausch hängt der Umfang, wie die Schüler das Land sehen, von ihrer Gastfamilie ab. Wenn die Gastfamilie selbst viel reist und den Gastschüler beispielsweise in den Schulferien mitnimmt, kann ein guter Überblick über das Land entstehen. Das ist oftmals der Fall. Der Spielraum ist aber nicht so groß wie für einen jungen Erwachsenen, der alleine im Land unterwegs ist.
3 Schüleraustausch und Gap Year: Das Lernen der Fremdsprache Das Lernen der Fremdsprache ist umso einfacher, je jünger die Menschen sind. Das ist als ein Argument für den Schüleraustausch. Mindestens genauso wichtig ist, wie viel und wie intensiv die jungen Leute mit Einheimischen kommunizieren. Das ist sowohl eine Frage der Gelegenheiten als auch des Engagements, mit dem man die Chancen zur Kommunikation nutzt.
4 Schüleraustausch und Gap Year: Die Auswirkungen auf die Bildungslaufbahn Die Auswirkungen des Auslandsjahres auf die Bildungslaufbahn werden oft nur unter dem Aspekt betrachtet, ob die Abwesenheit von der deutsche Schule zu Problemen führen könnte. Dabei geht es um die Frage, wann die jungen Leute in Deutschland sein müssen, um wichtige Inhalte oder Prüfungen nicht zu verpassen. Sinnvoll ist, die Schlussphase vor dem Abschluss in Deutschland zu sein, um die Abiturprüfungen optimal vorzubereiten. Davor ist es eine Frage des Wohnortes, der Schulart (Gymnasium, Gesamtschule etc.) und der Schulform (G8 oder G9), weil die Regelungen in den Bundesländern unterschiedlich sind. Am Ende geht es dann um die Frage, ob das Auslandsjahr an die Schulzeit „angehängt“ wird oder nicht. Wenn man bedenkt, dass die Schulzeitverkürzung als großer Flop geendet ist, solle man eine Verlängerung der Schulzeit als gute Alternative bewerten. Für die Schullaufbahn ist wichtig zu wissen, dass die Schüler nach dem Auslandsjahr nicht nur gereifter zurückkommen, sondern vor allem eine deutlich höhere Lernmotivation haben mit entsprechenden Effekten für ihren Schulerfolg zuhause.
Der Auslandsaufenthalt nach der Schulzeit bietet den jungen Leuten vor allem die Chance, sich ihrer weiteren Bildungs- und Lebensziele zu vergewissern. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass die deutschen Schulen weiterhin eine effektive Vorbereitung auf das Leben und die Berufsorientierung nicht leisten. Ein Effekt für die Bildungslaufbahn ist mit dem Gap Year also nur insoweit gegeben, als der Aufenthalt im Ausland die Chance bietet, das persönlich passende Studien- und Berufsziel zu erkennen. Dies ist nicht als Alternative zum Schüleraustausch sinnvoll, sondern oft eine gute Ergänzung.
5 Schüleraustausch und Gap Year: Die Kosten des Auslandsjahres Das Auslandsjahr ist in jedem Falle mit erheblichen Kosten verbunden. Schließlich geht es darum, in einem anderen Land zu leben. Reise- und Organisationskosten kommen dazu. Die Kosten des Schüleraustausches hängen vor allem von dem Zielland, den Kosten für das Schulgeld, die Unterkunft, Verpflegung und die Organisation ab. Beim Gap Year kommen zur Anreise in das Zielland vor allem die Kosten für Unterkunft und Reise im Ausland hinzu. Wegen der wechselnden Aufenthaltsorte sind diese Kosten gegenüber dem Schüleraustausch sehr hoch.
6 Schüleraustausch und Gap Year: Die Finanzierung des AuslandsjahresAuslandsaufenthalte für Bildungszwecke sind grundsätzlich privat zu finanzieren. Dazu muss man berücksichtigen, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland ja entfallen. Für den Schüleraustausch gibt es auch staatliche Vergünstigungen: Das Kindergeld wird weiter gezahlt; je nach Einkommen gibt es Auslands-BAföG. Außerdem können die Schüler sich um Stipendien bewerben. Die Schüleraustausch Stipendien-Datenbank (www.schueleraustausch-portal/stipendien) nennt mehr als 1.000 Stipendien-Angebote. Wenn man dann noch bei der Auswahl des Anbieters auf die Kosten sieht, kann man das Auslandsjahr mit einem geringen Eigenanteil finanzieren. Für das Gap Year gibt es kaum Stipendien. Teilweise werden die Programme staatlich gefördert, vor allem die Freiwilligendienste. Bei den anderen Gap Year-Programmen tragen die jungen Leute einen wesentlichen Teil zur Kostendeckung dann bei, wenn sie im Ausland arbeiten, ob als Au Pair oder im Rahmen von Work and Travel.Die besten Austauschorganisationen für Schüleraustausch und Gap Year. Wer ins Internet sieht, stellt fest: Es gibt sehr viele Anbieter für Schüleraustausch und Gap Year. Wichtig ist, nur solche Anbieter anzusehen, die sowohl leistungsfähig als auch seriös sind. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn man eine vorgeprüfte Anbieter-Auswahl nutzt. Dafür gibt es die Anbieter-Suchmaschine auf dem Schüleraustausch-Portal, das unabhängig informiert (www.schueleraustausch-portal.de/organisationen). Dort gibt es auch die Stipendien Datenbank mit mehr als 1.000 seriösen Stipendien für den Schüleraustausch. Vor der Entscheidung sollten die Schüler zusätzlich mit mehreren seriösen Anbietern persönlich sprechen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die nur seriöse Anbieter zulässt. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Weitere Informationen unter:
https://www.schueleraustausch-portal.de