Start der Aktion “Sag”s dem Horst” für Sanierungsoffensive für Schulen jetzt: Deutsche Umwelthilfe fordert dazu auf, sanierungsbedürftige Schulen zu melden

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– Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler, Lehrende und betroffene Eltern können unter www.duh.de/projekte/sags-dem-horst/ Horst Seehofer Schulen nennen, die dringend saniert werden müssen
– DUH fordert Aufstockung der Mittel für die Schulsanierung und Abbau hoher bürokratischer Hürden
– Sanierungsoffensive für Schulen muss ins Klimaschutz-Sofortprogramm aufgenommen werden

Berlin (ots) – Aufgrund des desaströsen energetischen Zustands von Schulgebäuden startet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) heute die bundesweite Mitmachaktion “Sag”s dem Horst”. Alle Bürgerinnen und Bürger, Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrende können über www.duh.de/projekte/sags-dem-horst/ ein konkret auf ihre Schule bezogenes Schreiben direkt an Bauminister Horst Seehofer schicken. Besonders in Schulen stauen sich seit Jahrzehnten die klimapolitischen Versäumnisse im Gebäudebereich. Der kommunale Investitionsstau in Schulen beläuft sich mittlerweile auf über 45 Milliarden Euro. Gerade in der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie zahlreich die Probleme in Schulen sind: Kinder müssen häufig in stickigen, baufälligen Gebäuden lernen mit fehlender digitaler Infrastruktur und moderner Gebäudetechnik. Zusätzlich führt schlechte Wärmedämmung zu Schimmel und im Sommer herrscht extreme Hitze in den Klassenräumen.

Dazu Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH: “Wie kann es sein, dass Kinder in maroden, schimmeligen, überhitzten Klassenräumen lernen müssen? Die Bundesregierung vernachlässigt aber nicht nur den Gesundheitsschutz von besonders Schutzbedürftigen. Schon jetzt muss die Generation, die künftig stark von der Klimakrise betroffen ist, aufgrund fehlender Effizienzmaßnahmen unter schlechtesten Bedingungen einen großen Teil ihrer Zeit verbringen. In Unternehmen wären vergleichbare Arbeitsumgebungen undenkbar. Der zuständige Bauminister Seehofer hat klimapolitisch versagt. Er muss jetzt eine Sanierungsoffensive für Schulen in das Klimaschutz-Sofortprogramm integrieren. Kommunen und Länder müssen endlich in der Lage sein, Schulen klimazielkonform zu sanieren.”

Seit Jahren fristen der Gebäudebestand und insbesondere die öffentlichen Gebäude wie Schulen ein Schattendasein beim Klimaschutz. Deshalb hat der Gebäudebereich die Klimaziele 2020 erneut weit verfehlt. Auch der Klima-Gebäude-Check der DUH belegt den katastrophalen energetischen Zustand der Schulen und öffentlichen Gebäuden. Damit die energetisch schlechtesten Gebäude identifiziert werden können, braucht es zuallererst einen Sanierungsfahrplan für öffentliche Gebäude.

Kommunen werden, soStefanie Koepsell, Landessprecherin Sachsen des Deutschen Energieberater-Netzwerks, mit dieser Mammutaufgabe allein gelassen. “Kommunen fehlt es nicht nur an finanziellen und zeitlichen Ressourcen, es mangelt auch an Fachpersonal. Energieeffizienz muss bereits am Anfang der Planung berücksichtigt werden, tatsächlich umgesetzt werden und darf nicht nur ein Nachweis auf dem Papier bleiben. Es müssen bürokratische Hürden dringend abgebaut werden und Kommunen brauchen besseren und leichteren Zugang zu Fördermitteln. Von der neuen Bundesförderung effiziente Gebäude profitieren sie im derzeitigen Antrags- und Regelungsdschungel kaum.”

Norman Heise, ehrenamtlicher Vorsitzender des Landeselternausschuss Schule und stellvertretender Vorsitzender des Landesbeirates Schulbau von Berlin statuiert: “Die Gesundheit unserer Kinder darf nicht länger vernachlässigt werden. Es braucht jetzt eine bundesweite Kraftanstrengung, damit Kinder in energetisch vernünftigen und baulich wie gesundheitlich einwandfreien Gebäuden lernen können. So kann Deutschland in gewaltigem Ausmaß CO2-Emissionen einsparen und gleichzeitig verbessert sich die Lernumgebung der Generation, die von der Klimakrise maßgeblich betroffen sein wird.”

Ein prominentes Beispiel für den enormen Sanierungsbedarf von Schulen ist die Anna-Lindh-Schule im Berliner Stadtteil Wedding. Seit über zehn Jahren – und damit über zwei Generationen an Grundschülerinnen und Grundschülern – ist bekannt, dass die Schule dringend saniert werden muss. Klassenräume sind aufgrund von Schimmelbefall nicht mehr zugänglich – der Unterricht findet deshalb in Containern statt. Und obwohl im Rahmen des Gebäudescans Berlin der Sanierungsbedarf in Schulen erhoben wurde und der Schule ein Sanierungsbedarf in Höhe von mindestens 10 Millionen Euro attestiert wurde – passiert ist bisher nichts.

Um den Sanierungsstau in den Schulen zu beheben, fordert die DUH von Bundesminister Seehofer im anstehenden Sofortprogramm für den Gebäudesektor eine Sanierungsoffensive für öffentliche Gebäude. Das Sofortprogramm muss gemäß Klimaschutzgesetz bis zum 15. Juli vorgelegt werden, weil die Klimaziele im Gebäudesektor im vergangenen Jahr verfehlt wurden. Die wichtigsten Eckpunkte dafür:

1. Sanierungsfahrplan für alle öffentliche Gebäude mit klimazielkonformen Standards (EH 55)
2. Deutliche Anhebung der Fördermittel im Gebäudebereich auf bis zu 25 Milliarden Euro, erleichterter Zugang zu Fördermitteln für Kommunen
3. Abbau bürokratischer Hürden (Vereinfachung öffentlicher Ausschreibungen beziehungsweise der Kriterien, Denkmalschutz, Fördermittel, Gesetzgebung)
4. Ausbildungsoffensive für Handwerk und Planerinnen und Planern, um Personalmangel entgegen zu wirken, insbesondere bei energetischer Modernisierung

Links:

– Zu Pressefotos zum heutigen Start der Aktion vor der Anna-Lindh-Schule: http://l.duh.de/p210625
– Zur bundesweiten Mitmachaktion “Sag”s dem Horst”: www.duh.de/projekte/sags-dem-horst/
– Zum Klima-Gebäude-Check der DUH: https://www.duh.de/klima-gebaeude-check/

Pressekontakt:

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin DUH
0170 7686923, metz@duh.de

Stefanie Koepsell, Landessprecherin Sachsen des Deutschen Energieberater-Netzwerks
0341 4957686, sachsen@den-ev.de

Norman Heise, ehrenamtlicher Vorsitzender des Landeselternausschusses Schule und stellvertretender Vorsitzender des Landesbeirates Schulbau von Berlin
0172 1331369, norman.heise@leaberlin.de

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