Corona-Bewältigung: Möglichkeiten der Natur- und Kulturheilkunde

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Proaktive Prävention setzt die bekannten und empfohlenen Schutzmaßnahmen (https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/) voraus, geht aber über diese hinaus und beabsichtigt eine Stärkung des Immunsystems durch Lebensstil und Psychohygiene. Prof. Dr. med. Andreas Michalsen (Professor für Naturheilkunde an der Charité Berlin) hat in einem Interview (https://www.carstens-stiftung.de/artikel/prof-dr-andreas-michalsen-jetzt-die-immunabwehr-durch-den-lebensstil-positiv-beeinflussen.html) darauf hingewiesen, dass „alle Maßnahmen zur Abflachung der Infektionskurve“ im Moment zwar vorrangig sind, in der öffentlichen Diskussion die Stärkung der körpereigenen Immunabwehr durch den Lebensstil aber vernachlässigt wird.

Gerade die Corona-Krise zeigt, dass die in der Medizin übliche pathogene Sicht ergänzt werden sollte durch eine salutogene Sicht, d.h. durch die Frage, was Menschen gesund erhält bzw. sie im Falle von Krankheit wieder genesen lässt. Insbesondere bei Infektionskrankheiten gilt, dass das Immunsystem des Menschen eine nicht zu unterschätzende Rolle für das Risiko einer Ansteckung sowie für den Krankheits- bzw. Genesungsverlauf spielt. Das Immunsystem ist wiederum Teil der sogenannten Selbstregulation und lässt sich durch die Lebensweise sowie Mittel der Natur- und Kulturheilkunde gut beeinflussen.

Naturheilkunde: Das Immunsystem stärken

Ein gutes Immunsystem kann vor Ansteckung schützen, den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Heilungsprozesse unterstützen. Die Naturheilkunde hat hier ein reichhaltiges und überzeugendes Repertoire zu bieten, aus dem wir hier nur einige Punkte nennen.

Stärken kann jeder sein Immunsystem durch den Lebensstil, d.h. durch gesunde Ernährung und Bewegung sowie feste Rhythmen (Pausen, Schlaf etc.). Auch Verzicht auf Rauchen und Alkohol sowie eine Reduzierung des Zuckerkonsums kann positive Effekte auf das Immunsystem haben. Des Weiteren ist es förderlich, genug und regelmäßig zu trinken (am besten Wasser), sich an der frischen Luft zu bewegen und die Sonne zu genießen. Ergänzend können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein, wobei neben Vitamin C vor allem D3, Zink und die Fettsäure Omega 3 in der Naturheilkunde einen Platz haben und gut erforscht sind.

Detaillierte Informationen geben die folgenden Internetquellen:

Prof. Dr. med. Jörg Spitz von der Akademie für menschliche Medizin gibt zehn „einfache und wirksame Ratschläge für den persönlichen Schutz vor Infektionen, ob Corona oder andere“: https://spitzen-praevention.com/2020/03/24/10-einfache-und-wirksame-ratschlaege-fuer-den-persoenlichen-schutz-vor-infektionen/. Zusammen mit dem Apotheker Uwe Gröber diskutiert er, wie man die Abwehrkräfte im Kontext von Corona sinnvoll stärken kann: https://www.youtube.com/watch?v=yWrYPKO-89M

Dr. med. Volker Schmiedel gibt aktuell in seinem Newsletter ein Update zum Corona-Virus: https://www.dr-schmiedel.de/corona-virus-update/. Mit dem Experten für Sport- und Ernährungsimmunologie, Dr. Jens Freese, hat er ein Gespräch über die Stärkung des Immunsystems geführt: https://www.youtube.com/watch?v=n3nNkQpWWPQ&feature=youtu.be.

Insbesondere zu Vitamin D3 gibt es zahlreiche Beiträge, die Wirkmechanismen erklären und den Stand der Forschung darstellen: https://sonnenallianz.spitzen-praevention.com/2020/03/13/vitamin-d-schuetzt-vor-coronavirus/. Dr. med. Raimund von Helden hat bereits am 13.02.2020 wissenschaftliche Fakten
zur Corona-Virus-Abwehr mit Vitamin D zusammengetragen: https://youtu.be/XFEtscQFeoU.
Das Online Magazin Gesundheitslounge bietet auf einer Sonderseite „Stärkung des Immunsystems“ Filme und Informationen sowie Gespräche mit Experten und konkrete Anleitungen, was man selber gegen Corona tun kann: https://gesundheitslounge.de/immunsystem-staerken-corona/
Die Carstens-Stiftung fasst Maßnahmen für ein starkes Immunsystem aus naturheilkundlicher Sicht zusammen: https://www.naturundmedizin.de/massnahmen-fuer-ein-starkes-immunsystem.

Prof. Dr. med. Andreas Michalsen weist in dem bereits erwähnten Interview (https://www.carstens-stiftung.de/artikel/prof-dr-andreas-michalsen-jetzt-die-immunabwehr-durch-den-lebensstil-positiv-beeinflussen.html) darauf hin, dass vermutlich auch „die Autophagie, das sogenannte innere Zellrecycling, die Abwehrkräfte bei viralen Erkrankungen“ stärken kann. Und diese Autophagie kann durch das Intervallfasten gefördert werden, so dass es von Prof. Michalsen auch empfohlen wird.

Kulturheilkunde: Die heilende Kraft der Kultur

Die Naturheilkunde wird ergänzt durch die sich gerade herausbildende Kulturheilkunde. Aus der Sicht der Kulturheilkunde wird das Immunsystem nicht zuletzt durch psycho-emotionale und kulturelle Faktoren beeinflusst. Unsere emotionale Stimmung sowie der Umgang mit Stressoren können das Immunsystem stärken, aber auch schwächen. Eine gute Psychohygiene und die Mittel der Kulturheilkunde sind daher gerade in Zeiten wachsender Belastung von großer Bedeutung.

Vor allem Angst und Panik können leicht zu einer Kaskade negativer Reaktionen im Körper und in der Psyche führen. Ruhe und Gelassenheit hingegen ermöglichen sinnvolle Reaktionen und tragen besser zu einer Bewältigung von Krankheitserregern und Belastungen bei. Einfluss auf das Immunsystem haben neben Stress und mentalen Faktoren auch der Schlaf und die Rhythmen im Alltag. Trotz allem auch mal lächeln oder sogar herzhaft lachen sowie sich einfach mal wieder freuen können sind gerade jetzt von unschätzbarem Wert! Der schöne Zustand von Selbstvergessenheit gibt wieder Kraft und stärkt die Resilienz.

Möglich wird dies vor allem durch kulturelle Erlebnisse, die uns tief berühren und für einen Moment einfach glücklich sein lassen. Viele Kulturschaffende zeigen in den letzten Tagen wie durch Phantasie und technische Medien Kulturgenuss auch in Zeiten „sozialer Distanz“ möglich ist. Es lässt einen fast vor Freude weinen, wenn uns Trompeter der Anhaltischen Philharmonie Dessau aus Homeoffice mit den irischen Segenswünschen grüßen: https://www.youtube.com/watch?v=Ly7IfI6y8m8 oder in Italien der Coro virtuale den „Gefangenenchor“ aus der Oper Nabucco von Verdi als Gruß in die Welt schickt: https://www.youtube.com/watch?v=JTVXEGIS3LE

Kultur lässt sich auch online erleben. Die Webseite vogue.de stellt in einem Artikel „Kultur online erleben“ neben Musik und Theater auch virtuelle Ausstellungen im Internet vor: https://www.vogue.de/kultur/artikel/die-besten-virtuellen-ausstellungen-konzerte-und-theater. Und die Webseite von GEO nennt Museen und Ausstellungen, die man jetzt virtuell besuchen kann: https://www.geo.de/reisen/reisewissen/22736-rtkl-coronakrise-diese-museen-koennen-sie-virtuell-besuchen. GEO sieht als derzeit aufwendigstes Projekt das „Museum of the World“, das von Google Arts & Culture gemeinsam mit dem British Museum in London initiiert ist: „User können sich einfach per Maus durch die Epochen scrollen und je nach Kontinent oder Themenschwerpunkt (z.B. Kunstgeschichte oder Religion) wichtige Exponate entdecken, zu denen es dann jeweils Bild, Text sowie Audiomaterial gibt: https://britishmuseum.withgoogle.com
Nicht zuletzt ist ein achtsamer Umgang mit Nachrichten und vor allem mit Fake News erforderlich. Denn das, was wir glauben, kann durchaus auch Auswirkungen auf das Immunsystem habe. Weniger ist vielleicht gerade jetzt mehr und ein Medien-Fasten kann die Stimmung positiv beeinflussen. Dies gilt ganz besonders auch für Verschwörungstheorien, die über Social Media verbreitet werden. In Anlehnung an Byron Katie (The Work) könnte man gerade bei Verschwörungstheorien fragen, was macht das mit mir, wenn ich daran glaube. Die Antwort ist eigentlich immer: Verschwörungstheorien jedweder Art führen zu Angst und erzeugen Ohnmachtsgefühle – führen also nicht zu Kohärenzgefühl und schwächen damit das Immunsystem. Dass es eine Korrelation zwischen negativen bzw. angsterzeugenden Nachrichten einerseits und körperlichem und seelischem Befinden andererseits gibt, ist übrigens seit langem in den Medienwissenschaften, der Kommunikationspsychologie und in der Stressforschung bekannt.
Glücklicherweise gibt es im Internet aber auch zunehmend Angebote sogenannter „positiver Nachrichten“ im Sinne der positiven Psychologie. Dabei wird Realität natürlich nicht ausgeblendet, aber die Auswahl und die sprachliche Formulierung (heute auch unter dem Begriff „Framing“ bekannt) spielen eine Rolle. Hier ein aktuelles Beispiel zum Thema „10 Dinge, die trotz Corona jetzt Mut machen“: https://nur-positive-nachrichten.de/positive-nachrichten/10-dinge-die-trotz-corona-jetzt-mut-machen. Auch Focus Online hat einen „Gute-Nachrichten-Ticker“: https://www.focus.de/perspektiven/gute-nachrichten/

Zum Thema Kommunikation in Krisenzeiten haben Dr. med. Volker Schmiedel mit Prof. Dr. Hartmut Schröder ein Gespräch geführt: https://www.youtube.com/watch?v=HhoZyO8G-es

Schließlich brauchen wir gerade in schweren Situationen Mutmacher, wobei manchmal schon wenige Worte ausreichen, um eine Perspektive heilsam zu wechseln. Als Beispiel dafür mögen die folgenden Zeilen dienen, die wir in unserer Praxis für Patientinnen und Patienten ausgelegt haben:

Welt im Untergang
sagt der Mensch
Wiesen blühen
spricht die Natur
Frühling
Auf wen höre ich

(Marlen Schröder)

Weitere Informationen unter:
https://www.empathieakademie.de