Design Thinking: Mannheim Business School (MBS) und Institut für soziale Nachhaltigkeit (IfsN) realisieren erfolgreichen Workshop

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MANNHEIM. Was sind die größten Herausforderungen für die Stadt Mannheim im Jahr 2030? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Workshops des Instituts für soziale Nachhaltigkeit (IfsN) der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) für MBA-Studierende der Mannheim Business School (MBS). Der Workshop wurde von Prof. Dr. Esin Bozyazi von der HdWM geleitet. Dabei kam eine kreative Design-Thinking-Methode für soziale Innovationen zur Anwendung.

Prof. Bozyazi über die Definition von Design Thinking

„Design Thinking ist ein leistungsstarkes Werkzeug, das von den innovativsten Unternehmen weltweit erfolgreich eingesetzt wird“, sagt Prof. Bozyazi mit Überzeugung. Mit der Methode Design Thinking gelange man zu wirklich neuen und umsetzbaren Lösungen. Aufregende und effektive Mittel und Methoden seien ausdrücklich gewünscht, um so neues Wissen zu generieren und zu sammeln. Die Teilnahme am Workshop Design Thinking for Social Sustainability ermögliche den Studierenden die Zusammenarbeit mit erfahrenen Design Thinking Coaches, um zu lernen und einzuüben, wie man mit Design Thinking reale Probleme im täglichen Business angehen könne.

„Im Workshop konnten wir den Teilnehmern wertvolles neues Wissen vermitteln, mit dem diese ihre Unternehmen bei Innovationen gleichermaßen anwenderorientiert wie auch nachhaltig unterstützen können. Um soziale Innovationen in der Region Rhein-Neckar – insbesondere in Mannheim – zu fördern, möchte das IfsN mit Studierenden und jungen Forschern anderer Hochschulen, wie etwa auch der Hochschule Heilbronn, zusammenarbeiten. Ziel ist eine internationale, hochschulübergreifende, interdisziplinäre und anwendungsorientierte Transferforschung“, so Prof. Bozyazi weiter.

Die Design Challenges im Einzelnen:

Im Zentrum standen drei Herausforderungen, die von den diversen Teams zu meistern waren:
• Wie können Unternehmen in Mannheim erfolgreich soziale Verantwortung leben (CSR)?
• Wie können wir die beste Arbeitserfahrung für junge Berufstätige von heute gestalten, wenn sie ins Arbeitsleben eintreten?
• Wie könnte Mannheim bis 2030 eine weltweit führende soziale Nachhaltigkeit für seine Bewohner erreichen?

Die Teilnehmenden der MBS: Kompetenz, Innovationsstärke, Performance

Die Mannheim Business School (MBS) ist in allen namhaften internationalen MBA-Rankings die Nummer 1 in Deutschland. Auch in Europa und weltweit nimmt sie einen Platz unter den Besten ein. Am Workshop des IfsN nahm fast die gesamte Vollzeit-MBA-Klasse 2018 der MBS mit 54 Teilnehmenden aus 23 Ländern teil. Die Studierenden können auf durchschnittlich sechs Jahre Berufserfahrung zurückblicken und kommen aus sehr verschiedenen Branchen und Tätigkeiten. Zum Vollzeit-MBA-Studium der Mannheim Business School gehört ein Social Sustainability Project, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Eigenregie planen und durchführen.

Experten aus fast 20 Fachgebieten präsent – Franz Motzko begleitet Thema CSR

Im Vorfeld der Veranstaltung wurden zahlreiche Experten aus dem Großraum Mannheim „generiert“, die sich an diesem Samstag den Teams zur Verfügung stellten. Unter ihnen Franz Motzko, der als Experte für das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) Rede und Antwort stand. Der Kommunikationsfachmann und Verwaltungswissenschaftler verantwortet an der HdWM die Presse- und Kommunikationsarbeit. Motzko: „Bei einer Reihe von Fragen ging es darum, wie sich das interkulturelle Zusammenleben der Mannheimer Community mittelfristig entwickeln könnte. Dabei wurde auf mehrere zukunftsweisende CSR-Initiativen eingegangen, die hiesige Unternehmen gemeinsam mit der IHK Rhein-Neckar initiiert und auf den Weg gebracht haben. Und: In den letzten sechs Jahren haben zahlreiche namhafte Unternehmen der Region ihre auf soziale Nachhaltigkeit ausgerichteten CSR-Programme auch visibilisiert“. Jedenfalls zeigten sich die MBA-Studierenden davon überzeugt, dass das Thema CSR in Wirtschaft und Gesellschaft längst fest verankert sei.

Am Beispiel der 20 Flüchtlinge, die derzeit an der HdWM erfolgreich studieren, konnte Motzko über das Gelingen bei der Eingliederung von Flüchtlingen in den Hochschulbetrieb berichten. „Finanziert wird deren Studium u.a. durch CSR-Aktivitäten von Unternehmen aus Mannheim und Umgebung. Im Jahre 2030 werden diese Hochschul-Absolventen die Mannheimer Community nicht nur bereichern, sondern auch inspirieren und mitgestalten. Gelungene Integration, Vielfalt und Interkulturalität sind dann keine Visionen mehr, sondern gelebte Wirklichkeit“, gibt sich Motzko optimistisch.

Weitere Fragen betrafen den industriell-technischen Progress, die städtebauliche Fortentwicklung sowie die gestalterischen Aspekte der Stadt Mannheim und deren gesellschaftlicher Verfassung. Der Mensch solle dabei stets im Mittelpunkt stehen. Weiter gelte es, den Einklang von Ökonomie und Ökologie anzustreben und mit den demokratisch legitimierten, gesellschaftspolitischen Prozessen und Zielen in Übereinstimmung zu bringen. Letztlich gehe es dabei schlicht um den Erhalt der Schöpfung!

Prof. Castellucci: IsfN als Denk- und Projektwerkstatt – Forschung, Praxistransfer und mehr

Prof. Castellucci lehrt an der HdWM Nachhaltiges Management, insbesondere Integrations- und Diversity-Management: „Das IfsN ist ein Think-and-Do-Tank – eine Denk- und Projektwerkstatt. Seine Aufgaben sind Forschung, Praxistransfer und politische Handlungsempfehlungen. Es geht darum, das Verständnis der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit zu vertiefen, die Praxis sozialer Nachhaltigkeit zu erproben und soziale Nachhaltigkeit als politisches Programm zu definieren. Das IfsN besetzt damit eine Lücke in der Forschungslandschaft. Es bietet dafür eine Plattform für interne und externe Partnerinnen und Partner. So soll ein Siegel „Sozial nachhaltiges Unternehmen“ entwickelt werden, wofür das Institut mit Partnerunternehmen und weiteren Experten zusammenarbeitet.

Beim Workshop mit der MBS ging Prof. Castellucci insbesondere auf die Werte des guten Zusammenlebens ein. „Über diese Werte muss jede Gesellschaft immer wieder von neuem eine Verständigung erzielen. Das gelingt nicht von selbst. Es ist eine Aufgabe der gemeinsamen Stadtgestaltung von Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung, Vereinen, auch der Wirtschaft.“

Kooperationspartnerschaft mit Social Media Management & Intelligence (SMMI)

Im November 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Sonja Salmen im Kompetenzzentrum Social Media Management & Intelligence (SMMI) das SAP Next-Gen Lab HHN der Hochschule Heilbronn eröffnet. Das SAP Next-Gen Lab HHN steht für einen experimentellen Think Tank und wird eine Digitalisierung des Design-Thinking-Prozesses u.a. durch Einsatz von SAP Jam und Cisco Spark in Experimentalstudien erprobt, um insbesondere disruptive Innovationsideen zu stimulieren.
Zielsetzung der gemeinsamen Forschung sei es, neuartige Einsatzpotenziale (Use-Cases) von audiovisuellen Kollaborationstechnologien zur Generierung von Innovationen unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsziele der UN zu erforschen.

Workshop-Teilnehmer zu 360-Grad-Außenperspektiven animiert

Prof. Bozyazi verwies auf die größer werdende Relevanz und Bedeutung angewandten Design Thinkings und ermutigte die Workshop-Teilnehmer, 360-Grad-Außenperspektiven auf ihre Fragen zu finden. „Dabei geht es um intensive Gespräche mit Personen, die bereit sind, einzigartige Meinungen auszutauschen. Design Thinking ist dabei hilfreich, ein definiertes Problem aus diversen Blickwinkeln zu verstehen und Lösungen zu generieren, die auf allen Ebenen funktionieren“.

Teams präsentieren vielversprechende und zukunftsweisende Ergebnisse

Prof. Castellucci stellt heraus: „Wer Integration fördern will, muss neue Begegnungen ermöglichen. Den ersten Platz der Ideen bekam das ,Pandheimer-Projekt‘. Interkulturelle Begegnungen über Kinder fördern und dafür die ausgeprägte grüne Seite Mannheims, Parks und Grünflächen, nutzen – das hat die Jury überzeugt“. Prof. Bozyazi unterstreicht: „Ein wichtiges Ergebnis des Workshops (Platz zwei von acht Ideen) war, dass die Stadt Mannheim als Start-Up-Standort vermarktet werden soll. Dazu begleiteten die Studenten ein sehr interessantes Social-Entrepreunership-Konzept, das ich als Coach bis Juni dieses Jahres unterstützen werde“. Prof. Salmen freute sich über den 3. Preis, den das Konzept zum sozial nachhaltigen Arbeitsleben der ,Generation Y‘ bekam. Dabei wurden neue Technologien künstlicher Intelligenz eingesetzt, wobei eine maximale Flexibilität und ein gutes soziales Miteinander – auch im Arbeitsleben – ermöglicht werden soll.

Wolfgang Dittmann unterstützt Austausch des IsfN mit der Mannheim Business School

HdWM-Geschäftsführer Wolfgang Dittmann, der gleichzeitig auch Chef der gemeinnützigen Gesellschaft für interdisziplinäre Studien mbH (GIS) des IB ist, sagt: „Der Workshop mit der renommierten MBS ist ein wichtiger Baustein im Austausch der HdWM mit anderen Universitäten und Hochschulen. Praxisorientierte Formate wie diese bringen einen beachtlichen Benefit für die beteiligten Professoren wie auch die Master-Studenten der HdWM“. Die HdWM ist in privater Trägerschaft, Mehrheitsgesellschafter der Internationale Bund (IB), der mit seinen 14.000 Mitarbeitenden einer der großen Bildungsträger in Deutschland ist. Der IB betreibt bundesweit rund 700 Bildungseinrichtungen an 300 Standorten.

Prof. Esin Bozyazi lobt starkes Team

Bei der Konzeption des Workshops wurde Prof. Bozyazi unterstützt von den studentischen Organisatoren und Coaches, Kate Merna und Andrew Fessler (beide USA), sowie Florent Madigand aus Frankreich und Wilhelm Keller von der HdWM. Ein ganz persönliches Anliegen der HdWM-Professorin ist es, Kreativität im Business zu fördern. Außerdem bietet sie Unternehmen Consulting für innovative Ideengenerierung und Geschäftsmodellentwicklung an. Daneben entwickelt sie „Crossover Projects“ interkulturelle Konzepte und leitet europäische Kunstprojekte. An der HdWM lehrt sie Entrepreneurship und Allgemeine BWL. Soeben erschien im Schäfer-Pöschel Verlag ihr neues Buch mit dem Titel „Business-Design-Workshops“ – Inspiration für Innovatoren und Start-ups“. Prof. Bozyazi ist stellvertretende Direktorin des IfsN und verantwortet unter anderem Methodenlehre für eine sozial nachhaltige Entwicklung.

Prof. Castellucci: Bürgerbeteiligung, Arbeitsmarktintegration, regionale Zusammenarbeit wichtig

Schon seit Jahren beschäftigt sich Prof. Castellucci mit den sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit muss vom Menschen her gedacht werden. Es liegt an uns, ob der Planet überlebt oder nicht“, zeigt sich Castellucci überzeugt. Schwerpunkte seiner Arbeit liegen bis heute in den Bereichen Bürgerbeteiligung, Arbeitsmarktintegration und regionale Zusammenarbeit. Bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 wurde Prof. Castellucci in den Deutschen Bundestag gewählt und war dort unter anderem stv. Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung.
Text: Franz Motzko

Weitere Informationen unter:
https://www.hdwm.de