Ethischer Konsum in der Weihnachtszeit

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Weihnachten steht vor der Tür: Gerade in dieser Zeit konsumieren
wir besonders viel, kaufen Geschenke, buchen unsere Reisen für das kommende Jahr
und treffen uns auf Weihnachtsmärkten. Doch jeder Kauf ist mit moralischen und
nachhaltigen Fragen verbunden. Wie wir ethisch konsumieren und was Unternehmen
tun können, erklärt Prof. Dr. Hendrik Müller, Wirtschaftsethiker und Professor
an der Hochschule Fresenius.

Die Werbeindustrie verkündet in der Vorweihnachtszeit verstärkt ihre
Botschaften, die uns zum Konsum animieren sollen. Angesichts drängender Themen
wie dem Klimawandel, der Überbevölkerung oder der gesellschaftlichen
Ungleichheit ist jeder Kauf heutzutage mit moralischen Fragen und weitreichenden
Konsequenzen verbunden. Wo wurde das Hemd produziert? Wurde Bio-Baumwolle
verwendet? Kommt die Gans auf dem Tisch aus einer Massentierhaltung? Laut einer
Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen werden in Zukunft Ethik und
Moral beim Einkauf eine immer größere Rolle spielen als bisher.

Weniger Fleisch aus der Massentierhaltung, weniger Plastikverbrauch, weniger
Reisen: Im Grunde wissen Konsumenten, dass sie ihr Konsumverhalten ändern
müssen. Doch nach wie vor fällt es vielen Menschen schwer, sich umzustellen.
“Das hat vielfältige Gründe. Viele Verbraucher setzen es sich inzwischen zum
Ziel, umweltschonende und nachhaltige Produkte zu kaufen”, erklärt Müller.
Trotzdem zeigen Statistiken, dass nur fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung in
Deutschland tatsächlich nachhaltig konsumieren. “Das ethische Bewusstsein ist
zwar vorhanden, aber es spiegelt sich nicht im Handeln wider. Hier liegt eine
Diskrepanz vor”, so der Wirtschaftsethiker weiter. Dies liege auch daran, dass
wir mitunter widersprüchliche Meldungen zum Thema Nachhaltigkeit erhalten. “Dies
verunsichert und überfordert Menschen. Sie fragen sich, inwiefern die
Auswirkungen ihres Handelns überhaupt eine Rolle spielen und neigen dann dazu,
nichts oder nur wenig zu verändern.”

Müller fordert daher eine Systemänderung: “Nicht nur Verbraucher sollten ihr
Konsumverhalten hinterfragen, sondern auf politischer Ebene müssen entsprechende
Rahmenbedingungen und Anreize geschaffen werden.” Auch Unternehmen sollten
umdenken und entsprechende Angebote schaffen. Eine Veränderung könne nur durch
ein Zusammenspiel aller Akteure bewirkt werden. Müller rät beispielsweise, den
bestehenden Warenangeboten wie aktuell rund um den Black Friday zu widerstehen.
Die Unternehmen ihrerseits könnten sich aus der undurchsichtigen Rabattschlacht
heraushalten, was einige Anbieter auch tun und kommunizieren. Aus
wirtschaftsethischer und nachhaltiger Sicht sollten sie zudem Überproduktionen
vermeiden und nur das herstellen, was auch tatsächlich nachgefragt wird. Im
Sinne der Circular Economy oder Kreislaufwirtschaft empfehle es sich, mehr
Produkte zu kreieren, die up- und recycelt werden können. Daneben sollten
Umwelt- und Sozialsiegel eine Orientierung ermöglichen. Ein gutes Beispiel
hierfür sei das neu eingeführte staatliche Gütesiegel in der Textilindustrie –
der grüne Knopf. Das Siegel stellt verbindliche Anforderungen, um Mensch und
Umwelt zu schützen.

Insbesondere in der Weihnachtszeit biete sich für Konsumenten die Chance, ihre
Käufe kritisch zu hinterfragen. “Wir haben alles im Überfluss. Daher sollten wir
uns beim Einkauf nach der Sinnhaftigkeit fragen. Brauchen wir oder der
Beschenkte das Produkt tatsächlich?”, gibt er zu bedenken. Alternative
Verpackungen seien auch eine Möglichkeit, nachhaltig zu schenken. So könne man
entweder bereits verwendetes Geschenkpapier nochmals benutzen oder die Geschenke
in bemaltes Zeitungspapier einpacken. “Der Charme des Aufreißens geht damit
nicht verloren. Und man kann einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten”,
sagt der Hochschulprofessor.

Das ausführliche Interview gibt es auf unserem Wissenschaftsblog:
http://ots.de/BuZAYa.

Über die Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt
am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum
in New York gehört mit über 13.000 Studierenden zu den größten und
renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr
als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in
Wiesbaden das “Chemische Laboratorium Fresenius”, das sich von Beginn an sowohl
der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule
staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges
Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design,
Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und
Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende
(duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat
institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere
ihr “breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen”,
“ihre Internationalität” sowie ihr “überzeugend gestalteter Praxisbezug” vom
Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für
weitere fünf Jahre reakkreditiert.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.hs-fresenius.de

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