Exklusive WDR-Datenrecherche: Schlechte digitale Ausstattung an NRW-Schulen

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Die Schulen in NRW hinken bei der Digitalisierung bis auf wenige Ausnahmen hinterher. Im Schnitt müssen sich zwischen 10 und 30 Schüler*innen ein Gerät teilen – das ist das Ergebnis einer exklusiven WDR-Recherche. Aber es fehlt nicht nur an ausreichend Laptops oder Tablets, sondern auch an schnellem Internet.

Dabei ist eine gute digitale Ausstattung an den Schulen in NRW in Zeiten von Corona wichtiger denn je. Denn erst so wird Lernen auch auf Distanz möglich. Doch wie viele und welche Geräte stehen den ca. 2,5 Millionen Schüler*innen in NRW überhaupt zur Verfügung? Diese Frage können weder Schulministerium noch die Bezirksregierungen beantworten, denn der Stand wird nicht zentral erfasst. Deshalb hat der WDR im Juli 2020 alle 396 Kommunen in NRW angeschrieben und nachgefragt. Grundlage war das Informationsfreiheitsgesetz (IFG). 78 Prozent (309) aller Kommunen haben dem WDR geantwortet.

So können wir Aussagen über 3.818 Schulen und 1,45 Millionen Schüler*innen treffen. Diese sind:

1. Eine flächendeckende Versorgung der Schüler*innen mit digitalen Geräten ist nicht gegeben, auf ein Gerät kommen im Schnitt zwischen 10 und 30 Schüler*innen. Abgefragt wurde die Ausstattung mit Laptops, Tablets, Desktop-PCs und Whiteboards. Um die Geräte, die mobil eingesetzt werden können, steht es konkret so: Im Schnitt kommt auf 30 Schüler*innen ein Laptop und auf 12 Schüler*innen ein Tablet.

2. Die Versorgung mit schnellem Internet ist regional sehr unterschiedlich. Im Schnitt hat nur jede dritte Schule einen Glasfaseranschluss. Die flächendeckende Anbindung mit der Glasfasertechnik als Voraussetzung für schnelles Internet an den Schulen ist erklärtes Ziel der NRW-Landesregierung. Bis zum Ende des Jahres 2020 sollen 60 Prozent der Schulen mit Glasfaser versorgt sein. Dieses Ziel wird wohl nicht zu erreichen sein.

3. Die NRW-Kommunen gaben pro Schüler*in im vergangenen Jahr im Durchschnitt 57,10 Euro für die Digitalisierung aus (bezogen auf 2019). Experten schätzen, dass die Kommunen im Schnitt 400 Euro pro Schüler*in pro Jahr ausgeben müssten, um eine gute Ausstattung und Folgefinanzierung zu gewährleisten. Offenbar haben die Kommunen die Investitionen im Jahr 2019 zurückgefahren, in Erwartung der Mittel aus dem Digitalpakt.

4. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen der Versorgung und Finanzierung auf dem Land und in der Stadt. Die vom WDR erhobenen Daten gab es in dieser Form in Nordrhein-Westfalen noch nicht. Sie zeigen, wie es um die Digitalisierung an Schulen in NRW bestellt ist.

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