Startschuss für die Thüringer Schulcloud

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Im Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung
und Medien (ThILLM) wird heute für 20 Digitale Pilotschulen verschiedener
Schulformen, fünf Spezialgymnasien in staatlicher Trägerschaft sowie 17
Einrichtungen der zweiten und dritten Phase der Lehrerausbildung der Startschuss
gegeben, um ab dem neuen Jahr 2020 mit der Schul-Cloud des
Hasso-Plattner-Instituts (HPI) arbeiten zu können. Finanziert wird das Projekt
aus Mitteln des DigitalPakts Schule.

“Eine Cloudlösung, auf die in der Zukunft alle Schulen zugreifen und sie in den
Unterricht einbinden können, stellt einen zentralen Eckpfeiler in unserer
Digitalstrategie dar”, betont Thüringens Bildungsminister Helmut Holter. “Ich
bin überzeugt, dass wir damit neue Potentiale für einen attraktiven,
interessanten und zeitgemäßen Unterricht erschließen und das Lehren und Lernen
noch individueller gestalten können. Unsere 20 Digitalen Pilotschulen werden
ihre Erfahrungen mit der Thüringer Schulcloud allen anderen Schulen zur
Verfügung stellen und so mit dafür sorgen, dass von einer digitalen Lernumgebung
bald überall Gebrauch gemacht werden kann. Das wird der Qualität des Unterrichts
einen kräftigen Impuls verleihen”, so Holter.

“Die Thüringer Schulcloud schafft die technische Grundlage dafür, dass Lehrende
und Lernende in einem geschützten Raum sicher und einfach auf digitale Inhalte
zugreifen können”, sagt Professor Christoph Meinel, Direktor des
Hasso-Plattner-Instituts und Leiter des Schul-Cloud-Projekts. “Bei der
Weiterentwicklung der HPI Schul-Cloud ist die enge Zusammenarbeit mit den
Pilotschulen extrem wichtig”, betont Meinel. Von ihren praktischen Erfahrungen
und Anregungen würden die Wissenschaftler/innen und Entwickler/innen sehr stark
profitieren.

Bereits letzten Donnerstag wurde am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam
eine entsprechende Vereinbarung durch das ThILLM unterzeichnet. “Gemeinsam mit
den insgesamt 42 Einrichtungen wird in den nächsten Monaten eine Thüringer
Schulcloud entwickelt, die auch auf landesspezifische Besonderheiten eingehen
wird. Danach ist eine schrittweise Erweiterung geplant”, sagte der
stellvertretende Direktor des ThILLM, Martin Seelig am Rande der Unterzeichnung.

“In Thüringen wird die Schulcloud über das Thüringer Schulportal zur Verfügung
gestellt. Das Portal bündelt kostenfrei zugängliche Informationen, Materialien
und Serviceleistungen zu einem Gesamtpaket für den frühkindlichen und
schulischen Bildungsbereich, die Cloud ist ein weiterer Entwicklungsschritt
dieser zentralen Informations- und Arbeitsplattform in der Thüringer
Bildungslandschaft”, ergänzt der zuständige Referatsleiter im ThILLM, Jörg
Becker.

Die HPI Schul-Cloud wird in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner MINT-EC und
den Datenschützer/innen aller Bundesländer im Arbeitskreis “Schule und Technik”
entwickelt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
gefördert. Die digitale Lehr- und Lernumgebung ist intuitiv bedienbar, von jedem
Ort, zu jeder Zeit und unabhängig vom Endgerät aufrufbar. Sie bietet Lehrenden
und Lernenden einen digitalen Lernraum, in dem ihre (personenbezogenen) Daten
und Materialien sicher vor unberechtigten Zugriffen sind. Hier können sie allein
oder im Team Bildungsmaterialien kollaborativ erarbeiten, teilen,
weiterentwickeln, feedbacken und auch für externe Teammitglieder (z.B.
schulübergreifend) freigeben.

Durch den browserbasierten Zugang zur Cloud entfallen für Nutzer/innen jegliche
aufwendige Installationen und Aktualisierungen der Software auf einzelnen
Endgeräten. Bundesweit arbeiten bereits Schulen des Projektpartners MINT-EC mit
der HPI Schul-Cloud. Darüber hinaus gibt es Pilotprojekte mit den Bundesländern
Niedersachsen, Brandenburg und jetzt auch Thüringen.

Die HPI Schul-Cloud

Schulen benötigen zur Nutzung digitaler Lehr- und Lerninhalte eine
zukunftssichere IT-Infrastruktur. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelt
gemeinsam mit dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC, zahlreichen
Experten/innen aus Wissenschaft und Praxis und gefördert durch das
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Schul-Cloud, mit der
digitale Inhalte verschiedener Anbieter einfach und sicher in der Schule genutzt
werden können. Das Projekt wird kontinuierlich von Vertretern/innen der
Ministerien, Schulen und Branchenverbänden sowie der Arbeitskreise “Technik” und
“Datenschutz und Schule” der Landesdatenschutzbeauftragten begleitet. Bundesweit
arbeiten derzeit 120 ausgewählte Schulen des Projektpartners MINT-EC im Rahmen
eines Pilot-Projekts mit der Schul-Cloud. Bis 2021 sollen schrittweise alle rund
300 Schulen des MINT-EC-Netzwerks an die Schul-Cloud angeschlossen werden, die
aber auch anderen Schulen offensteht. Weitere 43 niedersächsische Schulen
sämtlicher Schulformen kommen über die Kooperation mit der Niedersächsischen
Bildungscloud (NBC) hinzu. 51 Schulen aus Brandenburg arbeiten seit Beginn des
Schuljahrs mit der Schul-Cloud Brandenburg. Mit der Schul-Cloud soll das Lernen
mit digitalen Inhalten in der Schule und zu Hause ermöglicht werden.

Weitere Informationen unter: https://schul-cloud.org/ und
https://hpi.de/schulcloud

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres
Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem
Bachelorstudiengang “IT-Systems Engineering” bietet die gemeinsame
Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein
deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches
Informatikstudium an, das von derzeit rund 600 Studierenden genutzt wird. In den
vier Masterstudiengängen “IT-Systems Engineering”, “Digital Health”, “Data
Engineering” und “Cybersecurity” können darauf aufbauend eigene
Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das
HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste
Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet
jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 19 Professoren
und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es
betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber
auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen
in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind
die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme.
Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für
alle Lebensbereiche.

Pressekontakt:
presse@hpi.de
Christiane Rosenbach, Tel. 0331 5509-119, christiane.rosenbach@hpi.de
und Friederike Treuer, Tel. 0331 5509-177, friederike.treuer@hpi.de

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