Weltalphatag 2019: Volkshochschulen fordern die Ausweitung der Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

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Anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8.
September erneuern die Volkshochschulen in Deutschland ihre Forderung
nach einer staatlichen Regelförderung für die Teilnahme an Kursen der
Grundbildung und Alphabetisierung. “Menschen mit geringer
Lesekompetenz sind oft von staatlichen Transferleistungen abhängig
oder arbeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Es ist
schlicht weltfremd, anzunehmen, dass diese Menschen ihre nachholende
Grundbildung selbst finanzieren können”, verdeutlicht Ulrich
Aengenvoort, Direktor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV).
Als Erwachsene Lesen und Schreiben zu lernen, ist ein großer
Kraftakt! Auf dem Weg in eine dauerhafte und existenzsichernde
Beschäftigung aber meist unumgänglich.

“Da ein Grund für schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt mangelnde
Grundbildung ist, wollen wir die nationale Dekade für
Alphabetisierung ausbauen…”, lautet eine hehre Zielsetzung des
Koalitionsvertrages, deren Umsetzung bislang auf sich warten lässt.
Gemeinsam mit anderen Partnern innerhalb der Dekade fordert der
Deutsche Volkshochschul-Verband entscheidende Verbesserungen in allen
Handlungsfeldern der Alphabetisierung und Grundbildung. Dies haben
die Träger in einer gemeinsamen Stellungnahme ausführt
(www.volkshochschule.de/weltalphatag2019).

Besonders wichtig ist aus Sicht der Volkshochschulen, mehr
Lehrkräfte für die Alphabetisierung zu gewinnen und sie fachlich zu
qualifizieren. Mit der Basisqualifizierung ProGrundbildung besteht
dafür eine solide Grundlage, deren Umsetzung flächendeckend von Bund
und Ländern gefördert werden muss.

Wichtig ist auch ein digitales Lernangebot, wie das vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte
vhs-Lernportal, das Lernenden in Ergänzung zu einem vhs-Kurs
kostenfreie Übungen zum Lesen, Schreiben und Rechnen bietet. Dieses
Potential muss zum Grundbildungsportal ausgebaut werden.

Und weiterhin wird es wichtig bleiben, Menschen mit geringer Lese-
und Schreibkompetenz für das Nachholen von Grundbildung zu gewinnen,
auf sie zuzugehen und passende, bedarfsgerechte Angebote für sie zu
entwickeln.

Dass der Bedarf an Grundbildungs- und Alphabetisierungsangeboten
nach wie vor sehr groß ist, belegen die aktuellen Zahlen der
leo-Studie von 2019, wonach 6,2 Millionen Menschen in Deutschland nur
gering literarisiert sind. “Ohne flächendeckende
Grundbildungsangebote bleibt Betroffenen die uneingeschränkte
Teilhabe am öffentlichen Leben verwehrt. Grundbildung ist und bleibt
wichtiger Bestandteil der Weiterbildung, der endlich ausreichend
gefördert werden muss”, resümiert Aengenvoort die Forderungen des
Deutschen Volkshochschul-Verbandes.

Pressekontakt:
Ulrike Arnold
Koordinatorin im Projekt “AQUA – Alphabetisierung als
Querschnittsaufgabe”
arnold@dvv-vhs.de
0228 / 975 69 157

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