Gegen Urkundenfälschung: Universitätskonsortium entwickelt technischen Standard für akademische Leistungsnachweise

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Gefälschte Lebensläufe und Zeugnisse stellen weltweit ein
wachsendes Problem dar. Sie sind mit digitalen Technologien leicht zu
manipulieren und die Art der Ausstellung und Verwaltung akademischer
Leistungsnachweise hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Zwölf
international führende Universitäten haben sich daher 2018 zu einem Digital
Credentials Consortium (DCC) zusammengeschlossen, um einen neuen Standard zu
entwickeln, der einen sicheren und zuverlässigen Austausch sowie die
Verifizierung akademischer Leistungsnachweise ermöglicht. Ziel ist es, gemeinsam
eine globale Infrastruktur für digitale akademische Leistungsnachweise
aufzubauen, die auf der Blockchain-Technologie basiert. Ein neues Whitepaper des
Universitätskonsortiums beschreibt die zentralen Anforderungen und benötigten
Funktionalitäten für den Aufbau einer sicheren, verteilten und gemeinsam
nutzbaren Infrastruktur. Außerdem skizzieren die Autoren darin grob die
System-Architektur, die in der jetzt folgenden Prototyp-Phase verfeinert wird.
Das Whitepaper finden Sie unter: https://digitalcredentials.mit.edu/

Wichtiger Antrieb für das Gemeinschaftsprojekt ist das Interesse der
Universitäten, digitale Technologien so einzusetzen, dass sie sich stärker an
den Bedürfnissen der Lernenden orientieren. Mithilfe digitaler
Leistungsnachweise erhalten Lernende ihr Leben lang Zugriff auf all ihre
Abschlüsse – dazu können Zeugnisse, aber auch Bestätigungen für Praktika oder
für die Teilnahme an Bootcamps zählen. All diese Nachweise können sehr einfach
mit Arbeitgebern und anderen Institutionen geteilt werden.

“Dass Universitäten ihre Abschlüsse noch immer auf Papier ausstellen und diese
nicht digital und automatisiert zu validieren sind, ist schlicht nicht mehr
zeitgemäß”, so Prof. Christoph Meinel, HPI-Direktor und Leiter des Fachgebiets
Internet-Systeme und Technologien. “Wir freuen uns, dass wir mit unserer
Expertise, unter anderem im Bereich Blockchain, nun gemeinsam daran arbeiten,
hier sinnvolle, technologisch gestützte Lösungen zu entwickeln.” Auf seiner
digitalen Lernplattform openHPI (https://open.hpi.de/) stellt das HPI schon seit
längerem digitale Zeugnisse für Lernende aus.

Über das Digital Credentials Consortium (DCC)

Das Digital Credentials Consortium (DCC) wurde 2018 von international führenden
Universitäten mit Fachkenntnissen in der Gestaltung überprüfbarer digitaler
akademischer Zeugnisse gegründet, mit dem Ziel eine vertrauenswürdige, verteilte
und gemeinsam genutzte Infrastruktur zu schaffen. Diese soll zum Standard für
das Ausstellen, Speichern, Anzeigen und Überprüfen digitaler akademischer
Zeugnisse werden. Das DCC möchte zu einer Bildungslandschaft beitragen, die die
Entscheidungsfreiheit der Lernenden erhöht und ein gerechteres Lernen fördert.
Das Konsortium befasst sich zunächst schwerpunktmäßig mit Anwendungsfällen in
der Hochschulbildung. Erklärtes Ziel ist es aber, dass später sämtliche
Bildungsnachweise und -zeugnisse einbezogen werden. Weitere Informationen finden
Sie unter: https://digitalcredentials.mit.edu/

Gründungsmitglieder des DCC:

Delft University of Technology

Georgia Institute of Technology Harvard University Hasso Plattner Institute,
University of Potsdam Massachusetts Institute of Technology McMaster University
Tecnológico De Monterrey Technical University of Munich University of
California, Berkeley University of California, Irvine University of
Milano-Bicocca University of Toronto

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres
Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem
Bachelorstudiengang “IT-Systems Engineering” bietet die gemeinsame
Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein
deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches
Informatikstudium an, das von derzeit rund 550 Studierenden genutzt wird. In den
vier Masterstudiengängen “IT-Systems Engineering”, “Digital Health”, “Data
Engineering” und “Cybersecurity” können darauf aufbauend eigene
Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das
HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste
Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet
jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 17 Professoren
und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es
betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber
auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen
in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind
die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme.
Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für
alle Lebensbereiche.

Pressekontakt:

Pressekontakt: presse@hpi.de
Christiane Rosenbach, Tel. 0331 5509-119, christiane.rosenbach@hpi.de
und Friederike Treuer, Tel. 0331 5509-177, friederike.treuer@hpi.de

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OTS: HPI Hasso-Plattner-Institut

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