Schüleraustausch Costa Rica und Corona Virus: Das Auslandsjahr im Ausnahmezustand

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Alicia aus Niedersachsen verbringt ihr Auslandsjahr mit einem Austausch-Stipendium der Stiftung Völkerverständigung in Costa Rica. Sie berichtet hier über ihre Erfahrungen. Alles zu ihrem Auslandsjahr und zu anderen Austauschschülern in Lateinamerika kann man im Schüleraustausch Blog lesen (www.schueleraustausch-portal.de/blog-lateinamerika)
Das Corona Virus hält Deutschland in Atem. Wie geht es den Austauschschülern, die derzeit im Ausland sind? Hier berichtet Alicia, die in der Nähe von San José in Cosa Rica ist, über ihre Erfahrungen.
1 Wie weit ist die Ausbreitung des Corona-Virus in Costa Rica? In Costa Rica ist die Ausbreitung zum Glück noch nicht sehr fortgeschritten. Wir haben zum aktuellen Zeitpunkt (16. März 2020) 41 Fälle im Land. Wie sich in den europäischen Ländern ja herausgestellt hat, ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch und die Verbreitung sehr schnell. Da Costa Rica jedoch sehr klein ist, wurden hier sofort Maßnahmen ergriffen um die weitere Verbreitung zu verringern.
2 Bist du selbst betroffen oder befürchtest du eine Infektion? Ich bin selbst nicht betroffen. Wir halten uns an die wichtigsten Hygienemaßnahmen. Daher befürchte ich keine Infektion.
3 Gibt es durch das Virus Veränderungen in der Schule? Ist sie evtl. geschlossen? Meine Schule wurde ab heute, den 16. März bis einschließlich 13. April 2020 geschlossen. Das Land ist jetzt in Quarantäne. Alle Läden werden geschlossen und man soll das Haus nicht mehr verlassen.
4 Gibt es bisher Veränderungen im Leben in der Gastfamilie und mit den Freunden? Ja! Da wir das Haus ab heute nicht mehr verlassen dürfen, darf ich meine Freunde natürlich nicht mehr sehen. Meine Gastmama arbeitet für das Costa-ricanische Gesundheitssystem und nimmt das auch sehr streng. Selbst meine Gastgeschwister dürfen nicht ihre festen Freunde sehen. Mein kleiner Gastbruder darf nicht mit seinen Freunden vor dem Haus auf der Straße spielen. Und auch zu den Nachbarn nach Hause zum Spielen darf er nicht mehr.
5 Hat sich durch das Virus deine Erwartung an die nächsten Monate im Austausch verändert – und wenn ja: wie? Es gibt von meiner Organisation vor Ort schon einige Schüler, die jetzt nach Hause geschickt werden, je nach Austauschorganisation in der Heimat. Da unsere Organisation in Costa Rica sehr klein ist, kann es gut sein, dass am Ende nur noch 2 Leute übrig bleiben, eine Freundin und ich. Falls das passiert, würden alle Ausflüge gestrichen werden, selbst wenn sich die Lage gelegt hat, weil wir einfach zu wenige Personen wären.
Jetzt hat gerade die schönste Zeit des Austausches angefangen, da man sich jetzt komplett eingelebt hat und die Sprache super beherrscht. Nur leider kann man diese Zeit jetzt nicht wirklich nutzen. Ich habe insgesamt nur noch 80 Tage in Costa Rica und 27 Tage davon werde ich jetzt in Quarantäne verbringen, vielleicht sogar noch mehr. Das ist alles sehr schade vor allem für Austauschschüler, jedoch hätte ich es an Stelle der Regierung nicht anders gemacht.
Wo man Austauschorganisationen mit guter Beratung findet. Wer ins Internet sieht, stellt fest: Es gibt sehr viele Austauschorganisationen. Wichtig ist, nur solche Anbieter anzusehen, die sowohl leistungsfähig als auch seriös sind. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn man eine vor-geprüfte Anbieter-Auswahl nutzt. Dafür gibt es die Anbieter-Suchmaschine auf dem Schüleraustausch-Portal, das unabhängig informiert: www.schueleraustausch-portal.de/organisationen.Vor der Entscheidung sollte man zusätzlich mit mehreren guten Anbietern persönlich sprechen. Dafür gibt es die bundesweiten AUF IN DIE WELT-Messen, die deutschen Schüleraustausch-Messen der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung, die nur seriöse Anbieter zulässt. Orte und Termine: www.aufindiewelt.de/messen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter:
https://www.schueleraustausch-portal.de