Studie zu Virtual-Reality-Einsatz bei Geflüchteten zeigt: VR ist hilfreich für die Integration

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Das An-Institut skip der Hochschule Fresenius in Köln hat im Sommer
eine Umfrage zur Akzeptanz von Virtual Reality für Geflüchtete in elf Städten
Nordrhein-Westfalens durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, mithilfe von eigens
programmierten VR-Situationen geflüchtete Menschen bei der Integration zu
unterstützen. Insgesamt haben 390 Probanden an der Evaluation teilgenommen. Die
Ergebnisse der repräsentativen Studie zeigen: 93 Prozent der Befragten stufen
den Einsatz von VR als hilfreiche Ergänzung für ihre Integrationsbemühungen ein.
Die Initiative wurde von der Landesregierung NRW gefördert und im April 2018 mit
der Hochschulperle des Monats des Deutschen Stifterverbands ausgezeichnet.

Im vergangenen Jahr startete das skip-Institut das VR-Projekt für Geflüchtete.
Wissenschaftler und Studierende der Hochschule Fresenius sind der Frage
nachgegangen, ob neue Technologien wie VR Geflüchtete bei der Integration
unterstützen können. Dazu haben sie alltagstypische Situationen beim Arzt und in
der Apotheke virtuell nachgestellt.

In einer Roadshow in Bildungseinrichtungen wie der Volkshochschule oder
Stadtbibliotheken von elf NRW-Städten haben 390 Probanden die Situation in einer
Apotheke getestet. Davon waren 47 Prozent Männer und 53 Prozent Frauen. Das
Durchschnittsalter betrug 34,9 Jahre. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in
Deutschland lag bei rund 33 Monaten. Die meisten der Befragten – 17 Prozent –
stammten aus Syrien, weitere aus Afghanistan, dem Iran, dem Irak und der Türkei.
Im Rahmen der Evaluation zeigten die Forscher einer Gruppe die VR-Anwendung, der
Kontrollgruppe wurde die gleiche Situation als 2D-Film gezeigt. Befragt wurden
sie anschließend unter anderem danach, ob sie den Einsatz von VR in der Lehre
als hilfreich erachten, wie sie sich dabei gefühlt haben und ob ihnen der Besuch
in einer Apotheke nach dem Test leichter fallen würde. 93 Prozent sehen den
Einsatz von VR als hilfreich an und glauben, dass sie dadurch mehr lernen
können. Das Wohlbefinden bei dem Treatment in der VR-Gruppe ist signifikant
höher als bei der 2D-Filmgruppe. Personen, die zuvor keine Apotheke in
Deutschland besucht haben, war nach dem Treatment eher klar, wie dort die
Abläufe sind.

“Mit der großen Stichprobe konnten wir nun valide Ergebnisse erzielen. Ein
Großteil der Befragten befürwortet den Einsatz von neuen Technologien für eine
bessere Integration. Auch ihre Lernmotivation wird durch VR deutlich
gesteigert”, erklärt Prof. Chris Wickenden, Leiter des skip-Instituts und
Studiendekan an der Hochschule Fresenius. Dabei solle die Technologie als
Ergänzung und nicht als Ersatz für den zwischenmenschlichen Austausch verstanden
werden. Es ginge nicht darum, Deutsch beizubringen, sondern vielmehr darum,
Geflüchtete mit den Gebräuchen und dem System Deutschland vertraut zu machen.
“Der nächste Schritt ist, dass wir weitere Alltagssituationen und eine mobile
Version produzieren. Damit können wir Städten ein komplettes VR-Paket für ihre
Deutsch- und Integrationskursen anbieten”, so Wickenden weiter.

Der für Medien zuständige Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei Nathanael
Liminski freut sich über die Ergebnisse der Studie: “Das VR-Bildungsangebot für
Geflüchtete des skip-Instituts der Hochschule Fresenius ist hochinnovativ und
zeigt die breiten Anwendungsmöglichkeiten von VR und Gamification. Die
Studienergebnisse zeigen, dass es Geflüchteten hilft, sich in Alltagssituationen
besser zurecht zu finden. So trägt Virtual Reality als neues Bildungsformat zu
gesellschaftlicher Integration, zum Erlernen der deutschen Sprache und zur
Förderung von Medienkompetenz bei. Die Landesregierung wird solche Projekte im
Rahmen ihrer Digital- und Medienpolitik daher auch in Zukunft fördern.”

Über die Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt
am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum
in New York gehört mit über 13.000 Studierenden zu den größten und
renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr
als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in
Wiesbaden das “Chemische Laboratorium Fresenius”, das sich von Beginn an sowohl
der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule
staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges
Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design,
Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und
Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende
(duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat
institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere
ihr “breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen”,
“ihre Internationalität” sowie ihr “überzeugend gestalteter Praxisbezug” vom
Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für
weitere fünf Jahre reakkreditiert.

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